Der Neptun-Verlag hat sich Autoren aus der Schweiz und ihren Werken verschieben, die man sonst wohl kaum auf dem Buchmarkt findet. So bietet Blaufalter nicht nur einen spannenden Krimi, sondern auch wahre Einblicke in eine Welt, die glücklicherweise Geschichte ist.
Linda Stahl, eine Regionaljournalistin, will in die berühmten Fußstapfen ihres Großvaters Maximilian Stahl treten und als Krimi-Autorin durchstarten. Dafür recherchiert sie in der ehemaligen Jugenderziehungsanstalt Aarborg, auf der auch er einst gewesen war.
Kaum hat er sie gewarnt, dies all zu genau unter die Lupe zu nehmen, wird der Bestsellerautor ermordet. Das bringt Linda dazu, noch genauer nachzuforschen, was sie allerdings noch mehr in Gefahr bringt, weil jemand nicht will, dass düstere Geheimnisse ans Licht kommen.
Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt, erfährt man doch durch die Aufzeichnungen Maximilian Stahls, was er Ende der 1960er Jahre in der Festung Aarborg erleben und erdulden musste, und das nicht nur durch die anderen Mitgefangenen sondern auch die Aufseher selbst.
Und scheinbar will jemand, dass diese Ereignisse nicht ans Licht kommen, die Verbrechen, die damals ihren Lauf nahmen. Die Gefahr spornt die Heldin jedoch an und am Ende kann sie wirklich die Wahrheit finden – das wird auf jeden Fall solide und glaubwürdig umgesetzt und unterhaltsam beschrieben.
Das interessante an der Sache ist aber, das viele Ereignisse tatsächlich auf einem wahren Kern und echten Erlebnissen beruhen, denn an dem Buch hat auch Werner A. Disler mitgewirkt, der zu der Zeit tatsächlich als junger Sozialpädagoge und Erzieher auf die Festung kam und einiges mit eigenen Augen miterlebte.
Das lässt die Ereignisse um so authentischer und die Figuren um so lebendiger wirken. Das macht die Geschichte zu mehr als einem Krimi, denn sie geht auf gewisse Weise auch unter die Haut und wirkt noch eine Weile nach.