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Bestiarius (Band 1)

Rezension von Christel Scheja

 

In Deutschland ist Masasumi Kakizaki bereits durch seine, mehr dem Horror zugeneigten Geschichten „Green Blood“ und „Dark Hideout“ bekannt geworden, nun betritt er mit „Bestiarius die Gefilde der historischen Fantasy und entführt den Leser mit seinem gewohnt realistischen Zeichenstil in das römische Reich des ersten Jahrhunderts nach der Zeitenwende.

 

Seit er denken kann, kämpft der junge Finn in der Arena. Als Sklave hat er keine Hoffnung auf Freiheit, auch wenn er wie jeder Gefangene davon träumt. Allerdings weiß er nicht so recht, wohin er dann eigentlich gehen sollte, da er bereits als kleiner Junge verschleppt wurde und hier seine Freunde und Gefährten hat, wie etwa den Drachen Durandal.

Der letzte Wyvern hütet allerdings auch ein Geheimnis, dass er dem jungen Mann erst enthüllt, als die beiden durch die Willkür des Kaisers Domitianus aufeinander gehetzt werden und einander töten sollen. Dem Sieger winkt tatsächlich die Freilassung …

Auf der Insel Kreta finden unterdessen römische Legionäre in einer von Minotauren bewohnten Höhle einen menschlichen Jungen. Auch Xeno wird dazu verdammt ein Gladiator zu werden und lebt seine Kraft gnadenlos gegenüber den Monstern aus, nicht ahnend, dass er schon bald dem gegenüber stehen wird, den er einige Jahre zuvor noch „Bruder“ nannte …

 

Auch wenn die Geschichte im ersten Jahrhundert unserer Zeit und im römischen Reich angesiedelt zu sein scheint, haben doch die Fantasy-Elemente starkes Übergewicht. Denn Fabelwesen sind hier real und stammen nicht nur aus dem Reich der Legenden. Daraus zieht der Manga in erster Linie seine Faszination, während er in anderen Bereichen doch eher ausgetretene Pfade betritt und altbackene Klischees bedient.

Die Handlung erzählt gleich zweimal von dem Kampf um die Freiheit, die meistens nur dann erkämpft werden kann, wenn der Held dazu bereit ist, das Wesen zu opfern, dass ihm gerade besonders nahe steht. Und wie so oft wird Schwarz-Weiß-Malerei betrieben und gerade die Römer von ihren dunkelsten Seiten beschrieben – als kriegslüsterne Eroberer und dekadente Adlige, denen jede Perversion auf Kosten anderer recht ist.

Alles in allem bleibt die Geschichte überschaubar und hält sich nicht lange mit Monologen der Helden oder einer Seelenschau auf. Die Action steht im Vordergrund, wie die leidenschaftlich zelebrierten und graphisch sehr dynamisch umgesetzten Kampfsequenzen beweisen. Darunter leidet notwendigerweise die Charakterzeichnung, auch der Plot wirkt eher einfach, so dass ein roter Faden nur bedingt vorhanden ist.

Dem Lesespaß tut das keinen Abbruch. Die Handlung wird flüssig und ohne Längen erzählt und bietet im Grunde das, was man von einem Manga dieser Art erwartet – viel Waffengeklirr und ein paar dramatische Momente vor interessanter, wenn auch nicht gerade historischer Kulisse.

 

Wer zu „Bestiarius“ greift, sollte sich bewusst sein, dass Hintergrund und Figuren nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Manga setzt bewusst auf gut inszenierte Action und eine flott erzählte Handlung, die zudem beide von den klaren, sehr realistischen Zeichnungen unterstützt wird. Da der Künstler auch auf Klamauk verzichtet, kommt das Szenario zwischen Fantasy und Historie zudem auch noch ein wenig epischer zur Geltung.

 

Mit freundlicher Genehmigung, Bild und Titel

© 2015 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

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Buch:

Bestiarius (Band 1)

Autor und Künstler: Masasumi Kakizaki

Toyushi Bestiarius, Vol. 1, Japan, 2013

Aus dem Japanischen von Costa Caspary

Großtaschenbuch, 212 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen Juli 2015

ISBN-10: 3770486099

ISBN-13: 978-3770486090

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 06.09.2015, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39