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Bone (Taschenbuch-Ausgabe, Bd. 2)

Rezension von Martina Klein

 

"Kaum ist Grandma Bens Hof instand gesetzt, wird es schon wieder aufregend: Phoney, Smiley und Lucius werden auf dem Weg zu Lucius' Kneipe von einem Unwetter überrascht und von den Rattenmonstern angegriffen! Und auch Fone Bone und Thorn sind nicht in Sicherheit, den Grandma Ben verhält sich auf einmal sehr, sehr merkwürdig..."

 

Die drei Bone-Cousins - der stets freundliche Fone, der gerissene und geldgierige Phoney und der ziemlich dämliche dafür aber stets und ständig Zigarre-rauchende Smiley - sind fernab ihres Heimatortes Boneville in einem versteckten Tal bei Grandma Ben und ihrer Enkelin Thorn, die im Gegensatz zu den kleinen, knubbeligen (und eben an Knochen erinnernden Bones) echte Menschen sind, gelandet. Doch die beiden Frauen sind natürlich keine gewöhnlichen Menschen! So ist z.B. die alte Grandma der einzige Mensch, der jährlich beim legendären Kuhrennen gegen eine Horde wilder Rennkühe antritt – und gewinnt! Doch das nur nebenbei.

 

Alles beginnt ganz friedlich. Fone Bone liest seiner Angebeten Thorn aus seinem Lieblingsbuch „Moby Dick“ vor.

 

Doch die Gefahren sind noch nicht vorüber! Die gefährlichen Rattenmonster, die wir ja noch aus dem ersten Band kennen und die es auf die kleinen Bones abgesehen haben, sind natürlich immer noch hinter ihnen her. Angeführt werden sie dabei von einer mysteriösen vermummten Gestalt im Kapuzenumhang, die Phoney Bone, der der Kernpunkt des Interesses ist, nur den „Sternträger“ nennt und unbedingt zu fassen kriegen will, wovon dieser jedoch (noch?) nichts ahnt...

 

Und Thorn hat immer noch die schlimmen Albträume von Drachen und so, die wir ja auch schon kennen. Inzwischen hat auch Fone Bone Albträume. In einem davon träumt er von Moby Dick. Alles ist sehr unheimlich und endet mit dem großen, roten Drachen, der in Fones wirklichem Leben, immer mal wieder auftaucht, und ihn aus brenzligen Situationen mit den Rattenmonstern rettet, seit er in dem geheimnisvollen Tal gelandet ist.

 

Thorn denkt, dass ihre und Fones konfuse Träume kein Zufall sein können, sondern eine Bedeutung haben müssen. Denn zu allem Übel weiß der Drache, der in Fones Traum aufgetaucht ist, auch noch von Fones Traum, bevor ihm Fone davon erzählen konnte – sehr unheimlich, wie Fone findet...

 

Indes kommen die drei Bones mit dem einfachen Landleben auf Grandma Bens Hof nicht klar. Als sie ein paar Hühner für das Abendessen schlachten sollen, fallen sie prompt in Ohnmacht.

 

Als die nach dem letzten Rattenmonster-Angriff notwendig gewordenen Reparaturarbeiten an Grandma Bens Haus fertig sind, fährt ihr alter Freund Lucius, der ihr dabei geholfen hat und der im nächstgelegenen Dorf Barrelhaven die gleichnamige Bar betreibt, mit Phoney und Smiley Bone, die ihm ja immer noch ihre Zeche schulden und noch dazu die Schulden, die durch das Debakel beim Kuhrennen (siehe dazu Band 1) entstanden sind, zurück nach Barrelhaven, wo die beiden Bones wieder weiter in seiner Bar ihre Schulden abarbeiten sollen. Fone Bone hingegen bleibt erst mal bei Thorn und Grandma Ben.

 

Lucius und die beiden Bones geraten unterdes auf ihrer Fahrt nach Barrelhaven nicht nur in ein Unwetter, sondern auch unversehens in einen Hinterhalt der Rattenmonster. Sie wollen "die Kreatur mit dem Stern auf der Brust", den sie nur den "Sternträger" nennen - also Phoney Bone mit seinem Pullover, auf dem ein großer Stern prangt. Warum eigentlich sie den kleinen Bone wollen, erfährt man vorerst nicht...

 

Währenddessen beschließen Thorn und Fone Bone, über ihre seltsamen Träume zu sprechen. Als Grandma Ben mitbekommt, worüber die beiden reden, reagiert sie sehr merkwürdig, und wird wirklich (!) böse...! Doch in Wirklichkeit hat sie nur Angst um ihre Enkelin Thorn...

 

Zur gleichen Zeit gehen Lucius, Phoney und Smiley zu Fuß weiter durch den strömenden Regen, da sie bei dem Rattenmonster-Angriff ihre Kutsche eingebüßt haben. Doch selbst das kann dem stets grinsenden Smiley nicht die Laune verderben!

 

Phoney, der ja bekanntlich immer glaubt, alles besser zu wissen, und Lucius schließen eine Wette darüber ab, wer von ihnen beiden eine Bar wie das "Barrelhaven" besser führen kann. Dazu wollen sie den Tresen in der Bar in der Mitte aufteilen, so dass jeder der beiden eine Hälfte bekommen kann. Das nächste Chaos ist also vorprogrammiert...

 

Grandma Ben, Thorn und Fone Bone sind unterdessen in ihrem heftigen Streit in den vom Unwetter durchgeschüttelten Wald gelaufen. Dort wimmelt es von Rattenmonstern! Als Grandma Ben eines von ihnen tötet und Fone darüber ganz entsetzt ist, herrscht sie ihn an: "Was glaubst du, wo du bist? Sicher zuhause in Boneville? Es wird Zeit, dass du begreifst, dass das kein Spiel ist, Bone!" Das sitzt!

