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Brandoll

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Brandoll“ möchte die japanische Mangaka Ryo Takagi in die Fußsstapfen ihrer „Game“-Reihe treten, die sich ganz und gar dem Genre der Boys Love gewidmet hat, wenn auch in einem Fantasy-Umfeld.

 

Fen Ditory ist es gelungen, die Aufnahmeprüfungen für die Eliteeinheit SDF zu bestehen und soll sich nun bei den Spezialagenten melden, deren Dienststelle sich im weitläufigen Königspalast befindet. Hoch motiviert macht er sich auf die Suche und verläuft sich prompt. Als er schon glaubt, den richtigen Raum gefunden zu haben, bekommt er jedoch einen Schock, denn das Büro ist voller niedlicher Plüschtiere und zwei Männer, die sich dort aufhalten, scheinen auch noch mit ihnen zu spielen.

Er will sich schnell davon machen, wird aber von den Anwesenden und einem Neuankömmling festgehalten. Sie behaupten nun, dass sie zu einer absolut streng geheimen Eliteeinheit gehören, die auf Befehl des Königs ganz besondere Puppen und Plüschtiere einsammeln, die sogenannten „Brandolls“.

Da Fen das Geheimnis entdeckt hat, bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten: Entweder er schließt sich der illustren Truppe an, oder aber er landet wegen Hochverrats im Kerker, was zweifellos Folter und Hinrichtung mit sich bringen wird.

Aus diesem Grund fügt sich der junge Mann mehr oder weniger zähneknirschend in sein Schicksal und macht sich von nun an mit den anderen Männern auf die Jagd nach dem Puppen und Plüschtieren. Schon bald stellt sich heraus, dass das gar nicht so einfach ist, wie er dachte. Denn auch wenn eine Adlige ihr Spielzeug nach ein wenig Gezicke freiwillig abgibt, ein Erzbischof enthüllt dabei eher düstere Seiten und wird zu einer echten Bedrohung. dann ist da der all zu lebendige Grund der den König dazu bewogen hat, die Spezialeinheit zu gründen...

 

Auch wenn man bei Ryo Takagis Mangas in erster Linie Boys Love erwartet und keine Fantasy, ist das Verhältnis bei „Brandoll“ genau umgekehrt. Die Geschichte enthält keine typischen Elemente des Genres. Zwar sind die Figuren einander in Freundschaft verbunden und gehen miteinander um als seien sie enge Kumpels, aber man hat da nicht den Eindruck, dass da mehr ist, sie auch noch sexuell aneinander interessiert sind.

Die Geschichte erweist sich letztendlich sich eher als Komödie mit einem ordentlichen Schuss Fantasy, auch wenn hier ebenfalls wieder die Schwäche der Künstlerin deutlich wird - der Hintergrund bleibt schwammig und man kann sich nicht wirklich in die Gesellschaft hinein denken. Auch magische Momente bleiben eher selten, denn die Stoffpuppen sind auch nicht viel mehr als Spielzeuge.

Im Mittelpunkt steht die Interaktion der Charaktere miteinander. Allerdings sollte man nicht unbedingt Charakterentwicklung oder Tiefe erwarten, auch die Action und das Abenteuer sind stark heruntergefahren, da die Aufklärung der Bedeutung der Brandolls nur oberflächlich abgehandelt wird.. Tatsächlich werden die wenigen Konflikte mit Humor oder sollte man besser sagen – Klamauk – gelöst. Die ganze Zeit über spielt das Zwischenmenschliche die größte Rolle, aber wenigstens nimmt sich die Geschichte von Anfang bis Ende nicht besonders ernst, das mehrt man auch am leichten und lockeren Zeichenstil der Mangaka.

 

„Brandoll“ ist zwar keine Boys Love, erzählt aber eine abgedrehte wenn auch harmlose und seichte Fantasy-Story. Leider erweist sich diese auch noch als nicht sonderlich spannend, so dass allenfalls die hübschen Zeichnungen und der schräge Humor den interessierten Leser ansprechen kann.

Eure Meinung:


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Comic:

Brandoll

Autorin & Künstlerin: Ryo Takagi

Brandoll, Japan 2010

Ema, erschienen Mai 2011

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Übersetzung aus dem Japanischen von Claudia Peter

ISBN-10: 3770474929

ISBN-13: 978-3770474929

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 05.06.2011, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40