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Das Amulett von Stephan R. Bellem

Reihe: Die Chroniken des Paladins Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Das Amulett“ setzt Stephan R. Bellem seinen Zyklus um „Die Chroniken des Paladins“ for, die mit „Tharandor“ ihren Anfang nahmen.

Längst zur Legende geworden ist die Schlacht, in der einst der legendäre Held Throndimar den finsteren Magier Karandras besiegte. Die alten Geschichten berichten aber auch, dass seine Gefährten, der Magier Gordan und ein Zwergenkönig dafür sorgten, dass die Macht und das Wissen des Feindes – verkörpert durch sein Zauberbuch mit den Namen „Karand“ – vor der Welt verborgen und an einen unzugänglichen Ort entrückt wurde.

 

Das Böse selbst konnten die Recken jedoch nicht besiegen. Es zog sich erst einmal zurück, gedieh im Verborgenen, erstarkte wieder und fand schließlich in dem Magier Tarvin Xandor einen neuen Diener. Der Verbündetete sich mit den Stämmen der Orks und Goblins, brachte sie dazu immer wieder die Menschen anzugreifen und ihre Städte zu bedrängen, um im Verborgenen seinen eigenen Plänen nach zu gehen – nämlich das Buch Karand in seine Hände zu bekommen. Mit dem Krieger Dergeron Karolus findet er einen mächtigen Verbündeten, der ihn bei der Suche unterstützt.

Derweil nimmt sich der alte Magier Gordan zusammen mit dem Elfenkrieger Faeron Tel’imar und dem Zwergenprinzen Khalldeg des jungen Tharandor an. Der ist kein anderer als Throndimars Sohn und vielleicht sogar der neue Paladin des Lichtes. Tatsächlich erfüllt er alle Hoffnungen, die seine Lehrmeister in ihn setzen. Es gelingt mit vereinten Kräften Xandor zu besiegen, der in seiner Überheblichkeit unvorsichtig wird. Doch wieder ist das Böse nicht von der Welt verschwunden, denn die Kräfte, die ihn negativ beeinflusst haben, suchen sich in Dergeron einen neuen Vasallen und bringen ihn dazu, den Kampf gegen das Licht fortzusetzen, wenn auch ohne die Orks und Goblins.

Denn die haben unter ihrem König Ul’Goth die Kampfhandlungen eingestellt und einen sehr wackligen Frieden geschlossen. Nicht nur der alte Herrscher der Orks hat mit den Intrigen seiner Häuptlinge und Schamanen zu kämpfen, die ihn lieber heute als Morgen vom Thron stürzen möchten, auch die Menschen sind uneins.

In dieser Zeit müssen Tharandor und seine Freunde erkennen, dass das Buch Karand in den falschen Händen gefährlicher und mächtiger ist, als sie zuvor gedacht haben und durchaus gefunden werden kann. Deshalb versuchen sie es zu erreichen, ehe es andere tun, auch wenn der junge Paladin selbst noch viel zu lernen hat und sich so mancher zusätzlichen Prüfung stellen muss. Während der langsam immer sicherer wird, findet er auch Halt bei der Diebin Calissa, die bisher nicht wusste, wie sie ihn unterstützen konnte.

 

Stephan R. Bellem hat sich in Stil und Gestaltung seines Buches weiter entwickelt. Die Geschichte und vor allem die Dialoge sind längst nicht mehr so holprig wie in seinem Debüt „Tharandor“ und er nimmt sich an einigen Stellen mehr Zeit für Beschreibungen. Seine Nebenfiguren sind nun etwas lebendiger und plastischer, aber das Hauptaugenmerk ist immer noch die Action. Und davon bekommt der Leser reichlich.

Den ganzen Roman hindurch hetzt Stephan R. Bellem seinen Helden samt Gefährten durch einen regelrechten Parcours von Gefahren, Kämpfen und Schlachten, die mit sehr viel Begeisterung und Engagement beschrieben werden. Dabei macht es nichts aus, dass der Held und seine Freunde den klassischen Archetypen Krieger, Elf, Zwerg und Magier entsprechen und auch sonst alle möglichen Klischees gang und gebe sind – einschließlich der nur all zu beliebten erotischen Szenen, durch die der Held seiner späteren Gefährtin näher kommen soll, und die damit ihre Stellung in der Geschichte bekommt.

Immerhin gelingt es ihm, Orks und Goblins ein wenig differenzierter darzustellen, als man es gewohnt ist und den bösen ein wenig mehr Raum zu geben. Auch Dergeron und seine Helfer sind etwas vielschichtiger dargestellt als Xandor, wenngleich auch ihre Motivation ähnlich blass bleibt und langsam aber sicher auch das Wirken von Göttern und Dämonen mit einfließen lässt. Das führt zu einigen kleinen Überraschungen und einem Cliffhänger am Ende.

 

Alles in allem bietet „Das Amulett“ entspannende und unterhaltsame Lektüre mit einer überschaubaren Handlung, vertrauten Klischees und Archetypen, die keine Anforderungen an das Vorstellungsvermögen stellen. Oberflächlich gesehen ist das Buch sogar sehr spannend, nur sollte man nicht genauer über das nachdenken, was man gelesen hat, sondern einfach nur die Action genießen.

 

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Das Amulett

Reihe: Die Chroniken des Paladins, Bd. 2

Autor: Stephan R. Bellem

broschiert 426 Seiten

Otherworld, Graz erschienen Juni 2008

ISBN 978-3-902607-05-8

Titelbild von Michael Krug

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.07.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13