 

Als Fone den Drachen zu Hilfe rufen will, der ihm ja schon so oft im Kampf gegen die Rattenmonster geholfen hat, unterbricht Grandma Ben ihn rüde. Man - und ganz besonders Fone! - fragt sich, was sie und der Drache wohl noch für eine Rechnung miteinander offen haben...

 

Doch der Drache kommt trotzdem und verjagt die Rattenmonster. ... Und verschwindet dann, als er Grandma Ben entdeckt hat, so schnell, wie er gekommen ist.

 

Obwohl es ihr nicht leicht fällt, entschuldigt sich Grandma Ben bei Fone Bone dafür, wie sie ihn behandelt hat und dass sie ihm Unrecht getan hat. Daraufhin zeigen Fone und Thorn ihr die Karte, die Fone am Anfang der Geschichte in der Wüste gefunden hat und die Thorn einst als Kind gezeichnet hat.

 

Und endlich erzählt Grandma Ben den beiden und somit auch uns ihre Geschichte, die sie all die Jahre vor Thorn geheim halten wollte...: Alles fing im "Großen Krieg" um das Tal an, das die Rattenmonster unbedingt von den Menschen erobern wollten. Die Grandma musste Thorn damals, als die Enkelin noch ein kleines Kind war und ihre Eltern gerade verloren hatte, in Sicherheit bringen, weil Krieg herrschte - und zwar zu dem besagten Drachen! Thorns Eltern waren der König und die Königin des damaligen Königreiches Atheia, und Grandma Rose Ben die Mutter der Königin. Thorn ist also ein Prinzessin! Das königliche Paar geriet damals in einen Hinterhalt der Rattenmonster, als es versuchte, mit der kleinen Tochter Thorn zu fliehen. Grandma gelang es schließlich, das Kind in Sicherheit zu den Drachen zu bringen. - Das erklärt Thorns Albträume! Sie fragt sich: "Wie kann das sein?! Wie kann ich von Dingen träumen, die mir passiert sind, mich aber nicht erinnern, dass sie passiert sind?!"

 

Thorn ist entsetzt! Also hat ihre Grandma sie die ganze Zeit versteckt, um sie beschützen! Und nun, da der Drache zurück ist und die Rattenmonster mobil machen, scheint ein neuer Krieg unausweichlich...!

 

Währenddessen und von den dramatischen Veränderungen im Leben der Bewohner von Grandma Bens Hof (noch?) völlig unberührt beginnen Phoney Bone und Lucius im "Barrelhaven" mit ihrem Wettbewerb, wer von ihnen beiden der bessere Wirt ist. Und natürlich machen sich die Bones gleich wieder unbeliebt bei der Dorfbevölkerung. Und dann verplappert sich Smiley Bone auch noch und erwähnt den großen, roten Drachen, den er durch seinen Cousin Fone kennt. Die Kneipengäste werden hellhörig. Phoney sieht prompt seine Chance auf einen finanziellen Riesengewinn:

Die Angst der Dorfleute vor dem Drachen ausnutzend behauptet er, ein großer Drachentöter zu sein, und bietet ihnen seine Dienste an.

 

Im folgenden euphorischen Tumult erscheint ein Fremder in der Bar...: Grandma Ben und Thorn sind in Gefahr! Die Rattenmonster scheinen hinter ihre wahre Identität gekommen zu sein! Sie müssen fliehen...! ... Und damit endet dieser zweite Band der Reihe!

 

Am Anfang gibt es – sehr positiv und wirklich hilfreich bei der komplexen Geschichte! – eine ausführliche Kurzzusammenfassung des ersten Teils und ein umfangreiches „Who’s Who“ der wichtigsten Figuren.

 

Die Erzählweise dieses "Comicromans" ist wirklich gut, es gibt immer mehrere parallele Erzählstränge. Dadurch wird es nie langweilig. Trotz all der Dramatik kommt der Humor nie zu kurz! So sind z.B. die Dialoge rund um den geldgierigen Phoney Bone, der nicht nur zufällig an den berühmten Enterich Dagobert Duck aus den Disney-Comics erinnert, wirklich echt witzig!

 

Und auch zeichnerisch ist die Geschichte rund um die Bone-Cousins brillant umgesetzt. Die Strichführung des klassischen Zeichenstils, der an Comics wie die von Carl Barks denken lässt, ist einfach und sehr kraftvoll. Besonders am Anfang bei dem Unwetter im Wald mit alle seinen Blitzen sind die Bilder durch die starken Kontraste wirklich sehr ausdrucksstark.

 

Nicht umsonst wurden die „Bone“-Comics von Jeff Smith mit zahlreichen Preisen wie dem Eisner Award und dem Harvey Award prämiert.

 

Fazit:

 

Wenn man Comics mag, wird man „Bone“ lieben! Also unbedingt lesen!

 

Eure Meinung:


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Comic:

© by Jeff Smith

Bone (Taschenbuch-Ausgabe, Bd. 2)

Story & Zeichnungen: Jeff Smith

Format: Softcover, broschiert

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 186 Seiten

Altersangabe: ab 10

Verlag: Tokyopop

Erschienen: Februar 2007

ISBN-Code (13):

978-3-86580-792-2

ISBN-Code (10):

3-86580-792-5

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 11.08.2007, zuletzt aktualisiert: 25.02.2015 08:04