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Das Dorf der Wilden Tiere

Filmkritik von Christel Scheja

 

Man sieht sie nicht oder nur ganz selten, oft genug hört man es rascheln, zirpen, singen oder gar fiepen, aber wie vielfältig die Natur auch in Siedlungen der Menschen sein kann, dass wissen Stadtmenschen gar nicht, die in den Dörfern schon immer. Mit „Das Dorf der Wilden Tiere – Die großen Geheimnisse unserer kleinen Tiere, will die BBC das ändern. Die Dokumentation richtet sich an alle Altersstufen.


Es liegt idyllisch, umgeben von Feldern und der Natur, das kleine, ungenannte Provinzdorf, das zum Schauplatz kleinerer und größerer Dramen im Jahreslauf wird. Denn nicht nur Menschen leben in den alten Häusern aus Stein, sie haben auch viele tierische Mitbewohner, die gar nicht dran denken, irgendwelche Miete zu zahlen.

Im Jahresverlauf kommen sie immer mehr zum Vorschein, so wie die Hornissenkönigin, die sich in einem alten Dachboden ein kleines Nest baut und ein neues Volk begründet, die Siebenschläfer, die die ersten Sonnenstrahlen noch verschlafen und erst später zum Vorschein kommen. Wenn die Blumen sprießen, dann sind auch die Vögel unterwegs um zu balzen und neues Leben in die Welt zu setzen. Mäuse, Ratten und andere kleine Nager tummeln sich in uns um die Häuser, immer tunlichst darauf bedacht, nicht aufzufallen und den Menschen aus dem Weg zu gehen. Auch der Marder verhält sich so, aber manchmal sind die Kabel in einem Auto ebenso verlocken. Selbst Wildschweine, Käuze und kleinere Raubvögel finden ihren Weg in das Dorf und erst wenn der Winter naht, wird es wieder ruhiger.


Es ist eine liebenswerte und verspielte Dokumentation mit kleinen aber sehr spektakulären Aufnahmen, bei denen man sich fragt, wie man den Marder im Motorraum erwischen konnte oder das Treiben im Hornissenstock beobachten.

Diesmal setzt die Dokumentation auch oft auf Zeitlupe drastische Schnitte oder Zeitraffer-Aufnahmen, um das ganze ein wenig spannender zu machen. Mit einem Augenzwinkern wird das Alltägliche zu einem Drama hochstilisiert, mit entsprechender Musik unterlegt und auch kommentiert.

Es ist besonders, die kleinen Tiere bei ihrem bunten Treiben in den Gassen und Gärten, auf den Dachböden oder in den Kellern zu beobachte, denn die schnelle Erzählweise lässt kaum Zeit, innezuhalten und durchzuatmen.

Das macht die Dokumentation auch ein zweites Mal sehenswert, damit man dann auch nicht mehr die vielen kleinen Details übersieht, die noch eingebaut wurden. Da die Dokumentation für die ganze Familie gedacht ist, gibt es auch keine blutigen Grausamkeiten zu sehen – schlägt ein Vögel oder ein Raubtier seine Beute, bekommt man das nur sehr kurz zu sehen und wenn dann ohne Blut und Überreste.

So bleiben die 79 min durchweg kurzweilig und ohne Längen, denn es gibt immer etwas zu sehen oder es passiert irgend etwas, mit dem man als Zuschauer nicht gerechnet hat.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, Extras gibt es keine, ebenso wenig wie eine originale Tonspur, was aber der Güte und dem Unterhaltungswert der Dokumentation keinen Abbruch tut.



Fazit:


Wer mehr über das Treiben der kleinen Tiere in menschlichen Siedlungsräumen wissen will, kann problemlos nach „Das Dorf der wilden Tiere“ greifen, denn der Film enthüllt auf sehr unterhaltsame Weise, wie sich die kleinen Lebewesen mit dem Menschen arrangiert haben und diesen immer wieder austricksen.


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DVD:

Das Dorf der Wilden Tiere

Regisseure: Verity White

Umfang: 1 DVD

Ton: Deutsch (DD 2.0)

Bildseitenformat: 16: 9, RC 2

Polyband/WVG, 31. August 2018

Produktionsjahr: 2016

Spieldauer: 79 Minuten

 

ASIN: B07DQ43Q9P

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.08.2018, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01