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Beutejagd von Alan Dean Foster

Reihe: Taken Band 3

Rezension von Christian Endres

 

Walker und seine ehedem entführten Freunde sind nach wie vor unterwegs, um ihre jeweiligen Heimatplaneten zu finden. Was als wenig hoffnungsvolles Unterfangen, ja als regelrechte Odyssee beginnt, nimmt im Laufe der Zeit allerdings klare Formen und Konturen (und einige unvorhergesehene Ausmaße) an, als man nach und nach die Heimatwelten des so unterschiedlichen Quartetts aufspürt und mit mehr oder minder großen Schwierigkeiten erreicht und ferner auch betritt, um von dort aus wiederum die jeweils nächste Welt zu suchen und anzusteuern, um den nächsten der Gefährten nach Hause zu bringen. Allerdings ist es auch nach zwei erfolgreichen Versuchen und Findungen noch ein weiter Weg, die irdische Heimat von George und Walker zu finden. Und überhaupt: Können die beiden nach so vielen Jahren im All und der exotischen Fremde und Weite überhaupt noch auf der Erde glücklich werden?

 

Foster hat seine Taken-Trilogie schwungvoll begonnen, dann aber im zweiten Teil stellenweise ziemlich nachgelassen. Dennoch findet er nach 30, 40 Seiten mit »Beutejagd« wieder den richtigen Rhythmus, um die Geschichte um Marcus Walker und seine Freunde ruhig, aber gekonnt fortzusetzen und zu Ende zu erzählen. Dabei kommt Foster natürlich zu Gute, dass er ein routinierter, aber eben auch hervorragender Schreiber ist, der stilistisch immer an der Obergrenze kratzt. Andererseits tut er – anders als im Auftaktband, z. B. – auch in »Beutejagd« oftmals scheinbar wieder nur das Nötigste, obwohl man als Leser genau weiß und spürt, dass er verdammt noch mal eigentlich weiter gehen, hie und da noch etwas aus einer Szene heraus kitzeln könnte und an manch einer Stelle eine von ihm geschaffene Situation auch besser ausnützen und fortführen müsste.

 

Trotzdem: Es gibt sie also doch noch, die Science-Fiction-Romane, die ohne gigantische Raumschlachten oder Klone oder Serienzugehörigkeit zu Star Wars auskommen, Wert auf Charakterisierung und Dialoge legen und überhaupt sehr leise, aber nichtsdestotrotz wohlklingende Saiten anschlagen. Bezeichnend ist dabei, dass Foster, in der Vergangenheit seiner beachtlichen Karriere kommerziell ebenso erfolgreich wie künstlerisch innovativ, wieder einmal auf derzeit gängige Konzepte und erfolgreiche Schemata verzichtet und eine sehr ruhige, in sich geschlossene und homogene Geschichte abseits des von der Military-SF geprägten Mainstreams erzählt, mit der er seine Taken-Trilogie vor allem für solche Leser abschließt, die den ersten Band geliebt haben, vom zweiten etwas enttäuscht wurden und nun auf einen guten, sauberen Abschluss hoffen.

 

Mit »Safari« hat Altmeister Alan D. Foster einen innovativen und sprachlich eleganten, aber dennoch leicht bekömmlichen und kurzweiligen Science-Fiction-Abenteuerroman erster Güte vorgelegt. Allerdings brach die Geschichte um Walker und seine Gefährten mit dem Mittelband der Trilogie kläglich ein, konnte »Kriegsrat« doch bestenfalls durch eine Hand voll gelungener Ideen und Fosters handwerklich stets überragende Fähigkeiten punkten. Mit »Beutejagd« bringt Vielschreiber Foster seine Taken-Trilogie nun aber zu einem versöhnlichen Abschluss: sprachlich wieder gut bis sehr gut, inhaltlich jedoch abermals nicht so stark wie der Auftaktband, aber in der Summe eben doch eine deutliche Steigerung zum Vorgänger – das genügt für ein versöhnliches Ende der so furios gestarteten Abenteuer des Marcus Walker.

 

 

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Beutejagd

Reihe: Taken Trilogie Bd. 3

Autor: Alan Dean Foster

Taschenbuch, 349 Seiten

Basteu Luebbe, Juni 2007

ISBN: 3404243595

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.07.2007, zuletzt aktualisiert: 15.01.2019 09:44