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Blackcollar von Timothy Zahn

Rezension von Ingo Gatzer

 

Das Buch "Blackcollar" vereint zum ersten Mal Timothy Zahns drei Romane um die gleichnamige Elitetruppe des Terranischen Demokratischen Empire, nämlich "Die Blackcollar-Elite", "Die Backlash-Mission" sowie "Die Judas-Variante". Der Autor, der bereits 1984 den renommierten Hugo Award gewinnen konnte, dürfte für viele Science-Fiction-Fans kein Unbekannter sein. Denn der studierte Physiker schrieb nicht nur eine Reihe von Star-Wars-Romanen, sondern schuf unter anderem auch die bekannte Conquerors-Trilogie.

 

Der Roman "Die Blackcollar-Elite" spielt fast 30 Jahre nachdem das Terranische Demokratische Empire den Krieg gegen die Ryqril, eine kriegerische und technisch dem Empire weit überlegene Rasse, verloren hat. Die Außerirdischen hatten nach ihrem Sieg die Planeten der Menschen besetzt und durch loyalitätskonditionierte Einheimische verwalten lassen. Doch auf der Erde ist der Widerstand noch immer intakt. Ihr Agent Caine erhält den Auftrag unter falscher Identität zum Planeten Plinry zu reisen, um mit den dortigen Blackcollars in Kontakt zu treten. Diese "Schwarzkragen" waren im Krieg legendäre Guerillakämpfe, die nicht nur nach dem Vorbild der Ninjas gedrillt wurden, sondern zudem durch die geheime Droge "Backlash" verbesserte Reflexe und Kampffähigkeiten erhielten. Als Caine aber auf dem Planeten ankommt, muss er feststellen, dass vom Glanz der einstigen Elitetruppe wenig übrig geblieben ist: Die früheren Helden scheinen alt geworden zu sein und kaum noch kampftauglich. Als Caine aber das Ziel seiner Mission offenbart, ändert sich die Situation, denn irgendwo versteckt befindet sich ein Schatz: Fünf intakte Kriegsraumschiffe. Doch auch der von den Ryqril loyalitätskonditionierte Sicherheitsdienst schläft nicht. Es beginnt ein rasanter Wettlauf, bei dem sich Caine und die Blackcollars einen kaum überwindbaren Übermacht gegenüber sehen...

 

Das Ziel der "Backlash-Mission" ist es die verlorenen gegangene Formel für die Droge zu finden, denen die Schwarzkragen ihre übermenschlichen Kampffähigkeiten verdanken. Zwar sind Caine und andere Trainess durch eine harte Ausbildung gegangen, aber ohne Backlash werden sie niemals echte Blackcollars werden. Dazu versucht Caine mit seinem Team in eine ehemalige Basis des Terranischen Demokratischen Empire in Denver einzudringen. Doch die einheimischen Schwarzkragen entsprechen kaum seinen Erwartungen und der Sicherheitsdienst hat bald die Spur des Teams aufgenommen. Gut, dass Caine unerwartet Hilfe bekommt...

 

"Die Judas-Variante" ist der Versuch des Sicherheitsdienstes einen Spion in die Reihen der Blackcollar einzuschmuggeln. Gleichzeitig wird den Elitesoldaten ein fetter Köder vor die Nase gehalten: Ein taktisches Gefechtszentrum auf einem nahen Planeten. Wenn die militärischen Informationen aus dieser Einrichtung den Feinden der Ryqril in die Hände fallen würden, könnte dies das Ende der Besatzung bedeuten. Wie geplant macht sich ein Team der Blackcollar auf, um in das taktische Gefechtszentrum einzudringen. Werden die Elitesoldaten der Falle entrinnen können? Und was ist die Aufgabe der zweiten Gruppe von Blackcollar, die heimlich in Nordamerika landen?

