Black (PS2)
 
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Black

Rezension von Björn Backes

 

Die Spieleschmiede Criterion galt allgemein hin als das Nonplusultra was die Entwicklung von Referenztiteln für die Playstation 2 angeht. Dabei bewiesen die Designer in vielen Sub-Genres ein feines Händchen. Der Beat `Em Up-Klassiker „Mortal Kombat“ ging in den letzten Editionen ebenso auf die Kappe von Criterion wie einzelne Episoden von „Grand Theft Auto“. Und auch „Burnout“-Liebhaber wissen das Label ähnlich zu schätzen wie Konsolenfußballer, die mit Begeisterung den Aufstieg der „Pro Evolution Soccer“-Serie verfolgt haben. Einen Shooter hatten Criterion aber lange Zeit nicht im Programm – bis man 2006 eine wüste Orgie namens „Black“ konzipierte, die diese Lücke recht brutal, aber dennoch überzeugend füllte.

 

 

Inhalt:

Dabei ist das eigentliche Szenario eigentlich weniger spektakulär. „Black“ ist nämlich alles in allem nicht mehr als eine Vollzeitballerei, bei der unheimlich viel Schrot durch die Maschinen geht, und bei der der Body Count Zahlen erzielt, die selbst die radikalen Momente der letzten beiden „Rambo“-Missionen in den Schatten stellen sollte. Das Ganze versteckt sich hinter einer weniger innovativen, aber ganz brauchbaren Story, die ein wenig komplexer aufbereitet wurde. Als Protagonist arbeitet man für einen amerikanischen Geheimdienst und vollführt recht souverän eine Mission nach der anderen. Der per Joypad geführte Agent verwächst regelrecht mit der Organisation und ist umso erschrockener, als er während eines Einsatzes in Osteuropa feststellt, dass seine eigenen Landsmänner scheinbar auf der Gegenseite operieren – und flugs verschwindet man auch schon im Verhör und erfährt nach und nach, was genau zu dieser offenkundigen Verschwörung geführt hat.

Das Spiel verläuft nun in einzelnen Flashbacks, in denen man die jüngsten Missionen noch einmal aufarbeitet und versucht, herauszufinden, was genau zur jetzigen Situation geführt hat. Die Story läuft unterdessen weiter und führt uns immer wieder auf den heißen Stuhl, auf dem der Protagonist in der Jetztzeit ausgequetscht und über seine Motive befragt wird. Doch inhaltlich steht die Handlung nie wirklich im Vordergrund, da die Action stellenweise so heftig inszeniert ist, dass sich „Black“ ausschließlich auf den geschickten Umgang mit dem wachsenden Waffenarsenal beschränkt. Ständige Gefechte vor detailreichen, teils wirklich atemberaubenden Kulissen stehen auf der Tagesordnung, wobei sich jedes Szenario ständig weiterentwickelt. Jede Explosion und selbst jeder Querschläger nimmt Einfluss auf den weiteren Missionsverlauf, und da man grundsätzlich ständig mit der Wumme herumrennt und auch deutlich von ihr Gebrauch macht, wechseln die Bedingungen phasenweise im Sekundentakt. Die Levelaufbauten sind derweil sehr variantenreich. Fabrikhallen, das Stadtzentrum einer russischen Metropole, ein Friedhof und selbst ein nebulöser Wald wollen durchkämmt und von feindlichen Objekten befreit werden. Oder kurzum: Es geht zur Sache, und das am laufenden Band.

Was unterscheidet „Black“ nun von anderen Shootern? Gute Frage… Aber grundsätzlich ist die Atmosphäre derart dicht und mitreißend, dass man sich den einzelnen Missionen kaum mehr entziehen kann. Es sind keine revolutionären Mechanismen, und gerade im Rückblick auf die Entwicklung im Shooter-Bereich seither auch nichts, was der Markt nicht in vergleichbarer Form schon gesehen und erlebt hätte. Aber vom Aufbau der Missionen über die präzisen Jobs bis hin zur fantastisch mit der Action harmonierenden Story – Ziel ist es schließlich, möglichst viele Dokumente aufzulesen, um die Geschichte ‚rund’ zu bekommen – ist „Black“ wirklich ein Vorzeigebeispiel für einen richtig guten Shooter, zumindest inhaltlich.

 

 

Grafik/Technik:

Allerdings gibt es auch im technischen Bereich nicht viel auszusetzen, eigentlich sogar überhaupt nichts. Aufwendige Kulissen, beeindruckende Effekte, detailreiche Welten und die bereits angesprochene Atmosphäre sind das Produkt einer vollständigen Engine-Auslastung, bei denen die Entwickler bei Criterion seinerzeit an ihre Grenzen gegangen sind. Und obschon Texturen und Bewegungen sich in ihrer Darstellung weit über dem Durchschnitt im PS2-Action-Sektor befinden, bricht die Framerate in keinster Weise ein.

Grafisch zeigt sich „Black“ nicht weniger beeindruckend. Detailschärfe und ein spürbarer Hang zum Realismus ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Spielabschnitte. Da neigt man schließlich gerne wieder zum oft bemühten Referenz-Begriff – hier aber durchaus berechtigt.

 

 

Spielspaß:

Inhaltlich mögen einige Passagen zwar schon leicht verbraucht sein, da sie sich nicht sonderlich aus der Masse der Shooter-Titel abheben. Und auch die Tatsache, dass die KI in „Black“ nicht die cleverste ist, beeinträchtigt den eigentlich sehr guten Gesamteindruck ein wenig, kann aber keinesfalls verhindern, dass man sich auf kurz oder lang von den linearen, aber dennoch sehr vielseitig konzipierten Missionen in diesem Spiel in ihren Bann ziehen lässt. Die Ballereien sind sehr fein ausgeklügelt und erfordern ein gehobenes taktisches Verständnis, und da die Gefechte und Explosionen auch sehr realistisch simuliert werden, lässt man sich relativ schnell mitreißen und in die Background-Story versetzen, die insgesamt doch ein wenig mehr als schmückendes Beiwerk ist. Da der Spielumfang ebenfalls recht ansprechend ist und man durchaus ein paar Tage an der Lösung der Missionen zu knabbern hat, ist die Frage nach dem Spielspaß ebenfalls beantwortet. Er ist vorhanden, und das auf recht hohem Niveau!

 

 

Fazit:

“Black“ erfüllt seinen Job als Shooter-Premiere für die Criterion-Studios mehr als befriedigend. Bedingt durch das prickelnde Setting und die richtig starke Präsentation hebt sich „Black“ trotz aller bewährter Mechanismen ein Stückweit aus der Masse heraus und verdient daher auch eine klare Empfehlung!

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422150117458d7ac3
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Black

System: Playstation 2

Entwickler: Crite

Publisher: Software Pyramide

USK-Einstufung: Keine Jugendfreigabe gem. 14. JuSchG

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.05.2009, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 8702