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Blutsbande – Bekenntnisse einer Vampirin von Catherine Jinks

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1963 geborene australische Autorin Catherine Jinks wurde in Deutschland vor allem für ihre phantastischen Romane um Cadel, den Computercrack und das „Teuflische Genie“ bekannt. Mit „Blutsbande – Bekenntnisse einer Vampire“ gibt sie nun auch ihr Statement zu der derzeit aktuellen Welle in der Unterhaltungsliteratur ab.

 

Die Erzählerin ist Nina. Äußerlich wirkt sie wie ein Teenager von etwa 17 Jahren. Da sie allerdings bereits 1973 zu einer Vampirin gemacht wurde, ist sie heute bereits 51 Jahre alt. Ihre untote Existenz hat sie Casimir, einem wildgewordenen Blutsauger aus der alten Welt zu verdanken, der vor mehr als einem Jahrhundert nach Australien kam und dort erst von einem seiner ersten Kinder gestoppt und in einen Schlaf versetzt wurde, der allerdings nicht ewig dauerte.

Sanford, ein Arzt aus dem 19. Jahrhundert hat sich der jüngeren Vampire angenommen und ist ihnen seit 1973 wie ein Vater, zusammen mit dem katholischen Pater Ramon, der das Gute in den umgewandelten Menschen bewahren möchten.

Einem von Sanford Ersatzstoff verdanken es die Vampire, dass sie mit nur noch wenig Blut auskommen müssen und deshalb auf kleine Tiere zurück greifen können, wie etwa Meerschweinchen.

Und so ist Nina seit vielen Jahren damit beschäftigt, irgendwie weiter zu leben und nicht all zu sehr mit ihrem Zustand zu hadern, Tagträumen nachzuhängen und diese aufs Papier zu bringen und sich mit George und Dave herumzustreiten, die ebenfalls zu Vampiren wurden. Sie alle versuchen ihre Existenz geheim zu halten, so dass nur wenige davon wissen, wie etwa Ninas Mutter, da das Mädchen immer noch bei ihr lebt.

Eines Tages aber wird Casimir tot aufgefunden. Jemand hat ihn mit einer Silberkugel erschossen, so dass er nicht mehr wieder zum Leben erwachen wird. Nina, Sanford und die anderen können zwar nicht behaupten, dass sie traurig über das Ableben ihres Schöpfers sind, aber sie sind dennoch in ziemlicher Sorge.

Jemand scheint offensichtlich zu wissen, dass es Vampire gibt und hat ihnen den Kampf erklärt. Doch wer und warum?

Weil sie trotz allem weiter leben wollen, machen sich die Vampire auf die Suche nach Antworten und stoßen dabei auf so manche Überraschung.

 

Wie auch die Romane um Cadel ist auch „Blutsbande – Bekenntnisse einer Vampirin“ eine augenzwinkernde und eigenständige Antwort auf ein derzeit so beliebtes Genre. Catherine Jinks’ Blutsauger sind keine edlen und fehlerlosen Untoten mit übersinnlichen Kräften, die sogar fliegen können. Sie haben mit allerlei Schwächen und Nachteilen zu kämpfen – so fallen sie von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in einen todesähnlichen Schlaf, in dem man alles mit ihnen machen könnte, vertragen das Tageslicht nicht sonderlich und haben auch keine besonders appetitlichen Essmanieren.

Nina und Co. versuchen zwar das Beste aus ihrer Situation zu machen, bleiben aber auch sehr menschlich. Sie hadern mit ihrem Los, jammern und machen auch schon einmal üble Fehler, die ihnen später Schwierigkeiten bereiten. Sie ziehen falsche Schlüsse und dürfen ratlos sein. Dem Inhalt kommt das nicht ganz so zu gute, da die Geschichte selbst sehr durchschaubar ist und nicht wirklich einen Spannungsbogen besitzt. Auch löst sich vieles zu schnell und einfach auf, weil die Autorin schon einmal Hilfe herbei zaubert oder sich wenig überlegter Lösungen bedient.

Was den Roman aber dennoch lesenswert macht sind die lebendig geschilderten und facettenreichen Charaktere mit denen man sich sehr schnell anfreundet. Gerade Nina und ihre schräge Sicht der Welt wachsen einem sehr schnell ans Herz. Und man kommt bei den skurrilen Begebenheiten nur selten aus dem Grinsen heraus.

 

Alles in allem ist „Blutsbande“ vielleicht kein sonderlich spannender aber doch recht amüsanter Roman, der die Klischees den Genres mit einem Augenzwinkern durch den Kakao zieht ohne dabei albern zu wirken. Deshalb lohnt es sich durchaus schon einmal, einen Blick in das Buch hinein zu werfen.

 

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Blutsbande

Autorin: Catherine Jinks

Klappbroschur, 331 Seiten

dtv, erschienen Dezember 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Christa Broermann

Titelbildgestaltung von Lisa Helm

ISBN-10: 3423247797

ISBN-13: 978-3423247795

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 21.04.2010, zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46