LJ Andrews ist eine vielbeschäftigte Autorin, das merkt man auch an dem Ausstoß an Werken, die derzeit in Deutschland erscheinen. Immerhin schließt die mit dem zweiten Band nun auch ihre Reihe um die Broken Kingdoms ab, die sie bewusst in einem nordischen Umfeld angesiedelt hat.
Der machtgierige König Damir strebt nach der Macht des ersten magischen Königs von Stikandr und hat deshalb die junge Knochenwirkerin Lyra mittels seines Attentäters Rourke in seine Gewalt gebracht, da ihre Gabe eine besonders mächtige Ausprägung besitzt. Immerhin gibt ihr das die Gelegenheit mehr zu erfahren, bevor sie flieht.
In ihr altes Leben kann sie nicht mehr zurück kehren, aber wohin? Und vor allem, wem kann sie jetzt noch trauen, nachdem der Mann, in den sie sich verliebt hat, sie angelogen und betrogen hat? Doch schon bald muss sie eine Entscheidung treffen, um Schlimmeres zu verhindern.
Man merkt, dass die Autorin sehr erfahren in ihrem Genre ist und auch in diesem zweiten Band sehr genau weiß, welche Strippen sie zu ziehen hat, um Spannung zu erzeugen und die Handlung voran zu treiben. Dabei baut sie immerhin auch den Hintergrund etwas weiter aus, so dass dieser weniger schwammig als im ersten Band ist.
Die wichtigen Weichen werden gestellt, es gibt actionreiche Momente und Drama, aber dennoch spielt das Beziehungsgeplänkel eine etwas größere Rolle. Immerhin müssen sie und ihr Auserwählter wieder zusammen finden, da sie natürlich inzwischen mehr verbindet als vermutet.
Das sorgt natürlich auch für die entsprechenden leidenschaftlichen Momente, die der Romantasy die richtige Würze geben. Immerhin darf Lyra viel Initiative zeigen und muss nicht all zu oft gerettet werden. Die Charakterentwicklung bekommt noch einmal einen Schub, so dass man das Buch am Ende auch zufrieden zuklappt.
Alles in allem liefert Andrews hier einen soliden und perfekt nach Drehbuch geschriebenen Roman ab, der all die Versatzstücke bietet, die Leser bei Romantasy erwarten, aber auch der Magie und dem Hintergrund einen gewissen Stellenwert einräumt und diese nicht nur als exotisches Beiwerk einbaut.