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Das Böse Buch von Magnus Myst

Rezension von Olaf Kieser

 

Rezension:

Lesen bildet. Ein gutes Buch kann den Leser in unbekannte Welten entführen und ihm neues Wissen erschließen. Ein böses Buch kann das aber auch. Das Böse Buch von Magnus Myst ist so böses Buch. Es ist von einem ähnlich diabolischem Wesen wie das berühmt berüchtigte Necronomicon. Der Verfasser dieser Rezension hat keine Gefahren gescheut und ist in die tiefsten Tiefen des Bösen Buches vorgedrungen.

 

Ohne zu übertreiben kann man »Das Böse Buch« als ungewöhnlich bezeichnen. Nachdem es den neugierigen (Oder unvorsichtigen?) Leser willkommen geheißen hat, geht es direkt los. Laut Buch kann man in ihm den Schlüssel zu einem mächtigen magischen Artefakt finden. Natürlich gibt es so wertvolle Dinge im Leben nicht umsonst. Bevor er nur davon träumen darf, das Schwarze Amulett zu besitzen, muss der Leser zehn gefährliche und schwierige Prüfungen bestehen. Diese sind unterschiedlichster Natur. Einige lassen sich durch den Verstand lösen, einige benötigen Körpereinsatz und ein paar fordern wesentlich mehr.

 

»Das Böse Buch« ist Vertreter der Gattung des Mitmach-Buches bzw. Activity-Books. Der Leser wird nicht nur durch das Lesen von Texten unterhalten, er wird auch zu Aktivitäten aufgefordert. Der Reiz dieses Buches hat verschiedene Ursachen. Zunächst sind ja seit einiger Zeit Magie und Fantasy gerade im Jugendbuch-Bereich sehr erfolgreich. Natürlich schadet es auch nicht, dass das Buch unterhaltsam, raffiniert und humorvoll geschrieben ist. Beim Lesen hat man tatsächlich gelegentlich das Gefühl, dass das Buch zu einem spricht. Den einzelnen Prüfungen gehen zehn Geschichten voran, die den Leser einstimmen sollen bzw. Hinweise auf die Prüfung beinhalten. In diesen Texten und den Kommentaren des Buches kommt der schräge, ironische und manchmal erstaunlich schwarze Humor besonders gut zum Tragen. Es bewegt sich damit auf dem Niveau des Humors, denn man in vielen angesagten Kinderserien und Jugendbüchern findet, wie z. B. Spongebob Schwammkopf. Der skurrile und oft schwarze Humor macht das Buch auch für ältere Leser (z.B. Eltern) unterhaltsam. Obwohl das Buch für Kinder geschrieben ist, geht es doch nicht gerade nachsichtig mit seiner Zielgruppe um. Das könnte so manchem (Pädagogen) negativ aufstoßen und eine scharfe Kritik hervorrufen. Doch das wäre übertrieben und ginge an der Sache vorbei. Es wäre eher ein Beweis für die Humorlosigkeit des Betreffenden. Gelungen ist auch die Verbindung von Fiktion und Realität. Denn so manches, wovor das Buch warnt, trifft tatsächlich ein. Gerade die zweite Prüfung ist ein guter Beleg dafür.

 

Das Design des Buches kann als gelungen bezeichnet werden. Die schwarz-silberne Cover bringt den in leuchtendes Rot gehaltenen Titel schön unheimlich zur Geltung. Die Innenillustrationen sind zumindest solide und passen zu dem Thema. Auch die Rätsel, die auf Bildern oder Zeichnungen beruhen, sind anspruchsvoll aber lösbar geraten. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für das unterschiedliche Schriftbild. Man trifft im Laufe der Lektüre auf verschiedene Figuren, die alle eine andere Schrift haben. Das hilft bei der Unterscheidung der einzelnen Figuren, steigert aber auch die Atmosphäre nicht unwesentlich. Die Rätsel oder Prüfungen sind, wie bereits weiter oben erwähnt, abwechslungsreich. Da müssen beispielsweise Nachrichten entschlüsselt und der Weg durch ein Labyrinth gefunden werden. Der Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich hoch, steigert sich aber insgesamt mit den Prüfungen. Durch die verschiedenen Prüfungsarten kommt keine Routine auf, da immer wieder ein anderes Vorgehen verlangt wird. Allerdings wäre es doch schön gewesen, wenn gerade für die zehnte Prüfung auch Lösungen im Buch angegeben worden wären. Zwar mag das zu einem hinterhältigen Buch passen, dass man seine Antworten nicht überprüfen kann, doch hätte man gerne die Lösung für einige der Fragen. Das ist allerdings auch der einzige Punkt, der negativ anzumerken ist.

 

Fazit:

»Das Böse Buch« bietet dem geneigten und mutigen Leser ein abwechslungsreiches Lese- und Rätselvergnügen. Design und inhaltliche Gestaltung überzeugen. Humor und Rätsel sind so, dass auch ältere Leser ihren Spaß haben.

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Böse Buch

Autor: Magnus Myst

Illustrationen: Jörg Hartmann

Gebunden, 123 Seiten

Ueberreuter, Januar 2009

 

ISBN-10: 3800054663

ISBN-13: 978-3800054664

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.09.2009, zuletzt aktualisiert: 01.11.2019 12:39