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Biss zur Mittagsstunde von Stephenie Meyer

Bella & Edward Teil 2

Rezension von Christel Scheja

 

Nach „Harry Potter“ entwickelte sich überraschend die vierteilige Saga um „Bella und Edward“ zu einem Bestseller. Bereits mit „Biss zum Morgengrauen“ schrieb sich Stephenie Meyer weltweit in die Herzen junger Frauen und Mädchen, die zwar Vampire gut fanden, aber nicht unbedingt soviel mit den Liebesromanen anfangen konnten, in denen es letztendlich nur um Sex und Leidenschaft ging.

Die junge Autorin läßt sich zwar auch von diesen Vorbildern inspirieren, erzählt in ihrem Buch aber vor allem eine absolut jugendfreie Romanze um das Spiel mit dem Feuer und die Ewigkeit, die vor allem den Nerv von Teenagern trifft, da sie sich sowohl in dem schulischen Umfeld als auch den Helden und ihren Freunden wiederfinden konnten. Die Verfilmungen tun ein übriges, um die Bücher noch bekannter zu machen.

 

 

Bereits seit zwei Jahren lebt Isabella Swan nun im nebligen Hinterwäldlerdorf Forks im Westküstenstaat Washington, aber sie vermisst schon lange nicht mehr das sonnige Phoenix in Arizona.

Denn hier hat sie ihr Glück in Gestalt von einigen Freuden und nicht zuletzt in den Armen von Edward Cullen gefunden. Auch wenn sie inzwischen sein Geheimnis kennt und deswegen schon einmal in große Gefahr geriet, liebt sie ihn immer noch und mehr denn je.

Edward ist in Wirklichkeit kein normaler Mensch, sondern ein Vampir, wie auch der Rest seiner Familie. Er gehört zu einer der wenigen zivilisierten Blutsaugersippen, die Menschen nicht nur als Nahrungsquelle betrachten, sondern lieber versuchen unauffällig unter ihnen zu leben. Bella hat bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen, dass es auch andere gibt, die nicht so human denken. Seither beschützt sie ihr unsterblicher Geliebter mit seinen Geschwistern und Eltern.

Bella schwebt seither im siebten Himmel und wünscht immer mehr, ganz und gar mit ihm zusammen bleiben zu können. Doch kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag schleichen sich auch andere Gedanken ihr ihre wohligen Gefühle ein und böse Stimmen wecken Zweifel in ihr. Was ist, wenn sie einmal dreißig ist? Wird Edward, der immer wie siebzehn aussehen wird, sie immer noch lieben können und wollen? Oder muss sie damit rechnen, dass er sie dann verlässt?

Deshalb begeht Bella ihre Geburtstagsfeier mit wenig Freude und einer düsteren Ahnung. Und als scheine sich ihr Gefühl zu bewahrheiten, setzt eine Verletzung, die sie sich beim Öffnen eines Geschenks zufügt eine Kette unglückseliger Ereignisse in Gang . Allein ein kleiner Tropfen Blut reicht aus, um Edward und seine Familie plötzlich und unerwartet Abstand von ihr nehmen zu lassen.

Bella versteht ebenso wenig, warum die Cullens dann auch noch spurlos verschwinden. Nachdem sie vergeblich nach ihnen gesucht hat, versinkt Bella in tiefe Trauer und Verzweiflung.

Nur ihr langjähriger Freund Jacob kann ihr ein wenig Trost schenken und aus ihrem Liebeskummer befreien zu können, doch auch er hütet ein düsteres Geheimnis, das nun nach und nach ans Licht kommt.

Schließlich erfährt Bella eines Tages, dass Edward in Lebensgefahr schwebt und nur sie ihn retten kann, wenn sie zu ihm kommt. doch wie soll sie ihn finden? Weiß Jacob, der inzwischen eigentlich nicht mehr uneigennützig handelt, vielleicht eine Antwort?

 

„Biss zur Mittagsstunde“ setzt dort an, wo sein Vorgänger „Biss zum Morgengrauen“ aufhörte und spinnt die Geschichte weiter. Sie ist zunächst noch von der romantischen ersten Liebe des jungen Mädchens zu ihrem unsterblichen Freund geprägt, doch bereits in den ersten Kapitel mischen sich erste bittersüße Töne in die bisher so perfekte Beziehung.

Bella beginnt sich Gedanken über die Zukunft zu machen und gerät dabei immer mehr ins Trudeln. Durch das Verlassen werden lernt sie nun auch die grausame und kalte Seite der Liebe kennen. Stephenie Meyer erzählt diese bitteren Wendungen mit sehr viel Einfühlungsvermögen, wenngleich sie dabei zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Bemerkenswert ist an dem Roman vor allem, dass sie in weiten Teilen des Buches ganz ohne die Anwesenheit Edward auskommt und mit Jacob eine weitere interessante Figur in Bellas Leben einführt, die auch in späteren Bänden noch für weitere Aufregung und Konflikte sorgen wird.

Weiterhin bleibt sie bei der Darstellung des Lebens amerikanischer Teenager weitestgehend realistisch und verfällt dabei nicht all zu sehr in Klischees. Auch der kleinstädtische Hintergrund ist stimmig und gut vorstellbar.

Damit die Geschichte sich nicht nur allein auf die Beziehung konzentriert, gibt es eine Rahmenhandlung, die jedoch erst in der zweiten Hälfte des Buches in den Vordergrund tritt. Denn die Feinde der Cullens sind immer noch präsent und sinnen auf eine ganz besondere Art von Rache. Doch bis es so weit ist, muss man zwei Drittel des Buches erst einmal mit Bella zweifeln und vor allem leiden. Hin und wieder beginnt man auch an dem Geisteszustand der Heldin zu zweifeln.

Immerhin werden die Mitglieder der Vampirfamilie in diesem Band der Saga nicht mehr nur als elegante, kluge und körperlich perfekte Superwesen dargestellt, sondern präsentieren auch einmal ihre düstere Seite, auch wenn sie natürlich im Gegensatz zu den Bösen niemals die Grenzen überschreiten. Aber wirklich dramatisch und blutig wird die Geschichte so gut wie gar nicht.

 

Alles in allem ist „Biss zur Mittagsstunde“ eine abwechslungsreiche, wenn auch etwas depressive Teenager-Romanze, die vor allem Leserinnen ansprechen dürfte, die viel Romantik, ein wenig Abenteuer und vor allem Beziehungen mit der ganzen Bandbreite an Gefühlen mögen.

 

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Buch:

Biss zur Mittagsstunde

Reihe: Belle und Edward, Bd. 2

Autorin: Stephenie Meyer

Original: New Moon, USA 2006

Broschiert, 560 Seiten

Piper, erschienen Juli 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Sylke Hachmeister

Titelfoto von John Grant

ISBN-10: 3492251501

ISBN-13: 978-3492251501

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 28.12.2009, zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46