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Bitterholz von James Maxey

Reihe: Die Herrschaft der Drachen, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Über James Maxey ist nicht viel mehr bekannt, als dass er heute in Hillsbourough in den USA lebt und das Schreiben von Orson Scott Card gelernt hat, also vermutlich eines der Seminare besucht hat, die dieser im Rahmen des Studienfachs „Kreatives Schreiben“ gab. Bereits mit seiner ersten Kurzgeschichte gewann er einen Award. „Bitterholz“ ist sein Debütroman und gleichzeitig der Beginn der Trilogie um „Die Herrschaft der Drachen“.

 

So lange die Menschen denken können, herrschen die Drachen über sie. Die mächtigen Echsenwesen sind hochintelligent und beherrschen teilweise mächtige Magien, sie scheuen sich aber auch nicht, ihre Ansprüche mit brutaler Gewalt durchzusetzen. So sind die meisten nicht mehr als Leibeigene, die in Dörfern zusammen leben, das Land bestellen und die Abgaben liefern, die den Drachen erlauben, in Wohlstand zu leben. Auch wen immer wieder Propheten mit flammenden Reden ihren Widerstand anfachen, so wird dieser doch sehr schnell erstickt, sobald nur ein Hauch davon aufkommt.

Einige wenige Menschen dürfen an den Höfen leben und dienen mächtigen Drachen als Spielzeuge und Gefährten. Sie sind ihren Drachen oft treu ergeben. Jandra ist eine dieser Auserwählten. Sie hat das Glück in dem Himmelsdrachen Vendevorex einen verständniswollen und weisen Herrn zu besitzen, der die Menschen nicht als niedere Rasse ansieht.

Ganz anders benimmt sich die herrschende Klasse der Sonnendrachen unter ihrem König Albekizan. Für sie sind die Sterblichen nicht mehr als Tiere. Und so soll ein jährliches Ritual auch mit Blut begangen werden. In diesem Jahr sollen die Söhne des Herrschers beweisen, dass sie ihres Vaters würdig sind. Besondere Hoffnung setzt dieser in seinen jüngsten überlebenden Sohn Bodiel, da dieser alle Eigenschaften besitzt, die einen Machtmenschen auszeichnen. Seinen älteren Sohn Shandrazael hält er eher für schwach, da dieser zu viel nachdenkt und eine etwas andere Einstellung hat.

Dann geschieht das Unglück. Ausgerechnet während des Rituals wird Bodiel ermordet. Der Täter ist kein anderer als Band Bitterholz, ein Mensch und Drachentöter, der seit gut einem Jahrzehnt ein Dorn im Auge der Drachen ist. Nun eröffnet Albekizan die Jagd auf ihn. Der Mann, der selbst Rache für den Mord an seiner Familie will, muss fliehen und sich verstecken.

Er geht in seinem Schmerz sogar so weit, seinen eingekerkerten Bruder Blasphet zu befreien, der für seine Grausamkeit bekannt ist. Dieser soll die Menschheit ein für alle Mal ausrotten – eine Aufgabe, die der eiskalte und dem Wahnsinn nahe Drache gerne übernimmt, wenngleich er sich mit der Ausführung auch Zeit lässt ...

 

„Bitterholz“ kann man nicht unbedingt als tiefschürfendes Werk bezeichnen, und es hätte auch nicht der irdischen Bezüge bedurft, um die Handlung zu tragen, zumindest nicht in diesem Band. Denn die Gesellschaft der Drachen ist sehr archaisch aufgebaut, Wissenschaft und Magie gehen Hand in Hand, und die wenigen technischen Artefakte, die auftauchen sind eher vernachlässigbar. Dass hier eine postapokalyptische Erde den Hintergrund bildet, spielt absolut keine Rolle, sondern stört sogar.

Die Geschichte selbst ist sehr einfach gestrickt und wirkt wie ein Paradebeispiel aus dem Lehrbuch, da James Maxey sehr klassische Elemente benutzt – da ist der Drachentöter, der vom Motiv der Rache angetrieben wird; die Sonnendrachen sind in ihrer Überheblichkeit bereit, auch über Leichen zu gehen und übersehen oft genug das Naheliegende, was einigen sehr schnell zum Verhängnis wird; natürlich sind auch die Echsen untereinander uneins und machen sich mit bösen Intrigen das Leben schwer. Und nicht zuletzt gibt es natürlich diejenigen, die zwischen den Rassen stehen und vielleicht irgendwann einmal ein sehr großes Opfer bringen müssen.

So bietet die Handlung selbst keine großen Überraschungen, wer viel gelesen hat, wird die Zeichen zu deuten wissen und die Geschehnisse voraus ahnen. Etwas aufgesetzt wirken die religiösen Züge der Handlung, die trotz der flammenden Worte mancher Propheten weder Hand noch Fuß haben.

Die Figuren bleiben blass und unausgereift. Obwohl man durch Rückblenden Einblicke in die Vergangenheit von Bant Bitterholz erhält, so wird einem der Charakter dadurch doch nicht sympathischer, da ebenso wie bei den meisten anderen Figuren Tiefe fehlt.

Dennoch ist das Buch flüssig geschrieben und weist keine Längen auf, so dass man auch über das ein oder andere Logikloch hinweg sehen kann.

 

„Bitterholz“ ist die richtige Lektüre für den Strand oder eine lange Bahnfahrt, da die Zahl der Figuren überschaubar bleibt und die Geschichte nicht all zu komplex ist. Nur wer mehr als pure kurzweilige Unterhaltung erwartet, wird bitter enttäuscht.

 

Eure Meinung:


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Bitterholz

Reihe: Die Herrschaft der Drachen, Bd. 1

Autor: James Maxey

Klappbroschur - 574 Seiten

Blanvalet, erschienen März 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Gerold

Titelbild von Michael Komarck

ISBN-10: 3442266408

ISBN-13: 978-3442266401

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.05.2010, zuletzt aktualisiert: 19.08.2019 20:15