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City of Lost Souls von Cassandra Clare

Reihe: Chroniken der Unterwelt, Bd. 5

Rezension von Christel Scheja

 

Langsam aber sicher nähern sich die „Chroniken der Unterwelt“, die gerade in den USA verfilmt werden, ihrem Ende und die Dramatik zieht nach den Ereignissen des letzten Bandes noch einmal deutlich an. „City of Lost Souls“ mischt nach dem Tod von Valentin Morgenstern und Lillith die Karten neu und zeigt, dass das Böse gegen das die Schattenjäger im Untergrund von New York kämpfen noch immer nicht besiegt ist.

 

Lilith ist tot, aber seitdem sind Sebastian alias Jonathan Morgenstern und Jace verschwunden. Die Schattenjäger suchen fieberhaft nach ihnen, aber die beiden jungen Männer bleiben verschollen. Kann es sein, dass auch sie umgekommen ist?

Clary spürt, dass dem nicht so ist und lässt sich auf einen Handel mit der intriganten Elfenkönigin ein, während die anderen Schattenjäger ihre Bemühungen einstellen. Sie erfährt von ganz besonderen magischen Fingerringen und hat endlich eine Spur.

Als sie die beiden Verschollenen endlich findet, ist aber guter Rat teuer, denn Jace ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er wurde von Lilith in einem magischen Ritual an Sebastian gebunden. Das bedeutet, dass er nicht nur von diesem beeinflusst werden kann, sondern auch sterben muss, wenn dieser ums Leben kommt, die gleichen Verletzungen erleidet wie der andere.

Auch wenn Sebastian es ihr nicht gerade leicht macht, bleibt sie bei den Beiden, um nach einem Weg zu suchen, Jace zu befreien. Durch die Trennung ist ihre Liebe zu ihm noch gewachsen, und das scheint auch das Einzige zu sein, dass ihn davon abhält, der Dunkelheit ganz zu verfallen.

Derweil versucht Sebastian seine Schwester immer wieder für sich zu gewinnen, denn er will ihr Morgenstern-Erbe für seine eigenen düsteren Pläne nutzen.

Aber auch unter ihren Freunden herrscht Sorge und Aufruhr, denn der von Sebastian verletzte Werwolfanführer Luke ringt mit dem Tod und sein Rudel lechzt nach Vergeltung an allen, die Schuld daran haben könnten. Und Simon muss erkennen, das sein Vampirdasein Seiten hat, die ihm bisher noch nicht bewusst waren.

 

Leider erweist sich „City of Lost Souls“ als das bisher schwächste Buch der Reihe, was aber nicht nur an seinem Umfang liegt. Es braucht nicht nur sehr lange, um in die Gänge zu kommen, sondern zieht sich auch in der zweiten Hälfte, da es sich in erster Linie dem persönlichen Geplänkel zwischen den Figuren widmet und weniger dem Hintergrund mit den magischen Welten, der Gesellschaft der Schattenjäger, die von gefallenen Engeln abstammen und daher als Nephilim von den Himmelswesen selbst nicht gerne gesehen werden. Auch die Rolle der anderen magischen Wesen in den Entwicklungen, die der machtgierige Valentin Morgenstern angestoßen hat, steht mehr denn je in Frage.

Es ist zwar auf der einen Seite interessant zu sehen, wie Sebastian seinen Wahnsinn auslebt und viel psychopathischer agiert als sein Vater, da er sich nicht unter Kontrolle hat, auf der anderen Seite vergeudet Cassandra Clare auch sehr viele Seiten um die Beziehung zwischen Jace und Clary auszuweiten und in eine neue Ebene zu führen. Das gleitet gelegentlich in den Kitsch ab und wirkt eher langweilig als dass es durch romantische Gefühle überzeugen kann. Ähnlich ist es bei den anderen Pärchen des Buches.

Eine weitere Schwäche sind die vielen Handlungsebenen und Figuren, zwischen denen die Autorin immer munter hin und her springt. Man hat nicht das Gefühl, dass die einzelnen Entwicklungen viel miteinander zu tun haben, auch die Logik im Verhalten der Personen lässt manchmal sehr zu wünschen übrig und sorgt für Irritationen.

Alles in allem ist auch die Handlung nur leidlich spannend, da Dialoge und Gefühlsausbrüche die Szenen in die Länge ziehen und das Ende eher ausläuft als wirklich mit einem Höhepunkt aufwarten kann. Selbst der Cliffhanger wirkt oberflächlich. Viel von der packenden Erzählweise der früheren Bände ist verloren gegangen, auch die Einbindung der Hinweise aus früheren Bänden geht in dem Wust aus Romanzen eher unter.

 

Damit muss man als Leser „City of Lost Souls“ zwar als Bindeglied zum Abschluss der „Chroniken der Unterwelt“ hinnehmen, wirklich glücklich wird man aber mit der Geschichte nicht, weil es kaum Überraschungen gibt und auch die Ideen langsam schwächer werden. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Abschlussband diese Serie wieder zu alter Frische zurückkehrt und spannende, abwechslungsreiche Urban-Fantasy präsentiert, in der Liebe und Beziehungen nur ein Thema, aber nicht der Schwerpunkt der Handlung sind.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

City of Lost Souls

Reihe: Chroniken der Unterwelt, Bd. 5

The Mortal Instruments, Book Five: City of Lost Souls, USA 2012

Autorin: Cassandra Clare

Arena Verlag, Würzburg, erschienen Februar 2013

Gebunden, 683 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Franka Fritz und Heinrich Koop

Titelbildgestaltung von Frauke Schneider

ISBN-10: 3401066676

ISBN-13: 978-3401066677

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00BCBDVEI

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 13.03.2013, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38