Das erste Jahr Band 2 schließt die (neue) Geschichte über die Anfangstage des Dynamischen Duos ab. General Grimaldi hetzt die Gangsterkonkurrenz von Gotham dank des Gestaltwandlers Clayface gegeneinander auf. Doch Batman will dessen Machenschaften ein Ende machen. Dabei gerät sein Alter Ego Bruce Wayne ins Fadenkreuz. Es existiert nämlich eine Liste von potenziellen Identitäten des Dark Knight, auf der auch der Name des Milliardärs zu finden ist.
Mark Waid (Justice League) darf seine Vision über den Beginn der Partnerschaft der Verbrechensbekämpfer Bruce Wayne und Dick Grayson weiterspinnen. Dabei vermischt er auch dieses Mal überzeugend klassische Topoi mit neuen Ideen. Zudem hält der Autor sein Lesepublikum mit einigen Überraschungen bei der Stange, die oft besonders spannende Sequenzen krönen. Über weite Strecken fühlt sich der Comic wie eine klassische Batman-und-Robin-Story an. Eisner-Preisträger Ward fügt jedoch eine psychologische Tiefe hinzu, die den früheren Abenteuern der beiden weitgehend abging. Das gilt vor allem für den jugendlichen Sidekick, der hier mehr Raum erhält. Wenn sich etwas kritisieren lässt, dann, dass das Comic auf den letzten Seiten etwas zu sehr austrudelt und die Intensität spürbar nachlässt. Auch steht es in Gotham mit der Unschuldsvermutung offensichtlich nicht zum Besten. Diese hebelt Waid etwas aus, um seine Geschichte zuzuspitzen.
Chris Samnee darf wiederum nicht nur das frühe Abenteuer des Dynamischen Duos visuell gestalten, sondern an der Story mitarbeiten. Dadurch passen seine Panels oft besonders gut und führen etwa nicht nur die Handlung weiter, sondern charakterisieren zudem die Figuren. Ein Beispiel dafür ist die auch als Titelbild genutzte Zeichnung, die den charakterlichen Unterschied der beiden Protagonisten verdeutlicht: Da trifft die entschlossene und fokussierte Ernsthaftigkeit von Batman auf Robins jugendliche und spielerische Herangehensweise. Der ebenfalls mit dem Eisner Award ausgezeichnete Samnee arbeitet oft mit Schatten, was der Atmosphäre zugutekommt. Gleichzeitig lehnt der Künstler seinen Zeichenstil stimmig an die klassischen Comics an, baut aber auch modernere Kunstgriffe – wie seitenfüllende Panels an ausgewählten Stellen – ein. Manchmal dürften seine Zeichnungen allerdings gerne detailreicher ausfallen.