Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Boy 7 von Mirjam Mous

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1963 geborene Mirjam Mous arbeitete früher als Sonderschullehrerin, bis sie sich dazu entschied Vollzeit-Autorin zu werden. „Boy 7“ ist einer ihrer aktuelleren Mystery-Thriller für jung und alt.

 

Ein Junge erwacht auf einer Wiese. Er weiß nicht, wie er dorthin gekommen ist und woher er eigentlich kommt. Nicht einmal seinen Namen kennt er. In seiner Hosentasche findet er ein Handy, einen Schließfachschlüssel und den Werbezettel eines Schnellrestaurants. Auf dem Mobiltelefon ist eine Nachricht die ihn irritiert, denn sie stammt von ihm selbst. Es handelt sich um eine Warnung: Wende dich nicht an die Polizei. Vertraue niemandem, nicht einmal dir selbst.

So geht er dem einzigen anderen Hinweis nach und lernt so im Restaurant Lara kennen, die sich netterweise ein wenig um ihn kümmert und auch dabei unterstützt, mehr über sich heraus zu finden. So lange nennt er sich eben Boy Seven – nach dem Namen, der auf der Kleidung stand.

Es dauert eine ganze Weile das Schließfach zu finden. Dort entdeckt der Junge neben einem USB-Stick auch ein Notizbuch und bekommt erstmals Zweifel, ob er seiner Helferin wirklich trauen kann.

Denn die Lektüre seiner eigenen Notizen enthüllt Unglaubliches, das so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit gebracht werden muss. Doch ist Lara überhaupt daran interessiert.

 

Auch wenn die Geschichte in der Gegenwart spielt, so hat sie doch utopische Züge. Auffällig gewordene Jugendliche werden hier zur Versuchskaninchen einer privaten Einrichtig. Erst versucht man sie durch Gleichschaltung in Kleidung, einen gleichförmigen Tagesablauf, Strafen und Gepräche zu konditionieren und jegliche Individualität zu ersticken.

Erst wenn sich die Weißkittel sicher sind, wie sie ihr Opfer einzuschätzen haben, gehen sie einen Schritt weiter und nehmen ihnen nun komplett die Freiheit des eigenen Willens...

Wie das soll hier nicht verraten werden – aber das ganze ist sehr dystopisch gehalten, so dass auch der Leser tief Luft holt, wenn ihm das volle Ausmaß des Verbrechens an den Jungen bewusst wird.

Bis es so weit ist, muss er mit Boy Seven zittern und darf die Enthüllungen genießen, die ihn langsam aber sicher an den Anfang des Buches zurück führen. Man merkt sehr genau, dass Mirjam Mous sich mit der Psyche von Jugendlichen auskennt, die ein wenig anders als der Rest sind, denn sie trifft deren Verhalten und Gefühle sehr genau und lässt sie dadurch um so lebendiger und die Experimente an ihnen um so grausamer wirken.

Die Geschichte ist zwar sehr geradlinig, bietet aber auch noch einen überraschenden Twist am Ende, mit dem man nicht so rechnet. Auch die Spannung wird von Anfang bis Ende gehalten, da kein Wort zu viel ist.

 

Alles in allem erweist sich „Boy 7“ als erschreckend realitätsnaher Mystery-Thriller, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber doch ein altvertrautes Thema sehr modern und einfühlsam behandelt und Leser jeden Alters zu fesseln vermag.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Boy 7

Autorin: Mirjam Mous

Original: Boy 7, NL 2009

Arena-Verlag, Januar 2011

Taschenbuch, 270 Seiten

Übersetzerin: Verena Kiefer

Titelbild: Frauke Schneider

 

ISBN-10: 3401065629

ISBN-13: 978-3401065625

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 29.05.2011, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53