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Dark Magic

Rezension von Christel Scheja

 

Alexandra Völker gehört zu den deutschen Mangaka, die der Ehapa-Verlag entdeckt und ein wenig durch Veröffentlichungen gefördert hat. Die meisten ihrer Titel erschienen auch dort, unter anderem ihre zweibändige Saga „Catwalk“, der Einzelband „Paris“ und nun auch „Dark Magic“.

 

Die neue Geschichte spielt diesmal nicht in der Modebranche sondern in einer magischen Welt am Rande der unseren. Das frustrierte Model Kai-Memphis weiß einfach nicht mehr weiter und folgt in seiner Verzweiflung dem Aufruf auf einem Flugblatt. Die Hexe Uschi könne alle Wünsche erfüllen – warum dann also auch nicht seinen?

Nach einer langen Irrreise mit vielen kuriosen Begegnungen gelangt er schließlich in das Märchenreich und die Hütte der Hexe. Doch dort erwarten ihn mehrere Überraschungen. Zum einen behandelt man ihn nicht gerade bevorzugt, sondern stellt ihn ans Ende der Warteschlange, und als er endlich an der Reihe ist, verwandelt ihn Uschis Trank auch noch in einen Frosch. Damit hatte er irgendwie nicht gerechnet.

Wo soll man nun aber die Prinzessin hernehmen, die ihn wieder in seine wahre Gestalt zurück küsst? Nur gut, dass Prinzessin Lulu ebenfalls vor der Tür steht und ein Problem hat, denn die selbstverliebte und sehr launische Gothic Lady hat nicht unbedingt Interesse an dem Kitschprinzen Gisbert, den sie nach dem Willen ihres Vaters schon morgen, an ihrem achtzehnten Geburtstag heiraten soll.

 

Das sind nur einige der schrägen Einfälle, mit denen die Künstlerin in ihrem neusten Manga aufwartet. Ähnlich wie in ihren früheren Titel geht es weniger darum, eine spannende Geschichte zu erzählen, als diese möglichst verrückt zu gestalten.

In „Dark Magic“ dreht sie dabei ziemlich auf, da ihr durch die Fantasy mehr Möglichkeiten gegeben sind, um spaßige Situationen herauf zu beschwören und schräge Figuren einzuführen.

Da alles wunderbar miteinander funktioniert, die Gags nur selten wirklich ins Alberne abgleiten und man dem Band anmerkt, dass auch die Künstlerin sehr viel Spaß an der Gestaltung hatte, bietet der Manga nicht nur für Teenager Unterhaltung, auch ältere Leser werden sich köstlich amüsieren können, denn es finden sich genug Anspielungen, die auch sie verstehen können.

Verspielt und skurril stellt Alexandra Völker beliebte Märchenmotive auf den Kopf und verbindet sie mit der modernen Popkultur. Die rasant erzählte Geschichte bietet dazu auch immer ruhige Momente, so dass sie nicht zu hektisch wird und am Ende mit einem guten Gefühl zurücklässt. Die niedlich-frechen Zeichnungen passen zudem sehr gut zum Inhalt.

 

Nicht nur Fans von Alexandra Völker auch Fantasy-Leser sollten deshalb ruhig einmal einen Blick in „Dark Magic“ riskieren, denn bietet der Band eine ebenso lustige wie abgedrehte Geschichte, die kurzweilig zu unterhalten weiß und dennoch nicht zu schräg und albern für den westlichen Geschmack ist, wie manche japanische Mangas.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Dark Magic

Oneshot

Autorin & Künstlerin: Alexandra Völker

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 10/2010

ISBN-10: 3770470850

ISBN-13: 978-3770470853

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 21.11.2010, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39