Call of Duty - World at War (PC)
 
Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Call of Duty - World at War (PC)

Rezension von Cronn

 

Gehetzt werfe ich mich zu Boden und robbe an den Rand des Sandstreifens, der sich hinab zum Ufer des Meeres windet.

Die Strandhütten dort unten stehen in Flammen. Das wilde Geschrei von Männern ist zu hören, gefolgt vom mechanischen Rattern der Maschinengewehre, unterbrochen vom Stöhnen der Sterbenden. Hier zeigt der Krieg sein hässliches Gesicht.

Ich sehe Männer zu Boden gehen, sich mit letzter Kraft vorwärtsrobben und dennoch dann bewegungslos liegen bleiben, sobald der Ruf nach einem Sanitäter unbeantwortet bleibt und verhallt.

Strandhütten brechen in sich zusammen, lassen ein Fegefeuer aus brennenden Funken über das Meer treiben. Die Nacht ist illuminiert von Funken wie von abertausenden von bissigen Glühwürmchen, was hier die Vorboten des Todes sind.

Mein Kamerad neben mir ruft mir etwas ins Ohr, das ich kaum verstehen kann. Irgendwann begreife ich die Worte: „Steh auf! Wir müssen in den Dschungel zum Rendezvous-Punkt!“ Er erhebt sich und rennt geduckt hinab zu den Strandhütten.

Ich gebe ihm kurz noch Feuerschutz, einige japanische Soldaten brechen zusammen, dann eile auch ich ihm hinterher. Wir begeben uns mitten hinein in eine Hölle aus Geschuss-Salven, Flammen und dem allseits lauernden Tod.

Nach einem Kampf mit einem Maschinengewehr-Nest haben wir es geschafft und sind durch das kleine Stranddorf hindurch. Lautlos bewegen wir uns auf einem Dschungelpfad hinein in die Nacht und das Dickicht.

Nach all dem Schlachtlärm ist es nun hier gespenstisch still. Das ändert sich, als plötzlich Gefechstfeuer am Himmel aufblüht. Mit einem Mal springen getarnte japanische Soldaten vom Boden auf und bedecken uns mit einer wütenden Serie von Geschoss-Salven. Einige sind uns so nah, dass sie ihre Bajonette einzusetzen versuchen.

Im Geisterlicht der Gefechtsbeleuchtung ringen wir miteinander, tanzen einen Tanz mit dem Tod, wobei niemand weiß, wen er als nächstes treffen wird.

Dies hier ist Krieg.

 

„Call of Duty - World at War” heißt der neue Titel des Entwickler-Studios Treyarch, der international von Activision vertrieben wird. Die Spielereihe „Call of Duty“ steht für die Darstellung von Kriegsgeschehen inzwischen einmalig da. Bereits mit den ersten beiden Teilen hatte Activision ein heißes Eisen im Feuer, trugen doch beide mit dazu bei, das Level der Gefechtsatmosphäre erneut nach oben zu schrauben. Aber mit dem vierten Teil hatte das Entwicklerstudio „Infinity Ward“ sich selbst übertroffen. Die Geschichte verlegte man kurzerhand vom Zweiten Weltkrieg in die Moderne, zeigte einen fiktiven Konflikt in der nahen Zukunft und bewies sowohl Mut in der Designentscheidung als auch die Fähigkeit innerhalb der Gefechte eine interessante Story zu erzählen.

Die Stafette hat nun das Entwicklerstudio „Treyarch“ übernommen, die zuletzt für die Versoftung des James Bonds-Films „Quantum of Solace“ zuständig waren. Ihre Designentscheidung ist eher konservativ – es geht zurück auf die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs.

 

Hintergrund:

In zwei Kampagnen geht es diesmal wiederum um einige wichtige Schlachtszenen des Zweiten Weltkriegs. Anders als in den anderen Teilen von „Call of Duty“ kämpft man nun im Pazifik und erobert Inseln von den Japanern.

Ein anderer Teil der Kampagne spielt die russische Front nach und zeigt u.a. Erlebnisse in Stalingrad und später in Berlin.

