Bestienborn (Autor: Bastian Brinkmann; Titaneion Titanenschlacht 1)
 
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Bestienborn von Bastian Brinkmann

Reihe: Titaneion Titanenschlacht Episoda 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Was als siegreiche Schlacht beginnt, endet für den thrakischen Heerführer Ikas im Tartarus. Sein Spott gegen die Götter ist es, der den Göttervater selbst auf den Plan ruft.

In den finsteren Klüften angekommen, wird Ikas zum Spielball uralter Mächte. Uralter Mächte, die noch eine Rechnung miteinander zu begleichen haben.

Doch Rache und Intrige führen zu etwas, das keine der involvierten Mächte vorhergesehen hat:

Zur Geburt einer Bestie, vor deren Wut sich selbst Titanen in Acht nehmen müssen …

 

Rezension:

Nachdem uns Bastian Brinkmann im Frühjahr mit der in Versform verfassten Antik-Fantasy Arachneion – Pallashassüberraschte, bringt er mit Bestienborn ein etwas älteres Werk heraus, das jedoch im Subgenre bleibt und den ersten Teil seiner Reihe Titaneion Titanenschlacht bildet.

 

Dieses Mal hält sich der Autor weniger an einer konkreten griechischen Legende, vielmehr mischt er eine ganze Menge von ihnen wild durcheinander. Es entsteht eine ganz eigene Betrachtungsweise des wohl größten Schlachtengemäldes der Antike, der Kampf der TitanInnen gegen die GöttInnen.

 

Im Zentrum der Geschichte steht Ikas, ein thrakischer General, der in seiner Blutgier gegen die Abanten den Zorn von Zeus hervorruft und von ihm höchstpersönlich mit einem Blitz erschlagen wird. Kaum im Tartarus erwacht, bemerkt Ikas, dass er zwar tot ist, sich seiner aber entgegen der Erwartung bewusst geblieben ist. In diesem Erkenntnismoment wird er von einer alten Frau beobachtet, die sich als Gaia offenbart, der Urmutter. Sie darbt in der Unterwelt, von ihrem Gatten Uranus als Sexsklavin gehalten und gequält. So grummeln in ihrem Bauch sämtliche Kyklopen und Hekatoncheiren.

Sie bittet Ikas, ihrem Sohn Kronos eine Sichel zu überbringen, damit er seinen Vater beim nächsten Triebablass entmannen kann.

Der Plan gelingt soweit, nur will Kronos selbst die Weltherrschaft und belohnt den Ikas nicht etwa, sondern macht ihn durch das Blut des Uranus zu einer geflügelten Bestie. Nebenbei entspringt dem vergossenen Uranussamen die Aphrodite.

Kronos verschlingt aus Angst vor einen Umsturz erst einmal seine Kinder, also Zeus und Co., selbst der wütende Ikas kann ihn nicht aufhalten. Im Kampf reißt Kronos ihm die Flügel ab und wirft ihn vom Olymp hinab. Diesen Moment nutzt Hades, um sich vor dem Verschlingen zu bewahren und flieht. Dabei rettet er Ikas.

Zusammen mit Gaia, Aphrodite, eine sauflustigen Athene und einem Schatten beschließt Ikas, gegen Kronos zu kämpfen, doch zunächst benötigt er neue Flügel …

 

Die griechischen Legenden bieten einiges an hochdramatischen Geschichten und so wundert es auch nicht, das viele von ihnen in die christliche Mythologie einflossen.

Bastian Brinkmann hält sich nicht unbedingt an die überlieferte Chronologie der Ereignisse, sondern trickst an einigen Stellen der Dramaturgie zu Liebe. Besonders stark weicht er etwa bei der Charakterisierung der Athene ab, die bei ihm zu einer trunksüchtigen Walküre gerät. Das bringt zwar genügend Potential für Klamauk und Slapstick, nervt aber auch schnell.

Zudem kann die bunte Heldentruppe lange Zeit überhaupt nichts erreichen und tritt auf der Stelle. Die Suche nach einem Flügelmacher stolpert teilweise und lässt die Frage aufkommen, ob da wirklich Göttinnen und ein Gott beteiligt sind.

Andererseits ist gerade diese Konstellation an Underdogs und VerliererInnen ein klassisches Fantasy-Motiv. Die schräge Looser-Truppe gegen den übermächtig erscheinenden Herrscher – so beginnen viele Geschichten. Es bleibt abzuwarten, wie Bastian Brinkmann sich der der gigantischen Aufgabe stellt, uns die berühmteste Schlacht der griechischen Mythologie neben dem Trojanischen Krieg zu bebildern.

 

Da der Pergamon-Altar noch ein paar Jahre hinter verschlossenen Türen restauriert wird, könnten es eine ganze Weile sogar die prägnantesten Bilder dieses Kampfes um die Vorherrschaft über die Menschen sein. Auf jeden Fall aber die modernsten.

Auch in »Bestienborn« scheut sich der Autor nicht, die theatralische Form mit heutigen Floskeln und Wörtern aufzupeppen. So entsteht trotz rhythmischen Zwängen ein leicht lesbarer und vor allem stets verständlicher Text.

 

Fazit:

»Bestienborn« von Bastian Brinkmann ist eine weitere dramatische Bearbeitung antiker Sagen, die sich mit moderner Sprache in klassischem Gewand mit den Vorbereitungen zur »Titanenschlacht« befasst ohne sich allzu sklavisch an die Mythen zu halten. Fantasy in ungewohnter aber unterhaltsamer Präsentation.

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Buch:

Bestienborn

Reihe: Titaneion Titanenschlacht Episoda 1

Autor: Bastian Brinkmann

Gebundene Ausgabe, 289 Seiten

GORGONEION Press, 14. Juli 2016

 

ISBN-10: 3946208126

ISBN-13: 978-3946208129

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01AKLII70

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024061519144189c19e97
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Erstellt: 10.10.2016, zuletzt aktualisiert: 03.06.2024 18:37, 14991