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Credo von Douglas Preston

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Rezension:

Douglas Preston und Lincoln Child gelten als das wahrscheinlich beste Autorenduo in Sachen Thriller und Krimis. Dass beide jedoch auch ohne den anderen sehr erfolgreich sein können, haben sie schon mehrfach bewiesen. Prestons Thriller „Der Codex“ und „Der Canyon“ wurden auch ohne die Hilfe von Child zu weltweiten Bestsellern. In seinem neuen Buch „Credo – Das letzte Geheimnis“ geht es um die größte Entdeckung der Menschheit, die gleichzeitig einen wahren Ansturm an Protest und Gewalt auslöst.

 

In der Red Mesa, einer Wüste in Arizona arbeiten Wissenschaftler in einem streng geheimen Labor. Ihr Ziel ist es, die Entstehung des Urknalls mittels Materie und Antimaterie zu simulieren und hinter das Geheimnis der Entstehung der Erde zu kommen. Gleichzeitig soll herausgefunden werden, wie die dabei freigesetzte Energie für weitere Technologien genutzt werden kann. Wenn Isabella (so wird das Projekt bezeichnet) auf 100% läuft und Materie auf Antimaterie stößt, entsteht der so genannte „K-Null“-Raum. Genau aus diesem Raum kommt ein äußerst seltsames Signal. Die Wissenschaftler kommunizieren mit einem unbekannten Wesen, das von sich behauptet, Gott zu sein. Die Wissenschaftler vertuschen die Aktion jedoch, da sie zuerst denken, dass ihr Computer gehackt wird.

Als Washington Wind von der Sache bekommt, schicken sie den Ethnologen und ehemaligen CIA-Agenten Wyman Ford in die Red Mesa, um herauszufinden, was dort eigentlich los ist. Auf dem Gelände des Projekts trifft er seine langjährige Exfreundin Kate, die ebenfalls dort als Wissenschaftlerin arbeitet. Durch sie erfährt Ford, dass das Projekt durch den vermeintlichen Hackerangriff vor dem Scheitern steht. Der nächste Testlauf bringt wieder dasselbe Ergebnis wie die anderen, doch diesmal entscheiden sich die Teammitglieder mit dem „Hacker“ zu spielen und gehen einen Dialog ein. Nach und nach merken sie, dass es sich nicht um einen Angriff handelt, sondern die Quelle des Absenders in dem „K-Null“-Raum liegt. Nachdem dieses „Etwas“ sogar die geheimsten Gedanken der Wissenschaftler lesen kann, glauben alle, dass sie wirklich mit Gott kommunizieren. Die Botschaft, die dieser vermittelt, ist ebenso unglaublich wie in sich selbst logisch.

Nur Ford traut dem Ganzen nicht wirklich und ist sehr vorsichtig mit dem, was er sieht.

Gleichzeitig sind Kirchenanhänger entrüstet über die Ketzerei, die in diesem Labor in der Red Mesa betrieben wird. Reverend Don T. Spates und seine rechte Hand Eddy wenden sich mit Hilfe von Talkshows, Interviews und E-Mails an die Öffentlichkeit und rufen zu einem Bundesweiten Protest vor den Toren Isabellas auf. Eddy nimmt seine Aufgabe, dass Isabella aufzuhalten, jedoch sehr ernst und ruft zur gewaltsamen Zerstörung der ganzen Anlage auf. Ein zu allem entschlossener Mob formiert sich vor den Toren, während zeitgleich im Inneren der Anlage die Situation aus dem Ruder zu laufen droht.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

Das Buch beginnt rasant und verspricht einiges an Spannung. Gleich zu Beginn kann der Leser sich einen Eindruck über den Verlauf des Buches verschaffen, denn die wichtigen Personen werden schnell vorgestellt. Auf dem Gelände des Projekts macht sich Ford mit allen Wissenschaftlern und angrenzenden Indianerstämmen betraut, sodass der Leser gleich weiß, was ihn erwartet. Somit wird der religiöse bzw. ethische Aspekt abgedeckt.

Dem Gegenüber stehen die pure Wissenschaft und die Mitarbeiter des Projekts, welche diese verkörpern. Sie versuchen nicht nur, eine effektive Methode zur Herstellung von Energie zu finden, sondern auch der Entstehung des Universums auf die Spur zu kommen.

Richtig interessant wird es, wenn die Kommunikation der Wissenschaftler mit Gott ins Spiel kommt. Hier findet sich der Leser in einer äußerst spannenden Situation wieder, denn die Dialoge sind schlichtweg genial. Sie ermöglichen eine komplett andere Sicht und Verbindung zwischen Religion und Wissenschaft. Douglas Preston muss sich viele Gedanken bei den Dialogen gemacht haben und hat diese verständlich, atemberaubend und einfach genial in Textform verfasst. Diese Dialoge bilden den wohl wichtigsten Kernpunkt des Romans und nach dem Lesen des Buches, wird die Sicht auf Religion und Wissenschaft zumindest mal von einer anderen sehr interessanten Perspektive betrachtet.

Die Spannung, die am Schluss aufgebaut wird, ist das i-Tüpfelchen.

Eine spektakuläre Hetzjagd beginnt, denn die Wissenschaftler müssen nicht nur vor den Special-Force-Einheiten fliehen, sondern auch vor dem wütenden und zu allem entschlossenen Mob. Das Ende des Projekts ist auf der einen Weise zwar vorhersehbar, aber auf der anderen Seite ist des Rätsels Lösung dafür umso überraschender.

Die Erzählweise ist packend und mitreisend, sodass der Roman zu Recht als Bestseller tituliert wird.

Alle Freunde von Wissenschaftsthrillern ist das Buch wärmstens zu empfehlen, wenn nicht sogar ein Muss, aber auch Fans von religionskritischen Thrillern werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Ein absolut gelungenes Buch.

 

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Roman:

Credo

Originaltitel: Blasphemy

Reihe: -

Autor: Douglas Preston

Übersetzer: Katharina Volk

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (Juni 2008)

ISBN-10: 3426197987

ISBN-13: 978-3426197981

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.11.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 10:23