Biss zur Mittagsstunde von Stephenie Meyer

Hörbuch

Reihe: Bella & Edward Teil 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Wie sehr Vampire ihren Reiz auf die Leser ausüben merkt man vor allem an Zyklen wie „Bella und Edward“. Mit „Biss zum Morgengrauen“ schrieb sich Stephenie Meyer weltweit in die Herzen junger Frauen, denn sie weiß eine ebenso romantische wie abenteuerliche Geschichte um das Spiel mit dem Feuer zu erzählen, ohne dabei in erotische oder grausame Details zu gehen wie viele Liebesromanautorinnen im Erwachsenen-Sektor. Auch die nachfolgenden drei Bände wurden zu einem Erfolg.

Das war Grund genug um auch den zweiten Teil „Biss zur Mittagsstunde“ in einer gekürzten Hörbuchfassung heraus zu geben. Die Lesung umfasst ca. 465 min, die auf sechs CDs verteilt wurden. Wieder liest die Schauspielerin Ulrike Grote.

 

Seit zwei Jahren lebt Isabella Swan im nebligen Hinterwäldlerdorf Forks im Staat Washington, doch sie vermisst längst nicht mehr das sonnige Phoenix in Arizona. Denn hier hat sie ihr Glück in Gestalt von Edward Cullen gefunden. Sie liebt den jungen Mann, obwohl sie inzwischen sein Geheimnis kennt und deswegen schon einmal in große Gefahr geriet, denn Edward ist kein normaler Mensch, sondern ein Vampir. Er gehört zu einer der wenigen zivilisierten Vampirsippen, die Menschen nicht nur als Nahrungsquelle betrachten, sondern versuchen unter ihnen zu leben. Dass es auch andere gibt, die nicht so denken, hat Bella am eigenen Leib zu spüren bekommen. Doch Edward ist damals rechtzeitig zur Stelle gewesen und hat sie unter seinen Schutz gestellt.

Seitdem sind die beiden wie ein Herz und eine Seele. Belle schwebt im siebten Himmel und wünscht sich so sehr, immer mit ihm zusammen bleiben zu können. Doch kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag schleichen sich auch andere Gedanken ihr ihre wohligen Gefühle ein und böse Stimmen wecken Zweifel in ihr.

Was ist, wenn sie einmal dreißig ist? Wird Edward, der immer wie siebzehn aussehen wird, sie immer noch lieben können und wollen? Oder muss sie damit rechnen, dass er sie dann verlässt?

Deshalb begeht Bella ihre Geburtstagsfeier mit wenig Freude und einer düsteren Ahnung. Und als scheine sich ihr Gefühl zu bewahrheiten, verändert sich etwas, ausgelöst durch eine Verletzung, die sie sich beim Öffnen eines Geschenks zufügt. Es ist nur ein Tropfen Blut, der aus ihrer Wunde kommt, aber er reicht aus, um Edward und seine Familie Abstand von ihr zu nehmen. Denn auch sie können nicht verleugnen, dass sie tief in ihrem Inneren blutrünstige Monster sind.

Und ehe sie sich versieht, sind die Cullens spurlos verschwunden und nicht mehr auffindbar, so sehr Bella auch versucht, etwas heraus zu finden. So versinkt sie in tiefe Trauer und Verzweiflung. Erst ihr langjähriger Freund Jacob scheint sie ein wenig aus ihrem Liebeskummer befreien zu können, doch auch er verbirgt lange Zeit ein düsteres Geheimnis vor ihr...

Schließlich erfährt Bella eines Tages, dass Edward in Lebensgefahr schwebt und nur sie ihn retten kann. Doch wo kann sie ihn jetzt – nach all den Wochen und Monaten noch finden?

 

„Biss zur Mittagsstunde“ setzt dort an, wo „Biss zum Morgengrauen“ aufhörte und spinnt die Geschichte weiter. Ist die Geschichte zunächst noch von der romantischen Liebe des jungen Mädchens zu ihrem unsterblichen Freund geprägt, so mischen sich jetzt erste bittersüße Töne unter die Handlung.

