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Box of Spirits, Band 3

Rezension von Christel Scheja

 

Der dritte Band von „Box of Spirits“ weicht auch diesmal wieder von dem üblichen mehr auf Action getrimmten Kampf gegen Geister und Dämonen ab, denn die übernatürlichen Elemente bleiben auch diesmal eher verhalten, sind aber dennoch ziemlich präsent, auch wenn die Helden nur ihre Auswirkungen entdecken.

 

Alles begann mit zwei Außenseiterinnen und einem schweren Zugunglück, bei dem eines der Mädchen auf die Zuggleise stürzte und überfahren wurde. Zwar überlebte sie schwer verletzt, aber ihr Zustand ist kritisch – und nun ist sie auch noch verschwunden – angeblich in eine Spezialklinik verbracht worden.

Kommissar Kiba, der zufällig in dem in Mitleidenschaft gezogenen Zug war, übernimmt auf eigene Faust die Ermittlungen, denn er hat schon das Gefühl, das alles irgendwie mit den Serienmorden zu tun hat, die sein Revier in Tokio schon eine ganze Weile erschüttern. Gemeinsam mit dem Autoren Sekiguchi und dem Spiritisten Kyogokudo sucht er nach Spuren, denn das andere Mädchen behauptet steif und fest, dass ein dunkel gekleideter Mann ihre Freundin auf die Gleise geschubst habe.

Ein Wandermönch, der die Sünden der Menschen in Form von Geld in Kisten sammelt, gerät zunächst unter Verdacht und so machen sie sich daran, das Geheimnis um ihn und seine Sekte zu ergründen, wobei sie eine Überraschung erleben.

Schließlich fällt ihr Blick doch wieder auf die Welt des Übersinnlichen. Ausgerechnet Kyogokudo ahnt nun, dass sie im Begriff sind, sich mit Mächten anzulegen, die gefährlicher als alle anderen Geister sind, die Mouryo. Und auch in der realen Welt wagt es, der Serienmörder wieder, in Erscheinung zu treten und sich ein ganz besonderes Opfer auszusuchen.

 

Man merkt das es sich die Künstler nicht gerade einfach machen, denn auch der dritte Band von „Box of Spirits“ nimmt sich die Zeit, die Geschichte weiter auszugestalten und durch die komplexe Mythenwelt Japans und Chinas zu führen. Dadurch vermitteln sie auch einige sehr interessante Hintergründe, die man gerade im Westen noch nicht so recht kennt.

Zwar bremst das die Suche nach den Schuldigen an dem Unglück und dem Mörder auch diesmal wieder ziemlich aus, aber man wird auch den Verdacht nicht los, dass das vermittelte Wissen durchaus noch einen Sinn haben wird.

Die Figuren dagegen bleiben weiter blass, sind Schachfiguren der Erzählung, die sich an die ihnen zugewiesenen Orte bewegen. Kommissar Kiba ist nicht mehr der Einzige, der nach der Wahrheit sucht und deshalb ziemlich in den Hintergrund gerückt – am meisten bleibt tatsächlich noch der ruppige Spiritist Kyugokudo im Gedächtnis, der vor allem durch seine zynischen Äußerungen und sein finsteres Äußeres aus der Masse der anderen Gestalten heraus ragt.

Tatsächlich ist man als Leser auch diesmal wieder gefordert, zwischen den Zeilen zu lesen und sich von den eher im Hintergrund ablaufenden Ereignissen mitreißen zu lassen.

 

Damit hält „Box of Spirits“ seine Qualität auch im dritten Band nicht und beweist weiter, das ein echter Mystery-Manga nicht nur aus Action, Horror und coolen Sprüchen bestehen muss, sondern auch einmal mit einer komplexen Geschichte und interessanten Enthüllungen, die zum Mitdenken auffordern, fesseln kann.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Box of Spirits (Band 3)

Autor: Natsuhiko Kyogoku

Künstler: Aki Shimizu

Mouryo no Hako, Vol. 3, Japan, 2007

Aus dem Japanischen von Yuko Keller

Taschenbuch mit 8 Farbseiten, 223 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen Januar 2014

ISBN-10: 3842008996

ISBN-13: 978-3842008991

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 03.02.2014, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40