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Das blaue Feuer von Janice Hardy

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Schon Janice Hardys Debüt merkte man an, dass sie ihre Reihe um die junge Nya auf mehrere Bände angelegt hat, denn auch wenn „Die Heilerin“ ein vorläufiges Ende hatte, blieb doch eine ganze Menge an Fragen offen und ließ die Heldin in einer desolaten Situation zurück.

 

Nya und ihre Schwester Tali leben in den Elendsvierteln der Stadt Geveg und schlagen sich nach dem Tod der Eltern mehr oder weniger gut durch. Beide besitzen die Gabe des Heilens, etwas, was die Stadtoberen sehr interessiert, denn nur wenn die „Heilergilde“ alle Menschen mit diesen Fähigkeiten unter Kontrolle hat, können sie damit auch Geld machen.

Wilde Talente werden gejagt.

Eines Tages hat Tali aber genug von dem Leben im Verborgenen und schließt sich der Gilde an. Nya lässt sie ziehen, bleibt aber selbst in den Schatten, denn ihre Gabe geht noch etwas weiter als normal üblich. Sie kann nicht nur Schmerzen in ein magisches Metall umladen, sondern dies auch wieder an anderen Menschen weiter geben, was auch zu einer Waffe werden kann.

Und sie will nicht miterleben, dass sie als Waffe missbraucht wird. Doch genau das geschieht, all der Herzog von Baseer sein Machtgebiet ausweitet und nun auch Geveg zu erobern droht. Er arbeitet bereits mit umgepolten Heilern. Und als auch Tali verschwindet, ahnt Nya, dass die Heilergilde gemeinsame Sache mit dem hinterhältigen Fürsten macht.

Dann allerdings wird sie durch den Verrat einer Familie, der sie vertraut hat, gefangen genommen. Auf dem Weg nach Baseer gelingt es ihr, zu entkommen. Dennoch begibt sie sich in die Stadt des Feindes, denn dort sind Freunde gefangen, die sie erst befreien muss, um dann auch Tali zu finden. Ohne es zu ahnen gerät sie dabei noch tiefer in die Intrigen, die sich längst um sie und die anderen spinnen.

 

Janice Hardy konzentriert sich auch in „Das blaue Feuer“ eher auf die Menschen und verzichtet darauf, eine epische Geschichte zu erzählen. Es sind ganz eigennützige Motive, die Nya dazu treiben, sich gegen den machtbesessenen Herzog zu stellen und dabei eine ganze Menge zu wagen – die Loyalität zu den Freunden und der immer noch verschollenen Schwester, deren Schicksal nun immer ersichtlicher wird.

Durch die Reise nach Baseer erweitert sich auch der Hintergrund. Man erfährt mehr über die Machenschaften des Feindes und seine bisherigen Fortschritte, auch wie viel er eigentlich über Nya weiß und was er mit ihr vor hat.

Die Handlung ist sehr geradlinig erzählt, die Spannung allerdings eher moderat, das die Geschichte zwischendurch leider immer wieder an Fahrt verliert, weil die Heldin nach einigen Fortschritten wieder ins Stocken gerät und dann nicht genau weiter weiß, weil einige Probleme sich viel zu einfach auflösen – gerade wenn Nya und ihre Freunde wieder einmal in Gefahr geraten und drohen aufzufliegen.

Auch das Ende ist sehr unbefriedigend, da weiterhin sehr viele Fragen offen bleiben. Immerhin entwickeln sich die Figuren weiter, vor allem das junge Mädchen, das nun immer deutlicher merkt, dass sie eigentlich nicht weglaufen kann, sondern sich ihrem Gegner stellen muss, wenn sie Menschenleben retten muss.

Leider weiß man immer noch nicht, was den Herzog und seine Schergen außer der üblichen Machtgier noch alles antreibt, so dass diese und ihre Motive weiterhin sehr blass bleiben.

 

Alles in allem kann „Das blaue Feuer“ das Niveau von „Die Heilerin“ halten, auch wenn man sich von diesem Roman stellenweise mehr erhofft als er bieten kann. Die Geschichte bleibt immer noch auf einer oberflächlichen Ebene und verschenkt viele der Möglichkeiten, die die Ideen eigentlich bieten.

 

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Buch:

Das blaue Feuer

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 2

Autorin: Janice Hardy

Paperback, - 302 Seiten

Bastei-Lübbe, Köln, erschienen Oktober 2010

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Edda Petri

Titelbild von Marta Dahlig

ISBN-10: 3404285514

ISBN-13: 978-3404285518

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.11.2010, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13