Weiter geht es mit der Roman-Adaption einer weiteren großen Rollenspielkampagne aus der Welt des Schwarzen Auges. Lena Falkenhagen und Thomas Finn erzählen in „Bote der Finsternis“ nun neue Abenteuer ihrer Heldengruppe Im Schatten Simyalas.
Der Adlige Wulfhards, der Halbelf Lindion, die Jahrmarktszauberin Franja und nicht zuletzt auch die thorwalsche Skaldin Eyvin sind in Berührung mit den dunklen Anhängern des Namenlosen Gottes gekommen und versuchen heraus zu finden, was wirklich hinter den Kulissen vor sich geht.
Dafür müssen sie sich aufteilen. Während Eyvin weiteren Spuren ihres Vaters folgt und einen Fluch los zu werden versucht, Lindion in einem verborgenen Elfendorf landet, begeben sich Franja und ihre neue Begleiterin nach Punin. Denn jemand hat es auf ein Artefakt abgesehen, dass angeblich aus der uralten Stadt Simyala stammt.
Und natürlich bleibt auch Wulfhardt nicht außen vor und ist auf einer eigenen gefährlichen Mission, um einen weiteren Schlüssel zu der versunkenen Elfenstadt zu finden. So bleibt auch die Struktur der ursprünglichen Abenteuer gewahrt, auch wenn hier einige Aktionen zeitgleich ablaufen. Die Feinde zeigen nun viel offener ihr Gesicht als vorher und Eyvin muss mit einer erschütternden Erkenntnis zurecht kommen, was sie zusätzlich schwächt.
Die Helden erleben zwar teilweise ziemlich üble Rückschläge, erhalten aber auch weitere wichtige Informationen, die sie ihrem Ziel ein Stück näher bringen. Allerdings sind ihnen ihre Feinde ganz offensichtlich überleben und immer noch ein gutes Stück voraus.
Die Handlung ist unterhaltsam und actionreich ausgebaut, als Neueinsteiger kommt man auch gut in die Handlung, da wichtige Informationen im Verlauf der ersten Kapitel noch einmal sauber zusammen gefasst werden.
Man merkt, dass Lena Falkenhagen und Thomas Finn lange an der Welt Aventurien mitgearbeitet haben, denn sie wissen die richtige Atmosphäre aufzubauen und auch kleine aber feine Details einzubauen, die den langjährigen Spieler erfreuen, aber auch keine Fragen für den Nicht-DSA-Fan aufwerfen.
Alles in allem wird die Geschichte solide erzählt. Man fühlt sich wie ein Teil der Heldengruppe, die in dieser Phase der Kampagne noch im Hintertreffen ist und erst einmal weitere Informationen sammeln muss. Das Abenteuer wird solide erzählt, es gibt keine Längen.
Die Haupt-Figuren sind auch nicht mehr ganz so blass wie am Anfang, denn sie erhalten nun auch mehr Hintergrund, der ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbarer und sie so ein wenig vielschichtiger und lebendiger macht.