 

Timothy Zahn gelingt es mit seinen Romanen den Science-Fiction-Fan zu fesseln. Das liegt vor allem an dem durchgehend hohen Spannungsniveau, das durch immer neue Wendungen der Handlung erreicht wird. Zudem punktet das Buch an einigen Stellen durch den Ideenreichtum der Autors, wodurch Farbe in die Geschichte kommt. Im dritten Roman werden zudem die einzelnen Blackcollar-Soldaten endlich etwas stärker individualisiert, was der psychologischen Glaubwürdigkeit gut tut.

 

Insgesamt hätte der Story nach Lektüre der drei Romane aber etwas mehr Abwechslung gut getan, denn das Schema ist bei allen drei Teilen recht ähnlich: Die Blackcollars versuchen an einen Schatz der besonderen Art zu gelangen (Kampfraumschiffe, Blacklash, militärische Informationen) und tricksen dabei den unüberwindlich scheinenden Sicherheitsdienst nach allen Regeln der Kunst in einem Katz-und-Maus-Spiel aus. Der geneigte Leser mag sich fragen, wie so tumb dargestellte Außerirdische wie die Ryqril es drei Jahrzehnte geschafft haben, die Menschen zu unterdrücken. Auch die loyalitätskonditionierten Sicherheitsmänner verhalten sich eher unklug, begehen haarsträubende taktische Fehler und stolpern im Gefecht auch gerne mal übereinander. Auch ist es kaum einzusehen, dass nur die Blackcollar über eine Körperrüstung namens Flexarmor verfügen, die sie nicht nur vor den Betäubungspfeilen des Sicherheitsdienstes, sondern auch teilweise vor Laserbeschuss schützen. Irgendwie scheinen die Feinde der Schwarzkragen nie aus ihren Fehlern zu lernen. Das Ende der Trilogie - das hier nicht verraten werden soll - ist zudem ziemlich abrupt und mutet eher unrealistisch an.

 

Die von Hilde Linnert und Martin Gilbert besorgte Übersetzung ins Deutsche weist leider einige Mängel auf. Gerade mit ihrer Wortwahl liegen die Beiden manchmal ziemlich daneben. So zieht beispielsweise ein Elitesoldat wohl kaum eine "Schnute", eher schon eine "Grimasse". Auch einige grammatikalischen Konstruktionen wirken etwas hölzern oder unbeholfen. Auch die Zusammenfassung der Story auf dem Buchrücken ist inhaltlich so fehlerhaft, dass man vermuten darf, dass sich der Verfasser dieses Textes nicht wirklich mit dem befasst hat, was zwischen den Buchdeckeln beschrieben wird.

 

Insgesamt bleibt "Blackcollar" für alle Freunde des Spionageromans mit Science-Fiction-Touch und im Besonderen für alle Fans von Timothy Zahn lesenswert, da es dem Autor trotz einiger Mängel gelingt, dem Leser eine spannende Story mit vielen überraschenden Wendungen zu präsentieren. Wer des Amerikanischen mächtig ist, sollte es aber lieber mit der Originalausgabe versuchen.

 

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Eure Meinung:

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Patrick
Donnerstag, 05. Februar 2009 14:53 Uhr
Habe gestern den dicken Wälzer "Blackcollar" zuendegebracht (ca.1100 Seiten).Ich muss sagen das schon länger nicht mehr ein Buch so gefesselt wie dieses. Es von vorne bis hinten spannend. Obwohl ich dem Rezensenten rechtgeben muss das der Sicherheitsdienst zum Teil wirklich dämlich anstellt und das Ende ist auch wirklich sehr knapp gehalten ist. Garantiert das Buch meiner Meinung nach fesselnden Lesespass.

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Blackcollar

Autor: Timothy Zahn

Taschenbuch - 1106 Seiten - Heyne

Erscheinungsdatum: Januar 2008

ISBN-10: 345352361X

ISBN-13: 978-3453523616

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.02.2008, zuletzt aktualisiert: 15.01.2019 09:44