Nachdem der erste Rausch der Gefühle verflogen ist, beginnt sich Bella Gedanken zu machen und gerät immer mehr ins Trudeln. Nun lernt sie auch die grausame Seite der Liebe kennen: Die Angst, dass die Gefühle füreinander erkalten könnten und dann der Abschied droht. Der Schmerz, den ein plötzlicher und unerwarteter Verlust mit sich bringt schließlich auch der verzehrende und qualvolle Liebeskummer.

Stephenie Meyer erzählt diese bittere Wendungen mit sehr viel Einfühlungsvermögen, wenngleich sie auch manchmal etwas zu sehr auf die Tränendrüse drückt und nahe am Kitsch vorbei schliddert. Bemerkenswert ist, dass sie in weiten Teilen ganz ohne Edward auskommt und mit Jacob eine weitere interessante Figur in Bellas Leben einführt, die auch in späteren Bänden noch für weitere Aufregung und Konflikte sorgen wird.

Dennoch bleibt sie bei der Darstellung des Lebens amerikanischer Teenager weitestgehend realistisch und übertreibt nicht. Auch der Hintergrund ist sehr stimmig und gut vorstellbar.

Damit die Geschichte sich aber nicht nur auf die Beziehung konzentriert, gibt es auch eine Rahmenhandlung, die jedoch erst in der zweiten Hälfte der Geschichte wirklich zum Tragen kommen. Denn im Hintergrund lauern die Feinde Edwards nur darauf, ihm – oder Dingen, die er liebt – Schaden zuzufügen.

Immerhin werden die Vampire in diesem Band nicht mehr nur als elegante, kluge und körperlich perfekte Superwesen dargestellt, sondern zeigen auch einmal ihre düstere Seite und den Preis, den sie für ihre Unsterblichkeit und den Wunsch unter den Menschen leben zu können, bezahlen müssen. Dennoch bleiben sie eine erstrebenswerte Daseinsform für Menschen wie Bella.

Insgesamt ist „Biss zur Mittagsstunde“ wieder einmal eine abwechslungsreiche, wenn diesmal auch etwas depressiv-melancholische Teenager-Romanze, die vor allem Leserinnen und Hörerinnen ab dreizehn bis ins hohe Alter ansprechen dürfte. Wer viel Romantik, ein wenig Abenteuer und interessante Beziehungen mag, wird nicht daneben greifen.

Zwar wirkt das Hörbuch durch die Straffung etwas komprimierter und vermeidet längen, hin und wieder merkt man aber auch deutlich, dass es kleinere Brüche gibt, weil etwas wichtiges zu fehlen scheint. Der Vortrag von Ulrike Grote macht das aber wieder wett. Sie weiß vor allem die bewegten Gefühle des jungen Mädchens gut einzufangen und fesselt durch ihren gefühlvollen Vortrag.

 

So wird das Hörbuch zu „Biss zur Mittagsstunde“, den weiteren Abenteuern von Bella und Edward zu einem spannenden und unterhaltsamen Hörgenuss, auch wenn man das Buch bereits kennt.

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

iceangel
Freitag, 14. September 2012 22:04 Uhr
Ich finde das Buch sehr schön,es ist sehr fesselnd. Am liebsten würde ich das nie weglegen *-*

Nur ich habe einen anderen Einband

priiiiiya
Sonntag, 15. März 2009 10:19 Uhr
kliinqt quut..han mir das buch bestellt. der fiilm ishc auch qaanz toll...


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Hörbuch:

Biss zur Mittagsstunde

Zweiter Teil des Zyklus um „Bella & Edward“

gekürzte Lesung

Autorin: Stephenie Meyer

Sprecherin: Ulrike Grote

Übersetzung: Carsten Kredel

Hörbuch auf 6 CDs

ca. 465 min Laufzeit

Silberfisch/Hörbuch Hamburg, Februar 2008

Titelbild: Sonja Pletes

 

ISBN-10: 3867420130

ISBN-13: 978-3867420136

 

Erhältlich bei Amazon

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zuletzt aktualisiert: 28.09.2019 12:46 | Users Online
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