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Butler´s Game

Rezension von Christel Scheja

 

Ryo Takagi siedelte ihre Boy’s Love Mangas bisher in einer archaischen Fantasywelt voller Prinzen, Könige und Piraten an. Mit „Butler’s Game“ macht sie allerdings einen Sprung in der Zeit nach vorne. Das Setting ist nicht mehr mittelalterlich sondern das eines imaginären 19. Jahrhunderts, das sehr stark an die viktorianische Epoche erinnert.

 

Hier lernen wir Lau und seinen Butler Gai kennen, der seinem Herrn seit Jahren wie ein Schatten folgt. Er folgt ihm auch in die Verbannung, als der junge Erbe einer reichen Familie enterbt und verstoßen wird, weil er nicht dazu bereit ist, endlich sein Lotterleben aufzugeben, seine Pflichten zu akzeptieren und nicht nur in die Firma einzusteigen und hart zu arbeiten, sondern auch eine Frau nach dem Geschmack seines Vaters zu heiraten.

Der junge Mann wählt seine Freiheit und zieht in einen eher wenig genutzten Landsitz seiner Familie und macht so weiter wie bisher. Er verschließt mehr oder weniger seine Augen vor dem Unvermeidlichen: Das Geld, das er sich mitgenommen hat, geht irgendwann zur Neige und er wird zahlungsunfähig.

In diesem Moment zeigt sich Gai von seiner anderen Seite. Hat er bisher noch kalt und distanziert gewirkt, so ändert sich das sehr schnell. Er wird Lau zu einer Stütze, kümmert sich um ihn und versorgt ihn, hält ihn auch seelisch und moralisch. So stürzt der junge Erbe nicht ganz so tief und spürt, dass sein Butler inzwischen auch für ihn mehr als nur ein Diener ist.

Doch das kann Shion, Laus jüngerer Bruder nicht mit ansehen. Weil er ihnen das stille Glück neidet, versucht er sie mit aller Macht auseinander zu bringen. Aber schon bald bekommt auch er die Quittung für seine Taten, einen Butler, der ebenfalls mehr als nur einfach dienen will ...

 

Zwar ist der Hintergrund ein anderer, aber die Geschichte läuft nach dem gleichen Schema ab, das man schon aus den ersten drei „Game“-Bänden von Ryo Takagi kennt. Wie immer sind die zentralen Figuren zunächst ahnungslos und verstehen ihre Gefühle nicht so ganz. Die Butler, die sie umsorgen wissen allerdings nur zu genau was sie wollen und setzen das auch mit entsprechendem Geschick durch. Daher gibt es nicht viel neues – letztendlich verführt der erfahrenere und dominierendere Partner das Unschuldslamm, das erst nicht merkt, was man von ihm will und bekommt am Ende alles – nicht nur den Körper, auch die Seele. Garniert wird das ganze mit entsprechend expliziten Sex Szenen.

Im Mittelpunkt steht die Beziehung, das Setting verkommt leider zu reiner Kulisse. Dementsprechend fehlt auch jeder Fantasy-Bezug, gerade diese Geschichte könnte auch auf der Erde und im 19. Jahrhundert spielen. Das macht die Geschichte relativ uninteressant für Fantasy Fans.

 

Alles in allem ist „Butler’s Game“ in erster Linie für die Fans von Boys Love- Mangas interessant, die auch schon einmal andere Settings als das in der Gegenwart schätzen und auch nicht die Augen vor expliziten Sex-Szenen verschließen.

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Butler´s Game

Autorin & Künstlerin: Ryo Takagi

Aus dem Japanischen von Claudia Peter

Shitsuji * Game, Japan 2009

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 02/2010

ISBN-10: 3770471296

ISBN-13: 978-3770471294

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 09.05.2010, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40