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Catz (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Mit dem Release des Nintendo DS haben die mittlerweile überaus beliebten Tiersimulation Hochkonjunktur bekommen. Angefangen mit dem Wegbereiter „Nintendogs“ wird das Genre von Zeit zu Zeit immer wieder mit neuen Beiträgen beliefert, in denen man die Verantwortung für irgendeinen Vierbeiner übernehmen darf und ihn (oder sie) durch einige Prüfungen manövrieren muss. Komischerweise wurden die allseits populären Katzen seither nie berücksichtigt und gegenüber ihren direkten Konkurrenten, den Hunden, sträflichst vernachlässigt – bis Ubisoft diesen Umstand für inakzeptabel erklärten und mit „Catz“ ein weiteres tierisches Debüt veröffentlichten. Im Rahmen der ak tronic-Serie Software Pyramide wird der Titel nun ein weiteres Mal im Midprice auf den Markt gebracht.

 

 

Das Spiel

 

Hegen pflegen, erziehen und dressieren steht in „Catz“ auf dem Programm, womit man es letztendlich mit der Authentizität nicht ganz so ernst nimmt, schließlich gehören Katzen sicherlich nicht zu denjenigen Tieren, die man in irgendeiner Form wirklich zur Dressur freigeben könnte. Allerdings sind solche Elemente definitiv nötig, um einer potenziell etwas einspurigen Produktion zumindest hier und dort ein wenig Spannung einzuschießen. Doch der Reihe nach:

 

Bevor man überhaupt auf die possierlichen Tierchen zugreifen kann, gilt es erst einmal, aus einer von insgesamt fünf Rassen ein Exemplar auszuwählen und dabei noch einmal unter drei möglichen Vertretern seinen Liebling auszusuchen. Dies geschieht jedoch nicht ohne weiteres, denn bevor die gewünschte Katze in den eigenen Schoß fällt, ist zunächst ein Adoptionstest notwendig, der jedoch weniger über die eigenen Fähigkeiten als über das spätere Startkapital aussagt. In einer Art Suchspiel muss man hier die einzelnen Katzenbilder anklicken, wobei man bei entsprechendem Erfolg natürlich auch sehr gut belohnt wird.

 

Mit den ersten Münzen ausgestattet widmet man sich nun in der spärlich eingerichteten Behausung ganz und gar seinem Kätzchen, sucht in der Spielzeugkiste nach Vorlieben, sorgt für regelmäßige Futteraufnahme, gewährleistet die regelmäßige Hygiene mit der Bürste und lässt sich hin und wieder auch zu Schmuseeinheiten hinreißen. Der jeweilige Bedarf wird individuell mittels Anzeige im Menü festgehalten, so dass eine spezifische Orientierung immer ersichtlich ist.

 

Sobald man sich nun an die Eigenschaften des Tieres herangetastet hat, beginnt man langsam aber sicher mit den ersten Übungen und somit auch mit dem Dressierprogramm. Im weiteren Verlauf nimmt man somit an kleinen Wettbewerben teil, misst die Fähigkeiten der eigenen Katze und verdient sich so immer mal wieder ein kleines Zubrot, welches man natürlich direkt wieder in die Hege, Pflege und Erziehung der Katze steckt. Neue Kunststücke wollen erlernt werden, aber auch die Umgebung bedarf einer ständigen Verschönerung, damit sich das Tier auch dauerhaft heimelig fühlt.

 

Unterdessen nimmt man auch Kontakt mit der Außenwelt auf, sammelt Tipps und Ratschläge via E-Mail-System, unterstützt die Nachbarschaft bei der Erziehung und lässt sich auch zu einigen Foto-Shootings bewegen, die bei entsprechender Eleganz auch mit Titelgeschichten und Zeitungsartikeln, letztendlich also auch mit Geld belohnt werden. So ergibt sich schließlich ein permanenter Kreislauf, der zu regelmäßigen Neuinvestitionen führt, von denen wiederum die Katze profitiert, bis schließlich Umwelt und Tier kaum mehr perfekter in Szene gesetzt werden können.

