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Das Dämonenauge

Reihe: Dorian Hunter 17

Hörspiel

Rezension von Oliver Kotowski

 

Rezension:

Dorian Hunter ist mit der Voodoo-Priesterin Valiora und seinem Freund, dem Millionär Jeff Parker in dessen Privatjet auf dem Weg nach Haiti. Dort, so verspricht Valiora, befindet sich ein Pfand, das Asmodis vernichten kann – sie hatte es von dem Mann erhalten, der Asmodis einstmals war: von Mackandal. Ehedem, nach dem Verrat Mackandals an dem ersten Asmodis, hatte dieser die Hinrichtung und Einäscherung seines verräterischen Schülers veranlasst, doch Valiora hatte im Gefängnis den Todgeweihten besucht, ein Pfand abgenommen und versprochen, ihn zu retten. Da der Kapitän sich eine Beruhigung der schwarzen Sklaven durch die Herausgabe der Asche Mackandals versprach, ließ er sie durch einen Priester an Valiora überbringen – sie führte das Ritual durch und brachte ihren Geliebten zurück. Doch noch bevor der zu Bewusstsein gelangte, prophezeite Mama-Loi ihrer Schülerin, einen großen Fehler gemacht zu haben, und rang ihr das Versprechen ab, niemals zu verraten, wo sich das Pfand befindet. Wie klar Mama-Loi gesehen hatte, denn Mackandal war zu lange tot gewesen – und wurde alsbald zum neuen Asmodis. Jetzt, nach Jahrhunderten, will Valiora ihren Fehler wieder gut machen – es gilt das Pfand zu zerstören.

 

Das Dämonenauge ist die siebzehnte Folge und der Abschluss des ersten Zyklus der Reihe Dorian Hunter: Jetzt geht es Dorians Nemesis an den Kragen. Der Kernplot ist recht schlicht: Dorian reist mit einigen Mitstreitern nach Haiti, um das Pfand Mackandals zu vernichten – natürlich gibt es einige Widerstände und überraschende Wendungen. Soweit ist es eine gewöhnliche search-and-destroy-Abenteuergeschichte bzw. Queste, da es ein paar Versuchungen gibt. Bald aber wird klar, dass die Situation etwas komplizierter liegt: der Mackandal-Asmodis hätte seinen Mörder nicht ersetzen können, wenn er nicht ein gerissener Planer wäre, und so kocht er sein eigenes Süppchen – und dann sind da noch Mama-Loi und Olivaro, die ebenfalls eigene Vorstellungen haben. Schließlich gibt es noch einige Rückblenden, die einerseits die bestehende Situation, andererseits einige offene Rätsel klären.

Im Ergebnis wird ein hübsches Potpourri geboten, das Elemente der Abenteuer-, Rache-, Rätsel- und Rivalitätsplots bietet; die einzelnen Elemente sind dabei kaum originell, aber die Melange ist kohärent, stimmig und langweilt nie. Dazu trägt auch die gemäßigt verschachtelte Erzählstruktur bei, die Zeitsprünge und Perspektivwechsel klug nutzt, um mit der Vergabe von Metainformationen zu spielen. Auch hinsichtlich des Plotflusses ist dem Skript kein Makel zu attestieren – der Plot wird zügig entwickelt, ohne dass sich die Ereignisse überschlagen.

 

Die Zahl der Sprecher ist für eine Dorian Hunter-Reihe eher gering – das Booklet zählt nur sechzehn Sprechrollen auf. Dafür kommen die meisten wichtigen Rollen zu Wort und so hört man zahlreiche Könner: (natürlich) Thomas Schmuckert (Dorian Hunter) mit beinahe dem kompletten Hunter-Team – Andreas von der Meden (Jeff Parker), Tim Kreuer (Phillip Hayward), Claudia Urbschat-Mingues (Coco Zamis), Regina Lemnitz (Martha Pickford), Frank Felicetti (Donald Chapman) und Konrad Halver (Trevor Sullivan) – den letzten regulären Schurken – Klaus Dieter Klebsch (Asmodi) und Stefan Krause (Olivaro) – sowie den relevanten Figuren des Mackandal-Bogens – Daniela Hoffmann (Valiora), Luise Lunow (Mama-Loi Jorubinia) und Bernd Vollbrecht (Mackandal). Alles Namen illustrer und herausragender Sprechertalente, die ich in meinen bisherigen Rezensionen zur Reihe gewürdigt habe. Und das sind noch nicht einmal alle Sprecher. Im Großen und Ganzen eine sehr gute Performanz, wobei mir die Schurken wieder einmal besonders gut gefallen haben. Ein wenig enttäuscht hat mich nur die Interpretation der Coco Zamis – Urbschat-Mingues hat sie nach meinem Dafürhalten etwas zu distanziert angelegt.

 

Die Inszenierung ist gewohnt modern: So gibt es keinen Erzähler und die Geräusche werden nicht nur szenarisch sondern oft genug auch dramaturgisch eingesetzt – zu Beginn bittet ein Priester Valiora um einen Schluck Wasser, sie reicht ihm ein Glas mit einer trüben Flüssigkeit, was der Hörer dem Gespräch der beiden über die Färbung entnimmt; dann hört man Schluckgeräusche und weiß, dass der Priester trinkt. Gelegentlich erfordert die Einordnung auch etwas mehr Aufmerksamkeit. Man hört beinahe beständig Hintergrundgeräusche, dramaturgische Geräusche sind erheblich seltener. Technisch sind sie wie immer hervorragend umgesetzt. Die Tonschichten sind hier eher konservativ verwendet – meist gibt es nur zwei oder drei (zumeist Sprecherdialog und Geräusche, bisweilen Sprecherdialog und Musik oder alle drei zusammen). Musik wird relativ sparsam eingesetzt, meist zur Untermalung, gelegentlich zur Überleitung. Dabei wird ein breites Spektrum von Instrumenten verwendet – und überdies auf nicht immer leicht einzuordnende Weise: ein Klavier, Streichinstrumente – vielleicht Geigen –, ein Bläser – vielleicht eine Oboe oder ein Horn –, ein Schlaginstrument – vielleicht eine kleine Glocke oder ein Xylofon – und dergleichen mehr. Insgesamt ist eine unterschwellig irritierende, verunsichernde Musik – gewohnt gut.

 

Fazit:

Dorian Hunter ist mit seinem Freund Jeff Parker und der bezaubernden Voodoo-Priesterin Valiora unterwegs nach Haiti, um dort das Auge Asmodis – und damit Asmodis selbst – zu vernichten. Das Dämonenauge ist der Abschluss des Asmodis-Bogens; Skript, Sprecherperformanz und Inszenierung, alles ist auf gewohnt hohem Niveau – zusammen mit dem passenden Ende des Bogens, ergibt dieses eine gute Folge.

 

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Hörspiel:

Das Dämonenauge

Reihe: Dorian Hunter 17

Produzent: Dennis Ehrhardt

Regie: Marco Göllner

Label: Folgenreich

Erschienen: Februar 2012

Umfang: 1 CDs, ca. 74 min

ASIN: B006HIYNAW

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher

Thomas Schmuckert

Andreas von der Meden

Klaus Dieter Klebsch

Daniela Hoffmann

Luise Lunow

Claudia Urbschat-Mingues

 

 

 

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.03.2012, zuletzt aktualisiert: 15.07.2019 20:03