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Das Amulett von Harald Evers

Reihe: Das 7. Buch der Schatten, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Mit seiner achtbändigen „Höhlenwelt“-Saga, die im Laufe der letzten Jahre bei Heyne erschien, schrieb sich der Autor Harald Evers in die Herzen seiner Leser, da er sich nicht dem allgemeinen Trend anschloss, eine Geschichte zu erzählen, die sich mehr oder weniger an die „Herr der Ringe“ Filme anlehnte, sondern von Anfang an eigenständige Dynamik entwickelte, was den Hintergrund als auch den Inhalt der Erzählung anging.

Mit dem Zyklus um „Das 7. Buch der Schatten“ setzte er zu einer neuen Saga um Magie und düstere Mächte an, konnte diese aber durch seinen überraschenden Tod Ende 2006 nicht über den zweiten Band hinaus führen.

 

Eine düstere Spannung liegt über dem Inselreich von Turmalin. Das spürt vor allem Fürst Thoren, der durch eine Nachricht an den Hof des Großkönigs gelockt wird.

Nicht nur, dass ihm ein Drittel seiner Streitkräfte entzogen wird, bei seiner Heimkehr muss er erfahren, dass seine Frau Sharica von Unbekannten ermordet wurde. Wie konnte das geschehen, wo sie doch die eigentlich die mächtigste Magierin des Landes ist? Und warum haben selbst die Dryaden Verrat begangen und den schützenden Herzstein gestohlen?

Der Krieger kennt zwar nicht alle Geheimnisse seiner Gemahlin, ahnt aber, das dunkle Kräfte mit im Spiel sind, für die er mehr als nur sein Schwert braucht.

Halb wahnsinnig vor Wut und Verzweiflung macht er sich daran, seine Frau aus dem Reich der Toten zurück zu holen und gleichzeitig ein altes Vermächtnis seiner Familie auszugraben, um Rache zu nehmen. Mit den Büchern der Schatten will der dem Verrat und dem feigen Mord begegnen, nicht ahnend, dass er damit selbst zu einem Schlüssel für die Rückkehr der Finsternis wird.

Weder seine Brüder, noch eine Vision, die ihm Sharica aus dem Grab heraus sendet können ihn von seinem Wunsch nach Vergeltung abhalten.

Einzig Marie, Sharicas ehemalige Zofe scheint ein Licht in der Dunkelheit zu sein. Das Mädchen hat die Ermordung seiner Herrin mit ansehen müssen und von der Sterbenden ein Amulett und einen Auftrag erhalten. Denn der Geist der Magierin weiß, dass sie ihren Mann in seinem Tun aufhalten muss, ehe das Unheil ganz herauf beschworen ist.

Doch wie soll ein zartes Kind das Herz und den Verstand eines Mannes erreichen, der sich längst jeglicher vernünftiger Pläne verschlossen hat und bereit ist, für seine Rache alles zu tun?

Marie erweist sich als stärker als gedacht. So wie sie zunächst dem Zugriff des Mörders entkommt und Freundschaft mit den ehemaligen Verbündeten der Magier schließt, erarbeitet sie sich mit Zielstrebigkeit einen Weg zu Fürst Thoren und seinem Verstand...

 

Harald Evers erzählt keine sanftmütige und märchenhafte Geschichte. „Das Amulett“ ist knallhartes Abenteuer voller Gewalt und Grausamkeit, in denen selbst die „Guten“ nicht immer mit moralisch vertretbarem Verhalten glänzen. Vor allem Fürst Thoren erweist sich durch sein jähzornig-impulsives Verhalten, mit dem er manche Ungerechtigkeit begeht als sehr ambivalent. Für ihn heiligt der Zweck die Mittel - auch wenn er sich dabei auf das Niveau der Gegenspieler herab begeben muss. Andere haben unter seiner Willkür zu leiden, auch wenn sie versuchen ihn zu verstehen. Ein krasser Gegensatz zu ihm ist die junge Marie, die sich über weite Strecken des Buches noch ihre Naivität bewahrt. Erst zum Ende des Buches hin, schlagen sich ihre negativen Erfahrungen mit Thoren auch in ihrem Verhalten nieder, doch das ist Teil des Lernprozesses.

Die meisten Figuren des Buches einschließlich der „Bösen“ bleiben durch eine skizzenhafte Charakterisierung eher blass und oberflächlich, bleiben mehr oder minder nur Stichwortgeber. Auch die Handling ist relativ stringent und wartet nur mit wenigen Überraschungen auf, aber das schmälert den Lesespaß nicht unbedingt. Harald Evers weiß stilistisch und inhaltlich überzeugend zu unterhalten.

 

„Das Amulett“ ist deftige Heroic Fantasy mit einem gehörigen Maß an Action und Abenteuer, garniert mit viel Magie und einem Schuss Erotik, die sich vor allem in zwei Sex-Szenen konzentriert. Durch das relativ offene Ende ist man am Ende durchaus neugierig darauf, zu erfahren, wie es denn eigentlich weiter geht.

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Das Amulett

Reihe :Das 7. Buch der Schatten, Bd. 1

Autorin: Harald Evers

broschiert, 462 Seiten

Heyne, erschienen Januar 2007

Titelbildgestaltung von Nele Schütz Design

ISBN 978-3-453-52059-2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.03.2007, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13