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Das dritte Geheimnis von Luis Miguel Rocha

Rezension von Tanja Thome

 

Rezension:

Im Januar 2009 erschien bei Bastei Lübbe ein Vatikanthriller des portugiesischen Autors Luis Miguel Rocha als Taschenbuchausgabe mit 335 Seiten Umfang.

 

Nur 33 Tage lang war Papst Johannes Paul I. im Amt, dann war er tot. War es ein natürlicher Tod durch einen Infarkt oder gar Mord?

 

Die Journalistin Sarah Monteiro kommt der Wahrheit viel zu nah, als man sie unfreiwillig in diese zu diesem Zeitpunkt bereits dreißig Jahre zurückliegende Geschichte hineinzieht. Sie erhält eine Liste mit Namen, die sie nicht in einen Zusammenhang zu bringen weiß, doch die, für die diese Liste ungemein wichtig ist, sind bereits auf dem Weg, um Sarah zu liquidieren. Ihr bleibt nichts außer der Flucht und der Auseinandersetzung mit der Liste und dem, was sie verrät.

 

Rocha hat sich eine recht verbreitete Verschwörungstheorie zur Brust genommen, um diese in einem Roman zu verarbeiten. Basis der Geschichte ist hierbei die Vermutung, es habe sich beim Tod des „lächelnden Papstes“ um Mord gehandelt, und auch die Propaganda Due (P2) bringt der Autor als federführend in den Roman ein.

 

Dieser Thriller ist nicht so leicht und beschwingt zu lesen wie beispielsweise Dan Browns Romane, was an verschiedenen Punkten liegt. Zunächst einmal wechselt in Das dritte Geheimnis oftmals die Perspektive, die Zeit und der Ort des Geschehens, was dem Leser ein recht hohes Maß an Aufmerksamkeit beim Lesen abverlangt, des weiteren hat Rocha darauf verzichtet, alle angenommenen Personen, Organisationen und Geschehnisse möglichst einfach zu erläutern, sondern setzt ein gewisses Vorwissen zur Thematik beim Leser voraus. Verfügt man über dieses nicht, muss man sich – und dazu reichen die Personenbeschreibungen am Ende des Buches nicht aus – parallel zur Lektüre ein wenig ins Thema einfuchsen, was trivialer Unterhaltung ebenfalls zuwiderlauft.

 

Was zunächst vielleicht eher negativ wirkt und für ein eher langsames Lesetempo sorgt, hat jedoch durchaus seine Vorzüge. Rocha erreicht auf diese Art und Weise nämlich, einen ernst zu nehmenden und teils durchaus intellektuellen Thriller verfasst zu haben, der sich auf angenehme Art und Weise von vielen sonstigen Titeln des Subgenres abhebt.

 

Dennoch nicht allzu gelungen sind die Ansätze von Docufiction, die zunächst wiederholt als alles wissender, den Leser direkt ansprechender Erzähler ins Buch stolpert, sich am Ende dann offen als solch ein Versuch offenbart. Auch auf die Erzählzeit, die zwischen eher unüblicher Gegenwart und der Vergangenheitsform wechselt, hätte man verzichten können.

 

Fazit:

„Das dritte Geheimnis“ ist ein ansprechender Thriller und ein Genuss für Freunde von Verschwörungstheorien. Wer mehr Wert auf den Unterhaltungsfaktor als auf Hintergründe legt, ist mit diesem Titel allerdings nicht gut beraten, und der eigenwillige Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig.

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Buch:

Das dritte Geheimnis

Originaltitel: La Muerte del Papa

Autor: Luis Miguel Rocha

Übersetzerin: Myriam Alfano

Taschenbuch, 385 Seiten

Lübbe, 13. Januar 2009

 

ISBN-10: 3404159578

ISBN-13: 978-3404159574

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.04.2009, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57