Schon im ersten Band um die Kommissare Konny Kramer und Waltraud Winter bewies Reiner Jansen, das er ein Faible für Psycho-Thriller mit stark ausgeprägten Mysteryelementen hat, die teilweise auch mit alten Mythen spielen. Das ist auch bei Chiemsee-Gold dem zweiten Teil der Reihe der Fall.
Der Chiemsee ist für seine historischen Stätten und das klare Bergwasser bekannt, aber natürlich lauern in seinen Tiefen auch düstere Geheimnisse. Und nicht zuletzt Leichen wie die, über die Konny Kramer in seinem wohlverdienten Urlaub stolpert.
Zumindest weckt das seinen Instinkt und er mischt sich auf seine besondere Art in die Ermittlungen ein, die ihm schon bald mit alten Mythen beschäftigen wird, die in 74 m Wassertiefe liegen und vielleicht sogar einen alten Schatz bergen.
Denn immerhin bleibt er nicht der einzige, der der Sache nachgeht, denn der Tote bleibt natürlich nicht alleine. Mit der Zeit tun sich wie immer Querverbindungen auf. Und was zum Teufel haben Geheimdienstagenten mit einem Mal für ein Interesse am See?
Denn immerhin gibt es Gerüchte um einen alten Nazi-Schatz und auch die »Grube der unschuldigen Kinder« wirft ihre Schatten.
So vermischt er einmal wieder wilde Spekulationen mit lokalen Mythen und ein paar Einschüben aus der Vergangenheit, die immer wieder deutlich machen, dass der beschaulich wirkende See auch seine grausamen Seiten hat und die nicht unbedingt nur menschengemacht sind.
Der wilde Ritt springt zwischen den Figuren hin und her, denn Konny Kramer ist eigentlich nur eine der handelnden Personen, die Geschichte liegt nicht allein auf seinen Schultern, den auch Einheimische und andere Ermittler kommen ins Spiel. Und nicht zuletzt gibt es auch immer wieder Kapitel aus der Sicht des Mörders.
Durch die raschen Szenenwechsel ist es nicht immer einfach der Geschichte zu folgen, da man einiges an Konzentration mitbringen muss. Das könnte für den ein oder anderen Leser auch die Handlung zerreißen. Bleibt man jedoch am Ball, wird man wieder einmal mit schrägen Entwicklungen und Ideen belohnt, bei denen der Fall zwar mehr oder weniger Nebensache ist, das Geschehen aber dennoch zu unterhalten weiß.