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Blutportale von Markus Heitz

Hörbuch

Rezension von Christel Scheja

 

Markus Heitz hat bereits mit seinen Romanen „Ritus“ und „Sanctum“ sowie „Kinder des Judas“ ein eigenes düsteres Universum geschaffen, dass zwar mit unserer Realität vergleichbar ist, in dem aber Kreaturen der Dunkelheit und andere phantastische Elemente eine wichtige Rolle spielen. Auch sein neustes Werk „Blutportale“ ist dort angesiedelt. Nach dem Roman ist nur zwei Monate später auch das entsprechende Hörbuch erschienen. Simon Jäger trägt die auf 8 CDs verteilte und ca. 577 min lange gekürzte Lesung vor.

 

Die Geschichte beginnt damit, dass Saskia während eines Degenfecht-Turniers von ihrem Gegner, dem sogenannten „Maitre“, mit der Klinge verletzt wird, was zwar nicht vorkommen sollte, aber schon einmal in der Hitze des Gefechtes vorkommen kann, auch wenn das einem Meister nicht passieren sollte.

Ihre Wunden verheilen nach der üblichen Zeit, hinterlassen aber Spuren, die wie Tätowierungen aussehen und der jungen Frau Rätsel aufgeben, denn plötzlich erwachen in ihr nicht nur telekinetische Kräfte, sondern auch die Gabe, durch Raum und Zeit zu reisen.

Will Gul, ein Blumenhändler, der im Auftrag des eigentlichen Besitzers eine Villa hütet, ist indessen völlig irritiert, als ihn eines Tages eine geheimnisvolle Frau aufsucht und ihn bittet das Anwesen, für einige Zeit im Stich zu lassen.

Er weigert sich, obwohl sie ihm viel Geld bietet, da sie keine Verbindung zu seinem Gönner nachweisen kann, nicht ein mal ein beglaubigtes Schreiben. Das hat zur Folge, dass eine Schlägertruppe seinen Laden zerstört und ihn mittellos dastehen lässt.

Um seine Kunden aus der besseren Gesellschaft nicht zu verlieren, die seine Kunst als begnadeter Florist schätzen, verlegt Will den jährlichen Empfang, den er als Florist immer ausrichtet, kurzerhand in die Villa.

Auch Saskia ist unter den Anwesenden und öffnet im Verlauf des Abends einem unerklärlichen Gefühl folgend, eine bisher verborgene Tür. Durch diese dringt ein unheimliches Wesen in diese Welt und richtet ein Blutbad unter den Gästen an.

Nur Saskia und Will entkommen dem Gemetzel. Doch nun stecken sie mitten in einem Intrigenspiel zwischen den Wesen der Dunkelheit. Eine Sekte von Teufelsanbetern will das Schwert an sich bringen, das Saskia im Eifer des Gefechts an sich gebracht hat.

In das Leben der Flüchtigen treten Werwölfe und Vampire und nicht zuletzt ein mächtiger Dämon aus uralter Zeit. Um verhindern, dass die Erde durch diese Verschwörung Schaden nimmt, müssen Saskia und Gul Artefakte finden, die über den Erdball verstreut sind, um das Schlimmste zu verhindern.

 

Markus Heitz schildert diese Ereignisse wie üblich in einem rasanten, fast filmreifen Stil, der dem Leser kaum Zeit zum Nachdenken lässt. Die Geschichte bewegt sich ohne Atempause von einer Action-Szene zur anderen fort. Daher bleibt es nicht aus, dass inhaltliche Tiefe und die Entwicklung der Charaktere kam vorhanden sind, und alles ein wenig an der Oberfläche bleibt. Selbst die Beschreibungen moderner und antiker Stätten, die die Helden auf ihrer Hatz durch die Welt(geschichte) besuchen, scheinen geben eher die Klischees aus Reiseprospekten wieder, als wirklich differenziert recherchiert worden zu sein.

Gerade im Mittelteil macht sich diese Vereinfachung unangenehm bemerkbar, wenn Saskia und Will eher orientierungslos durch die Weltgeschichte eilen und eigentlich nicht wirklich wissen, was eigentlich los ist und was sie als nächstes tun müssen oder sollen. Da kommt es dem Hörbuch zu Gute, dass es gestrafft wurde und so über die Längen und Logikfehler hinwegtäuschen kann.

Aber auch hier entsteht die Spannung nur dann, wenn Saskias unkontrollierte Aktionen eine Wendung herbeiführt, mit der man so nicht rechnen konnte. Auch sind die Grenzen zwischen Gut und Böse fließend, da sich Will vom friedfertigen Blumenliebhaber nach und nach zum rachedurstigen Jäger entwickelt. Niemand ist der, der er vorgibt zu sein, selbst die Gegenspieler zeigen hin und wieder ein Verhalten, das irritiert und gar nicht zu ihnen zu passen scheint. Glücklicherweise fallen diese Kunstgriffe bei der Lesung nicht all zu sehr auf, da die einfache Struktur des Buches dem Hörverständnis entgegen kommt. Simon Jäger erzählt die Geschichte souverän und lebendig, so dass man ihm gerne zuhört und am Ende vermutlich eher zufrieden ist, als wenn man das Buch lesen müsste.

 

Wie auch schon viele andere Hörbucher nach Romanen von Markus Heitz so bietet auch „Blutportale“ spannende Unterhaltung, die in erster Linie auf einen rasanten Handlungsverlauf, eine Menge Action und ein paar blutige Schockeffekte setzt, bei dem man aber auch nicht all zu konzentriert zuhören muss.

 

Eure Meinung:


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Hörbuch:

Blutportale

gekürzte Lesung

Autor: Markus Heitz

Sprecher: Simon Jäger

Regie: Tommy Schneefuß

Umfang: 8 CDs

Laufzeit: ca. 577 Minuten

Argon, Februar 2009

 

ISBN-10: 3866105614

ISBN-13: 978-3866105614

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 02.04.2009, zuletzt aktualisiert: 15.07.2019 20:03