Schon seit sie ihre magische Ausbildung begann, träumt Sciona Freynan davon, zur Hochmagierin zu werden. Noch nie hatte es eine Frau geschafft, in den elitären Kreis der Hochmagier aufzusteigen. Als es ihr wirklich gelingt, muss sie jedoch erkennen, dass sie damit von ihren männlichen Kollegen noch lange nicht anerkannt wird. Doch spielt das schon bald keine große Rolle mehr.
M. L. Wangs Fantasy-Roman hat es definitiv geschafft, mich zu überraschen. Das kann ich schon vorwegnehmen.
Nach einem Prolog, der sich anscheinend um eine vollkommen andere Story dreht, kommt der Leser in dem Handlungsstrang an, der nach dem Klappentext zu erwarten ist. Hier steht der ›Einbruch‹ der Protagonistin in die Männerdomäne der Hochmagier im Fokus. Allerdings erweist sich dieses Handlungselement überraschend schnell als weitgehend abgearbeitet. Für den weiteren Verlauf der Geschichte spielt das alles nur noch eine höchstens untergeordnete Rolle. Die Protagonistin wird nämlich damit konfrontiert, dass zumindest einige ihrer Kollegen anscheinend bewusst über Leichen zu gehen bereit sind.
Das Ende des Buches hat mich dann regelrecht geschockt. Ein solches Ende hatte ich nicht erwartet. Leider kann ich hier nicht detaillierter darauf eingehen, was genau mich dermaßen überrascht hat, ohne das Ende vorwegzunehmen. Jedenfalls hätte ich ein derartiges Ende in einem solchen Fantasy-Werk definitiv nicht erwartet. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, ob mir dieser Twist gefällt, ob ich eine Story, die so endet, gut finden soll.
Die Autorin (wobei das Geschlecht genau genommen nur aufgrund der Thematik geraten ist, da ich nirgends genauere Informationen über M. L. Wang finden konnte) wechselt den Erzählfokus zwischen der Protagonistin und ihrem Assistenten, der schnell zum Co-Protagonisten aufsteigt.