Vor ihrer Erfolgsreihe um die „Crowns of Nyaxia“ veröffentlichte Carissa Broadbent bereits die „War of Losts Hearts“-Trilogie, die nach „Daughter of no Worlds“ schon im Januar mit dem zweiten Band „Children of Fallen Gods“ fortgesetzt wird.
Von einer unterdrückten Sklavin zu einer angesehenen Kämpferin eines Ordens, in dem sie ihre magischen Kräfte ausbilden kann, um endlich auch ihr eigenes Volk aus der Knechtschaft zu befreien – Tisaanah hatte große Hoffnungen, muss aber nun feststellen, dass sie auch wieder betrogen wurde.
Denn auch wenn sie mehrfach gewarnt wurde, vor allem von Max, ihrem Lehrer und Geliebten, so ist sie nun durch Eide an die Oberen des Ordens gebunden und muss in einem Krieg kämpfen, der nicht der ihre ist. Sie ist gezwungen, sich nun ganz der Macht von Reshaye hinzugeben – und das zu einem hohen Preis.
Der Roman setzt dort an, wo der letzte aufhöre. Zwar hat Tisaanah bekommen ,was sie wollte und konnte an den Unterdrückern ihres Volkes Rache nehmen, aber frei ist sie nicht, denn Eide binden sie an den Orden, und der wird mit harter Hand geführt, nun wo das Oberhaupt der Gemeinschaft alle braucht, um seine Macht zu sichern.
Der Krieg bringt auch noch weitere dunkle Geheimnisse ans Licht, denn auch Max hat mehr zu verbergen als je zuvor. Und dann zeigt auch noch eine dunkle Macht, von der niemand weiß, woher sie kommt, ihr Gesicht und sorgt für zusätzliche Spannung und Drama, so dass die Handlung sehr abwechslungsreich bleibt.
Das liegt auch daran, das mit Aefe eine neue Figur dazu kommt, deren Schicksal zunächst nicht mit dem der bereits etablierten Figuren zusammen hängt, deren Geschichte am Ende aber doch ihren Sinn ergibt.
Immerhin nimmt sich die Autorin die Zeit, die Figuren und das Magiesystem weiter auszubauen und den Leser mit immer neuen Wendungen und Überraschungen am Ball zu halten. Das Geschehen wird sehr charakterzentriert erzählt, so dass der Hintergrund eher schwammig bleibt.
Und immerhin steht das Abenteuer mit all seinen dunklen Entwicklungen im Vordergrund. Zwar bekommen Tisaanah und Max ihre intimen Momente, aber die Liebesgeschichte bleibt insgesamt doch eher im Hintergrund.
Auch hier zieht sich die Handlung in der Mitte etwas, da die Autorin es nicht lassen kann, das zwischenmenschliche Geplänkel auszuleben, wirkt die neue Handlungsebene recht fremd, aber zum Ende verbindet sich doch alles sauber und macht durch die gestellten Weichen Lust auf mehr. Wie immer ist das Buch zumindest in der ersten Auflage ein Hinkucker, allerdings scheint der Duftsticker aufgegeben worden zu sein.