Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft (Autorin: G. Willow Wilson; Black Cat)
 
Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft von G. Willow Wilson

Reihe: Black Cat

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Felicia Hardy ist als Meisterdiebin bekannt. Doch in Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft wandelt sie auf den Spuren ihres Schwarms Spider-Man. Wie der Titel bereits andeutet, wechselt die Katze die Seiten. Doch ihre Verbrechensbekämpfungsambitionen sind gar nicht so eigennützig. Zudem erweist sich die Umsetzung gar nicht so einfach wie gedacht. Schon bald gerät die umtriebige Katze nicht nur mit einem Untoten und Alien-Drogen, sondern auch mit Gangsterboss Tombstone aneinander.

 

G. Willow Wilson ist für starke Frauenfiguren bekannt. Die Autorin setzte in den entsprechenden Reihen etwa Ms. Marvel und Poison Ivy erzählerisch in Szene. Mit Black Cat verleiht sie nun einer Figur mehr Profil, die irgendwo zwischen (Anti-)Heldin, Superheldin und liebenswerter Schurkin rangiert. Und die Katze ist auch hier der unangefochtene Star der Serie. Stilistisch erinnert das Ergebnis stellenweise an Deadpool – zumindest was selbstironische Kommentare, merkwürdige Gegenspieler oder das vereinzelte Durchbrechen der vierten Wand angeht. So ist es amüsant zu erleben, welchen Aufwand die diebische Katze auf sich nimmt, um ohne Superkräfte im engeren Sinne in Form und ansehnlich zu bleiben. Schön ist es auch, wenn sich die Hauptfigur selbst über die eigenen ellenlangen Monologe lustig macht. Insgesamt gibt es also viel zu schmunzeln. Was aber vor allem im ersten Teil fehlt, ist ein durchgängiger roter Faden, der Wilsons Ideen verbindet und die Charaktere nachvollziehbar und kohärent agieren lässt. So handelt Black Cat mal clever abgezockt, dann aber wieder erstaunlich naiv. Tombstone lässt sich als Gangsterboss von New York erstaunlicherweise auf der Nase herumtanzen oder sogar schlagen, ohne dass das echte Konsequenzen hat.

 

Für die Zeichnungen ist Gleb Melnikov verantwortlich. Der hatte unter anderem bereits Felicia Hardys Love Interest Spider-Man in dessen Serie gezeichnet. Gekonnt und attraktiv setzt der Künstler vor allem immer wieder die Hauptfigur in Szene. Gelungen sind auch die anderen Charaktere – vor allem Schurken wie Sandman, Tombstone oder ein visuell bewusst klischeehaft angelegter Vampir. Nur die Hintergründe vernachlässigt Melnikov an einigen Stellen zu sehr. So lässt er Black Cat und Co. immer wieder vor ödem Weiß auftreten.

 

Als Bonus gibt es am Ende des Bandes noch rund 20 Variant-Cover zu sehen. Dabei weiß besonders Derrick Chews Vision zu gefallen. Denn die lässt Black Cat gleichermaßen gefährlich wie geheimnisvoll wirken.

Fazit

»Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft« eignet sich vor allem für Comic-Fans, die eine starke Hauptfigur sowie skurril-komische Ideen schätzen. Diesbezüglich liefert G. Willow Wilson ab, bezüglich einer durchgehend spannenden und stimmigen Geschichte allerdings leider noch nicht. Dafür weiß das Charakterdesign von Gleb Melnikov zu gefallen, auch wenn der Zeichner andere Aspekte etwas vernachlässigt.

Platzhalter

Comic:

Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft

Reihe: Black Cat Bd. 1

Original: Black Cat #1–5, 2025

Autorin: G. Willow Wilson

Zeichner: Gleb Melnikov

Übersetzung: Carolin Hidalgo

Taschenbuch, 116 Seiten

Panini, 2026

 

ISBN-10: 3741646830

ISBN-13: 978-3741646836

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0H2M6NTCJ

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 18.08.2026, zuletzt aktualisiert: 11.09.2026 14:25, 26728