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Das Buch der Tausend Tage von Shannon Hale

Rezension von Christel Scheja

 

Shannon Hale studierte Kreatives Schreiben und lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von Salt Lake City. Sie verfasste bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene, doch erst „Das Buch der Tausend Tage“ erhielt einen Award.

 

Dashti stammt aus dem Volk der Araten. Ihre ersten fünfzehn Jahre hat sie in einer Jurte auf der Steppe verbracht und viele Lieder von ihrer Mutter gelernt. Doch nach ihrem Tod bleibt ihr nichts anderes übrig, als Arbeit in einer der Städte zu suchen. Sie glaubt sich erst glücklich schätzen zu können, als sie die vertraute Dienerin der jungen Lady Saren wird, deren Vater über die Stadt und das kleine Reich herrscht.

Doch dann lässt der erzürnte Fürst die beiden Mädchen in einen Turm einsperren und alle Zugänge vermauern. Nur durch eine Klappe können sie Verbindung mit der Aussenwelt aufnehmen, allerdings bewachen Soldaten den Ort.

Sieben Jahre soll seine Tochter dort ausharren, weil sie sich geweigert hat, den für die ausersehenen Mann zu heiraten, weil sie ganz offensichtlich einen anderen liebt.

Dashti teilt geduldig das Schicksal der jungen Adligen, auch wenn sie sich ihre eigenen Gedanken macht und nicht immer nur das tut, was ihre Herrin verlangt. Sie versucht das Beste aus der Situation zu machen und ist deswegen auch besser auf alles vorbereitet, als einige Jahre später die Flucht aus der Dunkelheit möglich ist – in einen Welt, die sich stark verändert hat...

Nun wird das Steppenmädchen zur treibenden Kraft hinter allem und geht selbstbewusst einen Weg, der sie am Ende zum Ziel ihrer Träume führt.

 

Die Geschichte bedient sich des alten europäischen Märchens von der Jungfer Maleen, die ebenfalls in einen Turm eingeschlossen wird, versetzt das ganze aber in ein fernöstliches Setting, was der Geschichte eine sehr interessante Note gibt.

Auch verändert sie die Geschichte, erzählt sie aus der Sicht der Dienerin, die ihre Erlebnisse genau aufzeichnet und lässt die junge Adlige nur aus deren Sicht erscheinen.

Der Roman ist wie ein Tagebuch aufgebaut, aber ausgezeichnet zu lesen, da man sich sehr schnell in die Heldin hinein versetzen und ihr folgen kann. Auf der anderen Seite bleiben die restlichen Figuren eher blass und oberflächlich.

Trotz des märchenhaften Themas verzichtet er auch Schmalz und Kitsch, was auch an dem ungewöhnlichen Hintergrund und der Kultur der Figuren liegen mag, die viele Handlungsmuster gar nicht erlauben.

Die Geschichte vermischt bekannte Versatzstücke mit recht modernen Ideen und peppt die Liebesgeschichte damit auf. Dashti wird zu einer Heldin, die sehr selbstbewusst handelt und für sich in die Dinge, die ihr am Herzen liegen kämpft, aber sie darf auch ganz Frau sein: fürsorglich und liebenswert, aber auch romantisch und manchmal ein wenig verspielt.

 

Das macht „Das Buch der Tausend Tage zu einer lebendigen Geschichte, die Leserinnen zwischen zwölf und dreißig Jahren ansprechen dürfte, die neben einer Liebesgeschichte auch exotische Hintergründe ohne Klischees oder gar Kitsch und vor allem auch sehr selbstbewusste Heldinnen mögen.

 

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Das Buch der Tausend Tage

Autorin: Shannon Hale

broschiert, 319 Seiten

cbj, erschienen November 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Anne Brauner

Titelbild von diversen, Innenillustrationen und Karte von James Noel Smith

ISBN-10: 3570400395

ISBN-13: 978-3570400395

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.01.2011, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49