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Das Erbe der Elfen von Andrzej Sapkowsi

Rezension von Julia Krause

 

Aus Andrzej Sapkowskis Feder stammen die Kurzgeschichten rund um den Zauberer Geralt. Die Kurzgeschichten, die in den letzten Monaten ebenfalls in diesem Verlag in hübschen Sammelbänden veröffentlicht worden sind, waren märchenhaft und voller kleiner Abenteuer. Nun liegt ein Roman aus diesem Universum vor, in dem der Zauberer gemeinsam mit weiteren Charakteren ein ganz eigenes Abenteuer bewältigen muss.

 

Es gehen Gerüchte herum, die zu Lieder werden, die an Lagerfeuern gesungen werden. Hier wird von der Schlacht um Chintra erzählt, während der auch die Thronerbin des Landes verschwunden ist, Ciri, ein Mädchen das immer mutig und vorlaut war. Da Ciri nicht mehr auffindbar war, hielt man sie für tot, bis neue Gerüchte aufkamen, die besagten, dass sie sich in der Obhut von Geralt, dem Hexer befinden soll. Einige Menschen brechen auf, um die Beiden zu suchen, andere wollen sie gesehen haben. Die Geschichten um die Beiden sind unterschiedlicher Natur. Die einen behaupten, dass sie ein Liebespaar wären, andere sagen, dass Geralt das Mädchen gefangen hält. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Ciri und Geralt sind tatsächlich zusammen geflohen und haben in den Mauern von Kaer Mohren Zuflucht gesucht. Dort muss sich Ciri einer harten Ausbildung unterziehen. Sie empfindet tatsächlich mehr für Geralt, als man meinen sollte, sie fühlt sich bei ihm sicher und geborgen, weiß, dass das Schicksal es so wollte, dass sie an seiner Seite ist. So fürchtet sie sich noch immer vor den Alpträumen, die sie seit der Schlacht verfolgen, doch dank Geralt kommt sie zur Ruhe. Währenddessen kristallisiert sich heraus, dass Ciri magisch begabt ist, ohne diese Begabung jedoch nutzen zu können. Stattdessen ergreift eine finstere Macht Besitz von ihr, sodass Geralt sich Hilfe suchen muss. Unter anderem bei Zauberin Triss Merigold, die aber ein ganz eigenes Interesse an dem Hexer hat. Eine größere Gefahr scheint jedoch im Verborgenen heranzuwachsen und die magische Welt wie auch die Menschen in Gefahr zu bringen.

 

Dieses Buch schließt man etwas verärgert, weil so viel Potential verschenkt wurde. Die Kurzgeschichten waren sehr gut, voller Witz, dunkler Gedanken und neuen Ideen, der vorliegende Roman glänzt dagegen zu Beginn lediglich mit Längen. Die Geschichte entwickelt sich zwar nach und nach, sodass es auch einmal spannende Stellen gibt und auch die Darstellung der Schlacht aus Sicht Ciris ganz zu Beginn des Buches ist wirklich gut, aber es erfordert dennoch viel Durchhaltevermögen, um das Buch durchzulesen. Es gibt durchaus lustige Stellen, beispielsweise hat die Situation, das ein Hexerzirkel ein junges Mädchen, das gerade zur Frau wird, aufziehen muss, eine gewisse Komik enthalten. Die Männer können nicht mit dem Mädchen umgehen und ihr bei allen Frauenproblemen natürlich nicht behilflich sein. So entstehen lustige Situationen. Leider retten die das Buch nicht. Die Geschichte ist sehr gut, die Idee hervorragend, der Humor noch immer greifbar, das Buch aber einfach nicht spannend und eindeutig zu lang, vor allem in seinen Diskussionen. Das nimmt dieser Geschichte viel Luft.

Die Aufmachung dagegen ist einfach nur sehr gut gelungen. Das Buch befindet sich in einer Kassette aus Pappe, die dasselbe Cover trägt wie das Buch. Darin finden sich zudem noch zwei Postkarten.

 

Der Stil des Autors ist wie immer gut lesbar und ansprechend, der Witz manchmal gut versteckt, aber greifbar und es gibt diverse Seitenhiebe und viel Selbstironie. Das Buch hat aber alles in allem zu viele Längen und ist dementsprechend nur teilweise zu empfehlen.

 

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Das Erbe der Elfen

Autor: Andrzej Sapkowsi

Broschiert: 384 Seiten

Verlag: DTV; Auflage: Geschenkbox. (1. November 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3423247002

ISBN-13: 978-3423247009

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.11.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13