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Das Buch des Dämons von Sam Sykes

Reihe: Die Tore zur Unterwelt, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Wenn man der Autorenvorstellung glauben darf, ist der fünfundzwanzigjährige Sam Sykes der Sohn von Diana Gabaldon, die mit ihrer „Highland“-Saga zu den langjährigen Bestsellerautoren zählt. Ganz offensichtlich hat das Schreiben auch auf ihn abgefärbt. Mit „Das Buch des Dämons“ präsentiert er sein erstes Werk, das gleichzeitig auch der Auftakt der Saga „Die Tore zur Unterwelt“ ist.

 

Vor langer Zeit gelang es den Menschen mit der Hilfe von anderen Rasen und den Göttern, die meisten Dämonen zu vertreiben und die Tore zur Unterwelt zu versperren. In einem Buch wurden die Rituale und Zauber notiert, durch die es damals gelang, diese zu verschließen, doch es ist lange verschollen. Allerdings haben die auf der Erde verbliebenen Dämonen und deren Diener es nicht aufgegeben, nach ihm zu suchen, um damit das Aeonstor wieder zu öffnen und damit die Macht des Bösen vollständig zu entfesseln.

Von all dem ahnen der menschliche Abenteurer Lenk und seine Weggefährten nichts. Sie haben weit irdischere Probleme, denn es gilt die Überfahrt auf einem piraten- und monsterverseuchten Meer zu überleben. Dabei scheren sich die Shict und Kämpferin Katiara, der Magier Dreadeleon, der Drachenmann Gariath, die Priesterin Asper und der verschlagene Assassine Denaos nicht, in erster Linie an sich selbst zu denken und keine Skrupel zu zeigen. Nachdem sie glücklich an Land gekommen sind, müssen sie allerdings erfahren, dass sie unwissentlich den Dämonen einen Weg gezeigt haben, das Aeonstor zu öffnen. Denn ausgerechnet Dreadeleon hat etwas bei sich gehabt, auf das die Mächte des Bösen nur gewartet haben.

Das ebnet ihnen den Weg für einen neuen Auftrag, der mit gut tausend Goldstücken auch angemessen bezahlt wird. Denn Abenteurer wie diese buntgemischte Schar kümmern sich nicht um das Schicksal der Welt, so lange sie es nicht betrifft, sondern sehen nur ihren Verdienst. Wie lange noch?

 

„Das Buch des Dämons“ zeichnet sich vor allem durch eines aus – die minutiöse Beschreibung von Köpfen und Schlachten gegen Menschen und andere humanoide Rassen, Froschwesen und Monster des Meeres. Dabei scheint es der Autor zu genießen in Gewalt und Blut zu schwelgen und die Fähigkeiten der Helden gekonnt in Szene zu setzen.

Er erschafft damit eine schmutzige Umgebung mit vielen Graustufen, die in sich stimmig ist, aber vermutlich nicht jedem gefallen dürfte. Dabei beschränkt er sich auf die Umgebung der Helden, so dass die Welt, in der die Helden sich bewegen auf weiter Strecke eher schwammig bleibt.

Besonders wenig beschäftigt er sich mit den Figuren. Lenk und Co. sind mehr oder weniger auf wenige Eigenschaften reduziert, wie die Archetypen in einem Rollenspiel. Es interessiert Sykes offensichtlich nicht, wie sie wirklich denken und fühlen oder ob sie besondere Schwächen haben – Hauptsache sie wissen sich möglichst vulgär aufzuführen und coole Sprüche zu benutzen.

So kommt der Verdacht auf, dass sich der Autor möglicherweise an einer selbstgestalteten „Dungeons & Dragons“-Kampagne orientiert hat, denn viele Handlungsmuster sind sehr typisch für die klassischen Questen, in denen es nur um Monster und Schätze geben: Die Helden streifen zunächst recht ziellos durch die Gegend, bis sie erste Spuren finden. Wenn sie sich nicht in Kämpfe verstricken lassen, versuchen sie sich gegenseitig zu übervorteilen.

Letztendlich wird man mit keiner Figur wirklich warm, da die Charaktere zumeist sehr unsympathisch auftreten und handeln und auf der anderen Seite nicht wirklich im Gedächtnis bleiben.

Action ist durch die vielen Kämpfe zwar vorhanden, aber sie kann nicht wirklich über die platte und extrem in die Länge gezogene Handlung hinweg täuschen. Insgesamt bleibt die Geschichte mehr oder weniger auf der Strecke, da sie nicht wirklich viel Handlung enthält.

 

Alles in allem dürfte „Das Buch des Dämons“ wie vermutlich auch die restlichen Bücher der Saga um „Die Tore zur Unterwelt“ am ehesten Fantasy-Rollenspieler in den Bann schlagen können, sie ihre Figuren leicht in den Protagonisten des Buches wiederfinden können. Wer mehr als eine schlichte Handlung, flache Charaktere und aneinandergereihte Action von seiner Lektüre erwartet, sollte besser die Hände von diesem Buch lassen.

 

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Das Buch des Dämons

Autor: Sam Sykes

Reihe: Die Tore zur Unterwelt, Bd. 1

Penhaligon, München, erschienen April 2011

Paperback, 731 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Wolfgang Thon

Titelbild von Isabelle Hirtz

ISBN-10: 3764530553

ISBN-13: 978-3764530556

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.07.2011, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13