Die Hintergrund-Historie wird in einer Mischung aus Fernseh-Berichten und Animationen gezeigt, wobei die Missionen lediglich durch die Beibehaltung des Hauptcharakters zusammengehalten werden.

 

Steuerung und Spielkonzept:

„Call of Duty - World at War” ist ein waschechter Ego-Shooter, daher sind Rätseleinlagen nicht zu finden. Es geht darum, sich in einem möglichst realistisch gezeigten Schlachtfeld zurechtzufinden und die Missionsziele abzuschließen.

Dies ist bei „Call of Duty - World at War” gut gelungen. Anfangs überwog noch die Skepsis, da nach dem überragenden vierten Teil der Serie nun ein anderes Entwicklerstudio federführend war und zudem der Schauplatz wiederum zurück in den Zweiten Weltkrieg gelegt wurde. Aber die Skepsis war nach wenigen Minuten verflogen. „Call of Duty - World at War” entbrennt ein Feuerwerk an Kriegs-Atmosphäre, das seinesgleichen sucht.

Dies wird durch die Vielzahl an Skripten geschafft. Mal rauscht hier ein Flugzeug über einen hinweg, dann bricht dort eine Mauer ein und ein Panzer rauscht heran, u.s.w.

Der Nachteil hiervon ist, dass die Wiederspielbarkeit darunter leidet, denn man kennt ja die Skripte schon, weiß also, was als nächstes passiert.

Die Levels sind aber schön abwechslungsreich und auch die Kampfweisen unterscheiden sich diametral von Missionskampagne zu Missionskampagne und auch innerhalb dieser.

Wie gewohnt sind die üblichen Verdächtigen als Waffen dabei. Neu ist allerdings der Flammenwerfer, der in der deutschen Variante ebenfalls dabei ist, allerdings deutlich im Vergleich zur internationalen Version entschärft wurde, was seine Auswirkung auf die Gegner betrifft. Diese Kürzung und die weitgehende Entschärfung des Blut-Grades sind aber nicht gravierend für den Spielablauf.

Health-Packs gehören immer noch der Vergangenheit an, man regeneriert selbstständig nach einer gewissen Zeit.

 

Grafik und Sound:

Die grafische Qualität von „Call of Duty - World at War” ist als sehr gut zu bezeichnen. „Call of Duty - World at War” benutzt die Grafikengine von “Modern Warfare” und sieht dementsprechend schick aus. Obgleich die Glänzeffekte hier und da für manchen etwas übertrieben wirken mögen, ist es dennoch einer der bestaussehenden Shooter momentan.

Der Sound ist erstklassig. Es wummert und kracht an allen Ecken und Enden, so dass der Subwoofer kräftig ausgelastet ist.

 

Multiplayer:

Eine grandiose Entscheidung für den Multiplayer-Bereich ist der Koop-Modus. Bis zu vier Spieler können hier gleichzeitig gemeinsam gegen den Computer antreten. Das Ergebnis sind spannende Schlachten, wobei der PC automatisch die Gegneranzahl reguliert.

Ansonsten wurde der geniale Multiplayer-Part vom vierten Teil der Reihe übernommen, was für eine tolle Auslastung der Server sorgen wird und einen mehrmonatigen Multiplayer-Spaß garantieren wird.

 

Fazit:

„Call of Duty - World at War” ist ein Shooter, der mit dem Szenario Zweiter Weltkrieg sich selbst eine Bürde aufgelastet hat, diese aber hervorragend meistert. Dennoch ist anzumerken, dass nun ein Grad an Sättigung im Bereich der Weltkriegs-Shooter erreicht ist, der als kritisch zu würdigen ist.

Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass „Call of Duty - World at War” ein würdiger Vertreter dieses Subgenres ist, der auf lange Zeit motivieren kann.

 

Nach oben

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202404221538077b0732d2
Platzhalter

Call of Duty - World at War

von Activision

Plattform: Windows XP / Vista

USK-Einstufung: Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 13. November 2008

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 04.12.2008, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 7907