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Das Berlin-Wimmelbuch von Hermann Stange

Rezension von Björn Backes

 

Ein Wimmelbuch mit dem Thema Berlin – die Idee scheint interessant, da die bundesdeutsche Hauptstadt zweifelsohne auf kultureller, politischer und menschlicher Ebene den wohl größten Facettenreichtum des Landes verzeichnen kann und mittlerweile das hiesige Vorbild der Multi-Kulti-Gesellschaft prägt. Diese Aspekte haben Hermann Stange und Michael Fleischmann für ihr sympathisch illustriertes Projekt ziemlich umfangreich aufgenommen und ein ganz spezifisches Themenbuch gestaltet, welches trotz seiner jugendlichen Struktur die besondere Atmosphäre der einst geteilten Stadt wiederzugeben vermag. Und gerade dies ist ein ganz spezieller Punkt, der dieses informative Kinder- und Jugendbuch erst richtig hervorhebt.

 

Die beiden Autoren und Designer haben zunächst einmal den offensichtlichen Weg gewählt. Berühmte Gebäude und Denkmäler werden samt ihrer Bedeutung vorgestellt. So sieht man natürlich das Brandenburger Tor, den Reichstag und den Checkpoint Charlie, erfährt aber gleichzeitig auch ein wenig über die Infrastruktur der Stadt. Darüber hinaus begibt man sich an einige ganz besondere, nicht zwingend bekannte Schauplätze des Berliner Stadtlebens, seien es nun die Hackeschen Gärten, das Pergamonmuseum oder doch das Netz der Wasserstraßen, welches in Berlin ausgeprägter ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Während man mit kompakten Informationen über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten versorgt wird, bieten Fleischmann und Stange ihrer jungen Leserschaft auch noch die Möglichkeit, sich etwas intensiver mit den Skizzen auseinanderzusetzen. Auf jeder farbigen Doppelseite sind einzelne Begriffe und Symbole vorgegeben, die man in den großen Schaubildern wieder entdecken muss, und dies je nach Anzahl auch gleich doppelt, dreifach oder eben noch häufiger auf einem der Bilder. Hier gelingt dann auch sehr schön der Sprung von der leicht verständlichen Info-Lektüre zum eigentlichen Wimmelbuch, welches diese hier allerdings nur in recht eingeschränkter Form ist – wobei dies auch recht positiv zu werten ist. Sind die meisten Wimmelbücher mit Eindrücken und Skizzen regelrecht überfrachtet, ist der Inhalt des gleichnamigen Werks aus Berlin trotz seiner farblichen Vielfalt dennoch überschaubar und nicht mit Reizen übersät. Die zahlreichen Details wirken trotz ihrer Fülle realistisch und authentisch, so dass der Transfer des stadteigenen Flairs auch sehr einfach zu gewährleisten ist. Und im Übrigen auch sehr gut gelungen ist.

 

Für die Kritik ist indes noch interessant, inwiefern die Geschichte der Stadt im Buch aufgearbeitet wird. Diesbezüglich halten sich die beiden Urheber jedoch stark zurück. Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und auch die Mauer werden nicht thematisiert, was angesichts der 4-10-jährigen Zielgruppe aber auch völlig in Ordnung geht. Es wäre einfach nicht zweckdienlich, in diesem rundum fröhlichen, farbenfrohen Buch den Holocaust und seine Folgen anzusprechen. Daher ist auch der kurze historische Überblick auf der beiliegenden CD eher kindgerecht ausgefallen, auch wenn einige der Themen kurz angeschnitten werden. Aber für eine grobe, verständliche Übersicht reicht die auditive Dokumentation allemal.

 

Fazit:

Alles in allem macht das „Berlin Wimmelbuch“ also einen sehr guten Eindruck. Der schmucke Hardcover-Band bewährt sich mit einer tollen Aufmachung, schönen Zeichnungen, und einfachen, informativen Texten und glänzt darüber im idealen Übertrag der typisch Berlinerischen Atmosphäre. Sowohl als Anschauungsmaterial, als auch als unterhaltsamer Bilderbuch-Band eignet sich dieses sehr spezielle Wimmelbuch nahezu perfekt.

 

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Das Berlin-Wimmelbuch

Autor: Hermann Stange

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

Verlag: Betz, Wien (Februar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3219113370

ISBN-13: 978-3219113372

ab 4 Jahre

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.03.2008, zuletzt aktualisiert: 23.01.2015 23:58