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Black-Out von Andreas Eschbach

Rezension von Christel Scheja

 

Andreas Eschbach greift in seinen Romanen für Erwachsene und Jugendliche gerne Themen auf, die eng mit unserer Wirklichkeit verbunden sind. Das trifft auch auf seine neue Serie zu, die 2010 mit „Black Out“ begonnen hat und Ende 2011 mit „Hide Out“ fortgesetzt wird.

 

Alles beginnt mit drei jungen Leuten auf der Flucht. Man spürt, dass Serenity, Kyle und Christopher ziemliche Angst haben, irgendjemandem aufzufallen. Doch sie können nicht verhindern, dass der Fingerabdruckscanner in einem Laden einen von ihnen erkennt und Alarm schlägt.

Nun bleibt ihnen nichts anderes, als so schnell wie möglich aus dieser Gegend zu verschwinden, denn sie wissen – ihnen sind ihre Verfolger schneller auf den Fersen als ihnen lieb ist. Und tatsächlich werden sie schon bald von vier Hubschraubern gestellt. So bleibt einem von ihnen nichts anderes übrig, als seine Fähigkeiten zu entfesseln.

Erst dann kann die Suche nach Serenitys und Kyles Vater. Jeremiah Jones weiter gehen. Dieser gilt als Terrorist und Mörder, weil er für ein brutales Attentat verantwortlich gemacht wird, bei dem viele Unschuldige starben – obwohl er nur eine Sache wagte – gegen die modernen Auswüchse der Technik zu wettern und dabei bewusst ihre Gefahren aufzuzeigen.

Wie sich jetzt zeigt hat er allen Grund die Öffentlichkeit zu warnen, denn der junge Deutsche Christopher, der die Geschwister begleitet, enthüllt diesen schon bald ein düsteres Geheimnis: Er ist nicht nur Computer Kidd, der Junge, der vor ein paar Jahren Aufregung wegen seiner Fähigkeit als Hacker verursacht und allen Menschen eine Milliarde US-Dollar überwiesen hat, er trägt auch seit einiger Zeit einen Chip in seinem Kopf, der ihm ermöglicht sich in Datennetze einzuklinken. Freiwillig hat er sich diesen allerdings nicht einsetzen lassen, er wurde ihm von seinen Eltern aufgezwungen.

Aus dem Versuch einer Firma, deren Besitzer mit der Familie befreundet war, die Arbeit mit dem Internet und anderen Dingen zu erleichtern ist mittlerweile wesentlich mehr geworden. Und längst sind die Träger der neuralen Verbindungen keine Individuen mehr, sondern Mitglieder eines Gesamtgedankens – der Kohärenz...

 

Man merkt sehr schnell, dass Eschbach auch bei diesem Buch sehr schnell wieder in seinem Thema ist und dieses wieder einmal sehr spannend umzusetzen weiß. Man ahnt zwar von Anfang an, dass die drei Jugendlichen ein Geheimnis haben, wegen dem sie auf der Flucht sind, aber was es ist enthüllt sich erst nach und nach.

Die Actionsequenzen der Flucht werden schon bald von Rückblenden abgelöst. Vor allem Christopher hat viel zu erzählen, enthüllt er den Geschwistern doch, warum er damals zum berühmtesten Hacker dieser Zeit geworden ist und welche Konsequenzen das für ihn und seine Familie hatte.

Der junge Deutsche hält nicht alle mit dem Geheimnis hinter dem Berg, und das ist nicht mehr so weit hergeholt, wie viele meinen mögen. Typisch für Eschbach ist, dass er nicht nur die positiven Aspekte hervorhebt, die das haben kann, sondern auch einen Schritt weiter denkt.

Was ... wenn die Menschen durch die Verbindung mit Datennetzen und anderen Gedanken ihre Individualität verlieren, wenn etwas entsteht, was einer Schwarmintelligenz gleicht? Kann das wirklich Frieden und Freundschaft bringen oder werden die Tage der Menschheit dadurch gezählt sein, weil das ausgelöscht wird, was diese eigentlich erst ausgemacht und für Entwicklungen gesorgt hat?

Eingebettet in einen actionreichen Thriller stellt Andreas Eschbach so unangenehme Fragen und lässt den Leser am Ende mit einem angenehmen Schauer und vielen Gedanken zurück. Die komplexe Geschichte ist vor allem für ältere Jugendliche interessant, da er schon gewisse Kenntnisse bei den wissenschaftlichen Erklärungen voraussetzt. Aber gerade das macht das Buch auch für Erwachsene unterhaltsam.

Auch die Figuren machen im Buch eine spannende Entwicklung durch – wirken sie zunächst noch sehr blass und klischeehaft, so ändert sich das nach und nach, auch wenn Eschbach einige Zugeständnisse an den Massengeschmack macht.

 

Alles in allem ist „Black Out“ ein Near Future Thriller, der durchaus aktuelle Entwicklungen aufgreift und die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben voll ausschöpft. Das wissenschaftliche Thema ist zudem gekonnt in eine actionreiche Handlung eingebunden, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Black Out

Autor: Andreas Eschbach

Arena-Verlag, Würzburg, erschienen 05/2010

Gebunden, 461 Seiten

Titelbild von Frauke Schneider

ISBN-10: 3401060627

ISBN-13: 978-3401060620

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 04.06.2011, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54