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Das Erbe der Zauberin von Mary H. Herbert

Reihe: Gabria-Saga Bd. 5

Rezension von Christel Scheja

 

Mit ihren Romanen um „Gabria“ und die Clans der Steppe schuf Mary H. Herbert, die zuvor eher für Dungeons und Dragons tätig war, ihre erste eigene Welt. Die nunmehr fünf Bücher hängen bis auf die ersten beiden zwar locker zusammen, können praktischerweise aber auch unabhängig voneinander gelesen werden. Wieder spielt nicht mehr die alternde Zauberin selbst, sondern Anwin, ihre die blinde Enkeltochter eine größere Rolle.

 

In der Steppe von Ramharin und unter den zwölf Clans der Reiternomaden ahnt niemand, dass sich das Verhängnis auf schleichenden Sohlen nähert. Zwar hat man den Zug der Fremden, die über das Meer gekommen sind, schon eine ganze Weile beobachtet, sie aber nicht für gefährlich erachtet.

Bis zu dem Tag, dem die Reiter und ihre Hunnuli niemals vergessen werden. Wie aus dem Nichts fallen die mit mächtigen Waffen und schützenden Rüstungen ausgestatteten Fremden plötzlich über den Clan der Khulunin her. Aus Überraschung können die Krieger kaum Widerstand leisten und viele von ihnen fallen im Kampf, während sie die Flucht der anderen decken, unter ihnen auch Athlone, der Häuptling.

Gabria selbst gerät schwer verletzt mit ihrer Enkeltochter Anwin in Gefangenschaft. Die beiden Frauen erleiden überraschenderweise nicht das sonst übliche Schicksal kriegsgefangener Frauen. Ganz offensichtlich hat der geheimnisvolle Herrscher, der von seinen Untertanen wie ein Gott verehrt wird, noch etwas anderes mit ihnen vor, vor allem mit Anwin.

Zwar gelingt es später durch Verhandlungen Gabria frei zu bekommen, aber Anwin bleibt weiter als Geisel in der Gewalt der Fremden. Diese wandern gezielt auf einem bestimmten Ort in den Bergen zu, und das Mädchen in ihrer Gewalt soll gewährleisten, dass davon nicht abgehalten werden.

Warum ihnen die Reise so wichtig ist, findet Anwin bald heraus. Zusammen mit dem magischen Drachen Telerund versucht sie zu verhindern, dass die Fremden einen Plan in die Tat umsetzen, der ihrem Volk erneut die Sklaverei bringen könnte...

 

„Das Erbe der Zauberin“ ist wie die anderen „Gabria“ Romane in einem sehr gefälligen Stil verfasst. Der Roman liest sich flüssig, die Spannung wird umsichtig gesteigert, und die Figuren durch kleine Details zum Leben erweckt. Vor allem die Helden werden sehr sympathisch geschildert, während die Feinde trotz ihrer interessanten Kultur eher blass bleiben, vor allem der durch eine Krankheit gezeichnete Herrscher.

Immerhin bleiben die Götter diesmal außen vor, die Menschen müssen den Kampf bis zum Ende unter sich ausmachen und erhalten erst zum Ende hin ein wenig Hilfe, um die Dramatik zu steigern.

Die Geschichte ist insgesamt sehr geradlinig, die Charaktere schlicht, so dass man keine unerwarteten Wendungen und ausgefeilte Entwicklungen erwarten sollte. Da sich auch die Gewalt in Grenzen hält, wird der Roman auch für jüngere Leser interessant, die es abenteuerlich und ein wenig romantisch, actionreich und mystisch lieben.

 

Damit ist „Das Erbe der Zauberin“ ein solide verfasster, unterhaltsamer Fantasy-Roman, der keine hohen Anforderungen stellt und besonders dazu geeignet ist, sich zu entspannen. Nur sollte man auch ein gewisses Faible für Romantik haben, sonst könnte man leicht enttäuscht werden.

 

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Das Erbe der Zauberin

Reihe :Gabria-Saga Bd. 5

Autorin: Mary H. Herbert

broschiert, 560 Seiten

Heyne, erschienen August 2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Michael Siefener

Titelbildgestaltung von Nele Schütz Design

ISBN 978-3-453-52453-8

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.08.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13