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Das Erbe von Avallach von Verena M. Holzberg

Rezension von Carsten Kuhr

 

Wenn ein, in einem kleinen Verlag erschienenes, hochpreisliches Hardcover in seine sechste Auflage geht, dann ist der Roman eine näheren Blick allemal wert.

 

Die Autorin berichtet uns von Moira Ravensmith. Als ihre Tante stirbt zieht sie zu ihrem Onkel um diesen zu versorgen. Doch was zu Beginn aussieht, wie eine rührende Geschichte über eine aufopfernde Pflege innerhalb der Familie, das entwickelt sich bald zu einer ganz anderen Mähr. Als Moira sich an einen Baum lehnt, und ihre Kindheit Revue passieren lässt, verändert sich ihre Umgebung plötzlich. Sie trifft auf Myrrdhin, uns vielleicht besser unter dem Namen Merlin, der Zauberer bekannt. Von da an ist die Handlung im Wesentliche bekannt. Es geht um König Artus und seine Ritter, sowie um Morgaine, deren Rolle Moira einnimmt.

 

Nun sind Artus Nacherzählungen nicht eben selten zu finden. Ist nicht alles, was man aus der Saga machen kann bereits einmal geschrieben worden, hat nicht ein jeder der Autoren, die sich an einer Neuschaffung der Sage versuchten probiert der Erzählung neue Aspekte abzugewinnen? Muss es wirklich noch einmal eine weitere Version der selben Geschichte sein, das fragte ich mich vor und während der Lektüre.

 

Verena M. Holzberg erfindet das Rad nicht neu, das kann sie auch gar nicht. Der Handlungsablauf als solcher ist vorgegeben, die Personen sind weitläufig bekannt. Für überraschende Wendungen, für neue Ansätze bleibt da kaum Raum. Aber sie gewinnt der Saga durchaus ungewöhnliche Seiten ab. Durch eigene Recherchen hat sie zwischenzeitlich auch geschichtswissenschaftlich verbürgt herausgefunden, dass Artus der eigentlich Arthor hiess keinesfalls der hehre Ritter des Hochmittelalters, sondern viel eher der finsteren Zeit des frühen Mittelalters entsprang. Als solcher ist die Darstellung als christlicher König schlichtweg falsch. Insoweit hat die Autorin die gewohnten Handlungspfade verlassen, und bietet uns frische ungewohnte Aspekte einer Handlung die eigentlich bekannt ist.

Der Roman liest sich flüssig und auch kurzweilig durch, die Autorin unterhält ihre Leser stilsicher ohne mich aber wirklich mitreissen zu können. Sie zeigt, dass sie schreiben kann, allein das gewählte Motiv ist trotz ihres Bemühens uns einen ungezügelter Arthor vorzustellen zu abgegriffen, um wirklich faszinieren zu können. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, sich eines anderen, nicht ganz so bekannten Sagenkreises anzunehmen, um aus der Masse herauszuragen.

Ein paar Worte noch zum äusseren Eindruck des Buches. Das grossformatige Hardcover ziert ein ansprechendes Titelbild. Auch die Bindung und das verwandte Papier belegen, dass hier auf Qualität wert gelegt wurde. Der Text selbst ist sorgfältig redigiert und lesefreundlich aufbereitet. Gerade im Vergleich zu den Titeln aus Book on Demand Fertigung überzeugt die handwerkliche Ausführung dieses Buches, wenngleich sich das Gebotene auch in seinem Preis niederschlägt.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Barbara
Samstag, 25. Februar 2006 14:20 Uhr
Wenn man den Roman genau gelesen hat, merkt man, dass dieser einmalig recherchiete Roman nichts mit den uns bekannten Legenden zu tun hat. Im Gegenteil, die Artus-Legende wurde hier entschlüsselt und wer mit Geist, Herz und Verstand liest, entdeckt die Beziehungen und Bedeutungen zur heutigen Zeit. Mehr als nur ein Roman......

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Buch:

Das Erbe von Avallach

Autor: Verena M. Holzberg

Gebundene Ausgabe - 656 Seiten - Frieling

Erscheinungsdatum: Oktober 2004

ISBN: 3828021166

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 17.01.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13