 

 

Technik/Grafik:

 

Tiersimulationen sind erfahrungsgemäß für das Stylus-System des Dualscreens prädestiniert – sollte man jedenfalls meinen. Bei „Catz“ sieht die Realität jedoch leider nicht entsprechend den guten Voraussetzungen aus. Der Touchscreen ist nicht wirklich sensibel für den großen Aktionsradius, den das Menü aufbietet, aber auch die Steuerung der einzelnen Spielmechanismen ist ziemlich unausgegoren. Dabei ist es vor allem frustrierend, mit anzusehen, wie selten die Katze tatsächlich auf die einzelnen Aufforderungen und Lockmittel reagiert. Gerade was die Umsetzung des Spielkreislaufs betrifft, treten bisweilen eklatante Mängel auf, die sich später dann auch auf den Spielspaß auswirken. Wenn man die Katze zum Beispiel füttern will und den Napf direkt vor ihrer Nase platziert, sollte man jedenfalls eine Reaktion erwarten können. In Wirklichkeit ist jede Handlung allerdings eine Art Roulette-Spiel, bei der die ersuchten Effekte zumeist Glückssache sind. Technisch und mechanisch ist „Catz“ daher auch bainahe schon indiskutabel.

 

Von der Grafik wiederum durfte man nicht wirklich viel erwarten, wobei man jedoch sagen muss, dass das Resultat durchaus respektabel ist. Die Katzen sind als solche sehr gut zu erkennen, einzelne Details werden treffend hervorgehoben und auch die Gestaltung der häuslichen Umgebung ist ziemlich passabel. Zudem ist auch die Menüführung übersichtlich und das Handling in diesen Sequenzen leicht verständlich. Diskrepanzen wie im aktiven Bereich bleiben gottlob aus, wobei dies irgendwie auch selbstverständlich scheint.

 

 

Spielspaß:

 

Auch wenn man versucht hat, durch die Dressur und einzelne Herausforderungen wie das Foto-Shooting oder die Nachbarschaftshilfe einige weniger realistische Bonus-Aufgaben in den eingefahrenen Simulationsmodus zu packen, macht „Catz“ spieltechnisch nicht sonderlich viel her. Die äußerliche Abwechslung beschränkt sich lediglich auf die ersten Aufgaben bzw. den Findungsprozess der ersten Minuten, verkommt aber mit laufender Spieldauer immer stärker zu einem sehr monotonen Ablauf, dem es einerseits an Tiefe, andererseits aber auch an greifbarem Reiz mangelt. Weniger günstig ist in diesem Zusammenhang der krude umgesetzte Stylus-Mechanismus sowie das generelle Prinzip Logik. Die Tiere lassen sich weder spielerisch an ihr Futter heranführen, Elemente wie die Bürste oder die Kuschelstunden wirken überflüssig (auch wenn sie natürlich in irgendeiner Form dazu gehören) und wenn der gewünschte Effekt einer Aktion ständig ausbleibt, dies aber letztendlich überhaupt keinen Einfluss auf den Spielablauf hat, fragt man sich schon, inwiefern zumindest ein bisserl Realismus für das allgemeine Design aufgegriffen wurde. Ein langfristiger Spaßgarant ist „Catz“ daher auch mitnichten, auch wenn sich die ersten Manöver noch recht gut anlassen.

 

 

Fazit:

 

Sicher zielt „Catz“ auf eine recht junge Zielgruppe ausgerichtet, doch auch hier gibt es gewisse Ansprüche, die in dieser Simulation nur sehr unzureichend befriedigt werden. Es reicht eben nicht, mit einigen süß animierten Tierbabys nach der Gunst der potenziellen Käufer zu greifen, allerdings wird man den Eindruck nicht los, dass genau dies bei „Catz“ der Fall ist. Die Maßstäbe, die einst „Nintendogs“ und die einzelnen Folgeproduktionen setzten, wird hier jedenfalls nicht mal im Ansatz erreicht.

 

Eure Meinung:


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Catz (Nintendo DS)

von Software Pyramide

System: Nintendo DS

USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14 JuSchG

ASIN: B0013IJ29I

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


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Erstellt: 04.05.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47