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Das Drachenschwert von Daniel Hanover

Reihe: Dolch und Münze, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Hinter dem Pseudonym Daniel Hanover versteckt sich kein anderer als der amerikanische Autor Daniel Abraham, von dem in Deutschland die Saga um „Die magischen Städte“ erschien. Derzeit arbeitet er mit George R. R. Martin an der Umsetzung von „Das Lied von Eis und Feuer“ in Comicform. „Das Drachenschwert“ ist der Auftakt zur einer Reihe um „Dolch und Münze“.

 

Der altgediente Veteran Marcus Wester weiß, worauf es ankommt. Gold und Geld sind schnell ausgegeben, viel wichtiger ist es ihm, Gesundheit und Leben seiner Männer zu erhalten. Deshalb nimmt er auch nicht jeden Auftrag an und gilt als sehr wählerisch. Zudem beobachtet er die Entwicklungen um sich herum und weiß, wann es Zeit, ist aus einer Stadt oder einem Ort zu verschwinden.

Schon seit einer ganzen Zeit gibt es immer wieder Gerüchte über Eroberungsfeldzüge einer Nation. Um dem zu entgehen, lässt er sich auf die Begleitung eines mageren jungen Stallknechts ein, der scheinbar nur Wolle transportiert, aber dennoch das Ziel von Halunken ist. Schon bald wird deutlich, dass hinter der Maskerade das Mädchen Cithrin steckt, dass als Lehrling in einer Bank nun damit beauftragt wurde, Reichtümer aus der Stadt zu schaffen und man sie deshalb nicht ohne Grund angegriffen hat.

Trotz ihrer Jugend ist sie ihrem Lehrherrn loyal und entwickelt einen Plan, die Reichtümer nicht nur zu erhalten, sondern auch noch zu vermehren. Marcus und seine Leute, sowie eine Schauspieltruppe werden wichtige Figuren in ihrem Plan

Derweil fällt Vanai den Eroberern in die Hände. Und das ist nur der Anfang, denn die Stadt wird in die Hände eines unerfahrenen Statthalters gegeben, eines jungen Adligen der vorher nicht für voll genommen und mehrfach gedemütigt wurde. Diese Macht in seinen Händen hat ungeahnte Folgen.

 

„Das Drachenschwert“ entwickelt sich gemächlich, nimmt sich die Geschichte doch Zeit, die zentralen Figuren einzuführen und in ihrem gewohnten Umfeld vorzustellen. Da ist einmal die junge und unerfahrene Cithrin, die sich von einem naiven Mädchen zu einer ausgebufften Geschäftsfrau entwickelt. Marcus Wester, der anfängt, sich auch für die größeren Zusammenhänge zu interessieren und nicht nur auf den nächsten Tag zu sehen und der junge Adlige, der vom verlachten Außenseiter zu einem mächtigen aber auch launischen Mann wird.

Über allem schweben die Vermächtnisse der Vergangenheit, hinterlassen von den Drachen, die einst die menschlichen Rassen schufen und einem Konflikt auf Götterebene, der sich in den Eroberungszügen der Sterblichen niederschlägt.

Der Autor schwelgt in Beschreibungen, verrät aber längst nicht alles. Dadurch bleibt die Spannung allerdings auf einem niedrigen Niveau und fordert von den Lesern sehr viel Geduld ab. Es gibt natürlich Actionszenen, die das ganze etwas auflockern, aber alles in allem verliert sich die Geschichte doch immer wieder in scheinbare Nebensächlichkeiten, die die Handlung nicht wirklich vorantreiben.

Die Figuren sind überraschen wenigstens immer wieder durch neue Facetten ihres Wesens, so dass man wenigstens in dieser Richtung nichts voraussagen kann und an ihnen interessiert bleibt.

 

„Das Drachenschwert“ ist ein Fantasy-Roman, den vermutlich diejenigen schätzen werden, die interessante Settings mit einem ausgefeilten Hintergrund, komplexen Geheimnisse und ausführliche Charakterzeichnungen mögen, und nicht nur auf schnelle und oberflächliche Unterhaltung vor exotischer Kulisse setzen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Drachenschwert

Autor: Daniel Hanover

Reihe: Dolch und Münze, Bd. 1

broschiert, 670 Seiten

Blanvalet, erschienen August 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Simone Heller

Titelbild von Max Meinzold

ISBN-10: 3442268656

ISBN-13: 978-3442268658

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B007W8RJ4S

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 26.11.2012, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 15:27