Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Bis an die Grenzen des Körpers

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Durch Serien und Filme in denen das Unmögliche wahr wird, dank der Tricks und Illusionen, die heute möglich sind, haben viele Menschen ein falsches Bild von dem, was der Körper eigentlich wirklich aushält. Dabei beschäftigen sich Humanmediziner, Biologen und auch Extremsportler schon seit langen mit den Grenzen, die dem menschlichen Körper schon immer gesetzt sind und waren.

 

Die dreiteilige „arte“-Dokumentation aus Frankreich zeigt an drei Extremsituationen, zu welchen Leistungen der Mensch fähig ist, wie extreme Umgebungen seinen Körper beeinflussen und auch Schäden verursachen können. Damit haben Extremsportler gezeigt, zu welchen Überlebensstrategien der Körper greift, um sich selbst zu erhalten, wie lange diese funktionieren und wann es damit vorbei ist und neben Schädigungen auch der Tod eintreten kann.

Da ist einmal die „Absolute Kälte“. Wie schafft es ein Mensch ohne besonderen Schutz eine Nacht bei dreißig und mehr Grad unter dem Gefrierpunkt durchzustehen. Anhand der Versuche und Experimente, die Dr. Emmanuel Cauchy mit sich selbst durchgeführt hat, wird gezeigt, wie Geist und Körper es schaffen, sich am Leben zu erhalten, aber sie machen auch deutlich, das viele Mechanismen auch zum Tod führen können, wenn nicht nach einer gewissen Zeit Hilfe kommt. Bleibende Schäden wie Frostbeulen und abgefrorene Glieder sind dabei oft nicht zu vermeiden. Es gibt Grenzen für den menschlichen Körper, die tatsächlich nicht zu überschreiten sind – und kleine Tricks, diese zu erweitern.

Auch mit „Sauerstoffmangel“ ist nicht zu scherzen. Den bekommen vor allem Alpinisten bei den höchsten Gipfeln der Welt zu spüren. Anhand des Bergsteigers Nicholas Jaeger, der seine körperlichen Reaktionen in großen Höhen genau beobachtete und doch 1980 bei einer weiteren Besteigung eines Achttausenders ums Leben kam, wird beschrieben, wie sich der Luftmangel in großen Höhen auf den Körper auswirkt und welche Folgen das sogar auf Dauer haben kann.

In der dritten Folge „Isolation und Zeitverlust“ gehen Wissenschaftler der Frage nach, ob und wie die innere Uhr des Körpers von Licht und Dunkel beeinflusst wird. Schon 1962 hat sich Michel Siffre zwei Monate in eine Höhle zurück gezogen, am Ende musste er daraus gerettet werden. Die Wissenschaftler nutzen die aus Experimenten gewonnenen Versuche, um heraus zu finden, wie sehr der Mensch die Licht- und Dunkelphasen braucht, und was passiert, wenn man ihm diese Grundlagen für längere Zeit entzieht. Kommt dabei nur das Zeitempfinden durcheinander oder passiert sogar noch mehr?

 

Es ist schon interessant, was Forscher in Selbstversuchen in den letzten Jahrzehnten über sich und den menschlichen Körper heraus gefunden haben und vieles davon ist ernüchternd. Der Mensch ist definitiv äußeren Einflüssen unterworfen, die er entweder nur eine gewisse Zeit ertragen oder vermissen darf. Letztendlich setzt die Biologie selbst strenge Grenzen, über die man nachdenken sollte.

Die Dokumentationen sind natürlich nicht ganz so spektakulär umgesetzt, wie die der Amerikaner und Briten aber nichtsdestoweniger unterhaltsam gestaltet. Man verzichtet weitestgehend auf Animationen und Simulationen, sondern lässt die Menschen für sich sprechen.

Die anschaulichen Beispiele machen es trotzdem einfach, die vielen Informationen zu verdauen und verarbeiten.

Alles in allem wird mit falschen Vorstellungen und Spekulationen aufgeräumt, die Biologen und Mediziner verschweigen auch die Spätfolgen nicht und machen deutlich, dass es ein gewagtes Spiel ist, seinen Körper an die Grenzen der Belastbarkeit zu bringen, dass es aber auch Strategien gibt, um den Überlebensinstinkt bewusst zu wecken.

 

 

Fazit:

 

Daher sei „Bis an die Grenzen des Körpers“ all denen empfohlen, die immer schon einmal wissen wollten, wie viel ein Mensch eigentlich aushalten kann und was in extremen Situationen passiert. Sei es nun als Leser oder Zuschauer, der nicht länger die fiktiven Rekorde der Serien- und Film- oder Romanhelden ertrage mag oder als Autor, der solche Momente einfach authentischer gestalten will.

 

Nach oben

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230128204511442d516f
Platzhalter

DVD:

Bis an die Grenzen des Körpers

3-teilige Serie für arte, Frankreich 2009

Regisseur: N. N.

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1 , PAL, RC 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

1 DVD

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 30. April 2010

Spieldauer: 135 Minuten (3 x 45 min)

ASIN: B00386CV50

 

Erhältlich bei: Amazon

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 15.06.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01