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Brotherhood of Blood (DVD; Horror; FSK 18)

Filmkritik von Christel Scheja

 

 

Vampire sind in aller Munde und vor den Augen vieler, denn wie auf dem Buchmarkt, so haben sie auch im Horror-Film noch nicht ausgedient, auch wenn die Themen, die noch nicht mehrfach verfilmt wurden, langsam selten werden. Wenn ein Film über die Blutsauger heute noch gegen „Blade“ und andere Thriller oder Schocker ankommen will, muss er entweder besonders brutal sein oder aber einen ungewöhnlichen Schwenk in der Handlung aufweisen.

Diesen Spagat versuchen auch Michael Roesch und Peter Scheerer mit ihrem Streifen „Brotherhood of Blood“. Man merkt den Einfluss von Uwe Boll, für den sie schon mehrere Drehbücher wie das zu „Schwerter des Königs“ oder „Bloodrayne“ geschrieben und die Rolle der Produktionsleiter übernommen haben.

 

Seit Vampire ihren Geliebten zu einem ihresgleichen gemacht haben, ist Carrie Rieger eine Vampirjägerin. Zusammen mit Keaton und anderen spüren sie die Blutsauger auf, wenn sie am verwundbarsten sind und vernichten sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. So bleibt ihnen nicht verborgen, dass seit einiger Zeit etwas seltsames hinter den Kulissen vor sich geht. Denn die Vampire sind nervöser und aggressiver als sonst, sie brechen alte Abmachungen und rotten ganze Gruppen von Jägern aus, so als hätten sie Aufwind oder Angst bekommen.

Zudem scheinen sie es auch auf einen Fotografen abgesehen zu haben, der scheinbar gar nichts mit der Sache zu tun hat. Carrie, die ihm zufällig das Leben rettet und nun besser kennen lernt , erfährt, dass die Vampire seinen Bruder in ihrer Gewalt haben.

Um mehr zu erfahren, nehmen die Jägerin und ihr Kamerad den alten Vampir Stanis gefangen, der von einer großen Gefahr spricht, die auf sie zukommt.

Denn zwei Brüder haben in einem alten Kloster auf dem Balkan unwissentlich ein Grauen wieder zum Leben erweckt, dass die Vampire vor vielen Jahrhunderten nur durch ein Bündnis mit den Menschen hatten besiegen können: Vlad Kossel. Dieser hat durch einen Pakt mit teuflischen Mächten mehr Kraft als alle Vampire zusammen und sich auch die Unsterblichkeit auf besondere Weise bewahrt.

Und nun ist es ihm gelungen, seinen Geist in einen der beiden Brüder zu transferieren. Nur noch eine Kleinigkeit ist nötig, damit er seine volle Macht entfalten kann, und genau das versuchen die Vampire im Moment zu verhindern...

 

Um die eigentlich sehr einfache Geschichte noch ein wenig interessanter zu gestalten, wird sie in Zeitsprüngen und ständigen Rückblenden erzählt, die vielleicht ein oder zweimal ganz interessant wirken, gerade im Mittelteil des Films langsam aber sicher anfangen zu nerven, da man das Gefühl hat, der Film käme nicht voran und suche verzweifelt seinen roten Faden.

So begreift eigentlich erst nach einer guten Viertelstunde, was eigentlich auf dem Bildschirm los ist und warum Carrie Rieger dekorativ in Ketten im Verlies der Vampire hängt und nicht nur mit Worten um ihre Freiheit, sondern auch um das Leben eines Mannes kämpft, den sie augenscheinlich liebt.

Zunächst scheinen Vampire und –jäger ihrer üblichen Profession nachzugehen – sich gegenseitig auszurotten und zu schaden, bis der Fotograf ins Spiel kommt und damit auch der Film in Gang. Die vielen Rückblenden täuschen allerdings darüber hinweg, das man sich eigentlich nur an wenigen Schauplätzen bewegt und die Zeit lieber mit endlosen Dialogen verplempert anstatt wirklich etwas geschehen zu lassen.

So blutig und gewalttätig wie man vermuten könnte, ist der Film dabei eigentlich gar nicht, es fließt zwar eine Menge (Kunst-)Blut, wenn einem Vampir kurzerhand die Reißzähne gezogen werden oder einem anderen die Kehle aufgeschlitzt wird, aber man bekommt das wenigste davon wirklich zu sehen und belässt es weitestgehend dabei , dass sich die Figuren gegenseitig mit derben und vulgären Sprüchen beleidigen und drohen ohne wirklich Taten folgen zu lassen (was ist mit der interessanten Hakenfolter, die kein Vampir überlebt?).

Aufmerksame Genrefans werden schon sehr früh ahnen, auf was das ganze hinaus läuft und leider auch nicht enttäuscht werden. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn die Figuren interessanter gestaltet wären, aber diese bleiben insgesamt sehr flach und eindimensional und zeigen wie etwa die Heldin Carrie Rieger kaum Unterschiede zu anderen Vampirjäger-Babes wie Bloodrayne. Dazu kommt auch noch das lustlose Spiel von Jason Connery oder Sid Haid, die sich ganz offenkundig nicht wohl in ihren Rollen fühlen.

 

 

Fazit:

 

„Brotherhood of Blood“ erweist sich damit als leidlich spannender und wenig interessanter Film über Vampire. Er ist Trash pur und wohl nur denen zu empfehlen, die auch Horror- und Actionstreifen aus der Werkstatt von Uwe Boll noch etwas abgewinnen können.

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Eure Meinung:


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DVD:

Brotherhood of Blood

USA 2007

Buch & Regie: Michael Roesch, Peter Scheerer

Bildformat: 16:9

Synchro: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch

Spieldauer: 84 min, 1 DVD

FSK: 18

Splendid, 26. September 2008

 

Extras:

 

  • Audiokommentar der Regisseure auf Deutsch und Englisch
  • Interviews mit den Hauptdarstellern
  • Behind the Scenes

 

 

 

ASIN: B001C1THOQ

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Victoria Pratt

Jason Connery

Sid Haig

Ken Foree

 


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Erstellt: 05.10.2008, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23