Blutlust (Autor: Brian Lumley, Necroscope 7) (Hörbuch)
 
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Blutlust von Brian Lumley

Hörbuch

Reihe: Necroscope Band 7

Rezension von Christel Scheja

 

Bereits über zwanzig Bände umfasset die Necroscope-Saga von Brian Lumley, die in Buchform im Festa-Verlag erscheint und nun nach und nach von LPL-Records in Hörbücher umgesetzt wird. Wie Band sechs, so wird auch Band sieben von dem bekannten Synchron-Regisseur und Schauspieler Lutz Riedel gelesen, den einige vielleicht als die deutsche Stimme von Tomothy Dalton wiedererkennen werden. Die ca. 300 min sind auf 4 CD’s verteilt, die in einer ansprechenden gestalteten, aufklappbaren Verpackung zu finden sind.

Lumley schuf mit „Necroscope“ und den Wamphyri eine moderne Variation des Vampir-Mythos, die zwar gerne auf bekannte Klischees zurückgreift, diese aber auch immer wieder verfremdet und mit Elementen der Fantasy verbindet.

Die Wamphyri sind bei ihm eine parasitäre Lebensformen, die zum Überleben und vor allem zur Fortpflanzung einen menschlichen Wirtskörper benötigen. Manchmal geschieht es auch, dass einer von ihnen sich mit einem menschlichen Partner verbindet und ein von Menschen geborenes Kind zeugt. Ein solcher „Necroscope“ ist auch Harry Keough.

 

Widmeten sich die ersten Bände der Reihe noch ihm und seinem Werdegang, sind „Blutlust“ und sein direkter Vorgänger„Das Dämonentor“ acht Jahre später und in Russland angesiedelt.

Der eigentliche Held ist nun der englische Geheimagent Jazz Simmons. Er wird von seinen Oberen zu einer entlegenen russischen Forschungsstation in den Ural geschickt. Dort wird er gefangen genommen. Zwar enthüllt man ihm dann schier unglaubliche Dinge über ein Ufo, seine Besatzung und deren Kräfte, aber er weiß auch, dass sein Schicksal damit besiegelt ist.

Denn in der Station befindet sich zudem ein „Sternentor“ - der Zugang zu einer fremden Welt voll unheimlicher Kreaturen. Ehe sich der Engländer versieht, schickt man ihn zusammen mit seinem Todfeind Karl Vyotsky durch die Sphäre auf den anderen Planeten.

Und an diesem Punkt setzt „Blutlust“ ein. Zunächst kommt es zu einem Duell zwischen den beiden Männern, die aber schnell erkennen müssen, dass die Gesetzmäßigkeiten auf dieser Welt etwas anders lauten.

Als Jazz erkennt, dass er unterliegen könnte, ergreift er die Flucht und bringt so viel Raum wie möglich zwischen sich und den Russen. Dabei verliert er allerdings die Orientierung und bringt sich selbst ohne es zu wissen in große Gefahr.

Da tritt Zekyntha „Zek“ Föner auf den Plan, eine russische Wissenschaftlerin mit telepathischen Gaben, die schon vor längerem auf diese Welt verbannt wurde und ihren eigenen Weg gefunden hat, um zu überleben. Sie schließt sich ihm an und erzählt ihm mehr über die Gefahren, Geheimnisse und Bewohner dieser Welt, die in eine Sonnen- und eine Sternenseite aufgespalten ist. Die unumschränkten Herrscher sind die Wamphyri-Lords. Die von Vampiren besessenen ehemaligen Menschen leben in den Burgen, die Jazz am Horizont in der Zwielichtzone gesehen hat und gebieten über mächtige Armeen von gehorsamen aber geistlosen Kriegern.

Die junge Frau , die von einem telepathisch begabten Wolf begleitet wird, diente einst der Wamphyri-Lady Karen und ist nun auf der Flucht vor nomadisierenden Bewohnern dieser Welt. Arlek, der Anführer eines Stammes der Traveller, will sie in seine Hand bekommen, um sie dem Wamphyri-Lord Saitis anzubieten, einem Feind ihrer ehemaligen Herrin.

Jazz kann nicht verhindern, dass sie gefangen genommen und an den mächtigen Fürsten übergeben werden. Dieser weiß sogar bereits von seiner Ankunft - da offensichtlich Karl Vyotsky genau in seine Fänge gelaufen ist...

 

Im Gegensatz zu dem doch eher schwachen sechsten Teil um „Das Dämonentor“ kann „Blutlust“ wieder voll überzeugen, den er enthält alles, was einen guten Dark-Fantasy Thriller ausmacht und auch im Hörbuch mitreißt.

Nicht nur, dass der Held in eine exotische Umgebung versetzt wurde, in dem nur das Recht des Stärkeren zählt und allen jedes Mittel recht ist um zu überleben, man erfährt auch sehr interessante Dinge über die Wamphyri, ihre Herkunft und die Machtstrukturen ihrer Heimatwelt.

Jede Menge Action ist garantiert, der Hintergrund kommt aber auch nicht zu kurz und gibt erste Andeutungen auf die sich anbahnenden größeren Konflikte, die eines Tages vermutlich auch die Erde treffen könnten.

Ansonsten ist der Verlauf der Handlung eher geradlinig und rasant, wie man ihn aus Pulp-Romanen kennt. Immer wieder halten Cliffhanger den Zuhörer in Atem und zwingen ihn einfach dazu, weiter zu hören - Verrat und Gefahren pflastern den Weg des Helden, der getreu alter Vorbilder eine Frau an seine Seite gestellt bekommt, mit dem ihm bald mehr als nur Kameradschaft verbindet, und die seine Fähigkeiten sinnvoll ergänzt.

Gerade deswegen sollte man sich auch nicht all zu viel Tiefgang erhoffen. „Blutlust“ beinhaltet zwar viele spannende Informationen, benutzt diese aber vor allem, um damit die abwechslungsreiche Handlung noch actionreicher und den schon exotischen Hintergrund noch plastischer zu gestalten.

Das tut auch Lutz Riedel, der sich mit den Stimmen sehr viel Mühe gibt und sie sehr differenziert einsetzt ohne dabei all zu sehr zu übertreiben.

 

Heraus kommt eine spannende Geschichte, die vor allem im Hörbuch auch Neueinsteiger in ihren Bann schlagen könnte, da sie durch die vielen Erklärungen durchaus einiges an Licht in die Welt des „Necroscope“ bringt.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202405281559451a5029a8
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Hörbuch:

Blutlust

gekürzte Lesung nach dem gleichnamigen Roman aus dem Festa Verlag

Autor: Brian Lumley

Regie, Produktion und Dramaturgie: Lars Peter Lueg

Sprecher: Lutz Riedel

Hörbuch auf 4 CDs, ca.300 min Laufzeit

LPL-Records/Bastei Lübbe Hörbuch, erschienen November 2007

ISBN-10: 3785734093

ISBN-13: 978-3785734094

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 17.01.2008, zuletzt aktualisiert: 24.05.2024 19:15, 5685