Menschliche Männer dürfen schon seit einigen Jahren an magischen Hochschulen studieren, für menschliche Frauen ist diese Möglichkeit jedoch neu. Katherine gehört zu denen, die diese Möglichkeit nutzen. Der Chef-Bibliothekar der Uni macht es ihr jedoch nicht leicht. Als er ihr ein verfluchtes Buch verweigert, beschließt Katherine, sich es per nächtlichem Einbruch ›auszuleihen‹. … und fängt sich dabei einen Fluch ein, vor dem sie nur genau dieser Bibliothekar, der auch noch ein Vampir ist, retten kann.
Penny Junipers Buch, dass der Start einer Reihe bilden soll, fällt zunächst eindeutig in den Bereich der historischen Urban Fantasy. Ganz so einfach ist die Einordnung dann jedoch nicht. Im Großbritannien dieser Handlungswelt ist die Existenz von Magie und magischen Wesen nämlich allgemein bekannt. Also spielen auch deutliche Alternative-History-Elemente eine große Rolle.
Und dann wäre da noch das Stichwort Romantasy. Die Liebesbeziehung zwischen der Studentin und dem vampirischen Bibliothekar spielt nämlich nicht einfach nur eine große Rolle, diese Romanze stellt sich (leider) als das eigentliche Thema des Buches heraus. Alle Fantasy-Elemente bilden lediglich den Hintergrund, um die Lovestory voranzubringen. Ansonsten sind sie nahezu bedeutungslos. Das ist um so bedauerlicher, da die beschriebene Handlungswelt durchaus Potenzial für eine wirkliche Fantasy-Handlung böte. Allerdings wirkt auch die Darstellung der Handlungszeit – das Großbritannien des Jahres 1925 – durch nicht in die Zeit passende Elemente anachronistisch. Ein Gleichstellungsbeauftragter an einer Universität dieser Zeit?
Die Autorin erzählt ihre Geschichte wechselweise aus den Ich-Perspektiven ihrer beiden Protagonisten Katherine Campbell und Ethan Hawthorn. Auch die an sich gelungene Hörbuch-Umsetzung schafft es natürlich nicht, aus diesem Buch ein Meisterwerk zu machen.