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Brandmal von Craig Russel

Rezension von Chris Schlicht

 

Rezension:

Vor 1600 Jahren in einem ostfriesischen Moor, Tag und Nachtgleiche

Bei einem Ritual wird ein Mann getötet, um ihm den Weg zur Wiedergeburt zu öffnen. Doch das Moor verschlingt ihn auf lange Zeit und färbt sein blondes Haar rot.

 

Hamburg, Oktober 1985

Auf dem Bahnhof Nordenham kommt es zu einer Schiesserei. Der Rote Franz, Chefaktivist einer Splittergruppe der RAF wird von den anderen Angehörigen seiner Gruppe verraten, weil er sich nicht zurückziehen und ein neues Leben beginnen wollte, so wie sie. Bei dem Schusswechsel sterben der Rote Franz, seine Frau, der Mann der ihn der Polizei auslieferte und ein Polizist. Der kleine Sohn des Terroristen muss alles mit ansehen.

 

Hamburg, 2005

Ein Umweltaktivist wird auf grauenvolle Art ermordet. Der Täter skalpiert ihn, färbt die Haare feuerrot und drapiert den Skalp an der Badezimmertür. Doch was wohl als Zeichen verstanden werden soll, wird gründlich missdeutet, als die Putzfrau des Toten das Chaos entdeckt. Die schwer psychisch gestörte Frau fängt an, das Chaos zu beseitigen. Dabei wird sie vom Freund des Toten erwischt und für die Mörderin gehalten. Erst ein zweiter Mord an einem Wissenschaftler nimmt diesen Verdacht von ihr und der Mörder erhält von der Polizei unerwünschte Publicity. Angst geht um.

 

Hauptkommissar Fabel steht vor einem Rätsel. Das zweite Opfer war ein völlig zurückgezogen lebender Genetiker, von dem nicht einmal ein anständiges Foto existierte. Sein Forschungsbereich scheint auch keinen Aufschluss zu geben über den Grund der Ermordung, denn er forschte an dem genetischen Gedächtnis in der Vererbung. Zwischen den beiden Opfern besteht scheinbar keine Verbindung, so dass, als die Presse von diesem sinnlosen Schlachten erfährt, Angst in Hamburg umgeht.

 

Doch Fabel ist sich sicher, dass es eine Verbindung geben muss, denn für ihn ist der Mörder viel zu zielgerichtet und sauber vorgegangen. Er hat nicht die geringste Spur hinterlassen, außer einem abgeschnittenen roten Haar und eben dem Symbol des rot gefärbten Skalps. Während er und seine Truppe sich nebenbei auch noch mit einem gefährlichen ukrainischen Menschenhändler und seiner mafiösen Organisation herumschlagen müssen, beginnt Fabel, nach dieser Verbindung zu suchen.

 

Die Spur führt zu den wilden Jahren so manches Politikers, zur RAF und deren Nachfolgeorganisationen. Die Opfer scheinen zumindest Sympathisanten gewesen zu sein, doch waren sie auch noch mehr? Ein paar anderen Personen, die diese Zusammenhänge kennen, bemerken auch die Gefahr für sich selbst. Alle haben inzwischen Positionen erreicht, in denen es schon gefährlich werden kann, wenn jemand sie zueinander in Verbindung bringt.

 

Da taucht ein geheimnisvoller junger Mann bei der Ex-Freundin einer dieser Männer auf, die sich als New-Age-Guru selbstständig gemacht hat und erzählt ihr etwas von Wiedergeburt und das sie sich aus einer anderen Zeit kennen würden. Ist er wirklich die Wiedergeburt des Mannes aus dem Moor und die des getöteten Terroristen? Kann man als Mörder wiedergeboren werden?

 

 

Da wird das dröge Hamburg aufgemischt und das auch noch von einem Briten. Aber man erkennt, dass Craig Russel die Stadt, das Land und seine Leute kennt, er spricht ja auch fließend deutsch und wurde für seine Krimis um den Hauptkommissar Jan Fabel vom Innensenator und dem Polizeichef von Hamburg ausgezeichnet. Zu recht.

 

Auch Russels Alter Ego Jan Fabel hat britische Wurzeln und so passt das alles wieder zusammen. So gut wie ein Thriller mit einem mystischen Element funktionieren kann, wenn alle Charaktere trotz der teilweisen Extreme absolut glaubwürdig dargestellt werden. Es gibt keine Schwarzweiß-Malerei, jeder Mensch hat seine Graustufen und seine zwei Seiten, ganz wie man es nachvollziehen kann. Dazu kommen die Beschreibung der Settings, die auch dem ortsunkundigen Leser das rechte Gefühl für das Milieu weitergeben, in dem sich die Protagonisten gerade bewegen.

 

Russels Schreibstil zieht den Leser ins Geschehen und lässt ihn atemlos an der Jagd auf den Serienmörder teilhaben. Dabei kommt das Privat- und Gefühlsleben der Hauptakteure trotzdem nicht zu kurz und man fühlt mit ihnen.

 

Fazit:

Fantastische Thrillerkost, die Gänsehaut und spannende Leseabende verspricht. Und sie reizt, sich auch die beiden anderen Kommissar Fabel-Bücher zu beschaffen, Wolfssfährte und Blutadler.

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Buch:

Brandmal

Autor: Craig Russel

Übersetzer: Bernd Rullkötter

Ehrenwirth, 15. Januar 2008

Gebundene Ausgabe, 416 Seiten

Umschlaggestaltung: Stefan Matlik

 

ISBN-10: 3431037275

ISBN-13: 978-3431037272

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.04.2008, zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46