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Das Fjordland von Bernhard Hennen

Reihe: Elfenritter, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Elfen“ entstand zunächst nur im Rahmen der High-Fantasy-Reihe des Heyne-Verlages, in der man versuchte, den Erfolg der „Herr der Ringe“-Filme auszunutzen. Doch mittlerweile ist daraus – bedingt durch das Interesse der Leser und dem Ideenreichtum Bernhard Hennens eine ganze Reihe und eine eigenständige Welt geworden.

Der Autor hat in „Elfenritter“ die Saga auf eine ungewöhnliche Art und Weise weiter gesponnen. Das merkt man auch in „Das Fjordland, dem dritten Band der Trilogie.

 

Die Saga spielt rund tausend Jahre nach den früheren Ereignissen. Längst ist Alfadas selbst ein Mythos und seine fernen Nachfahren herrschen über das Fjordland. In wärmeren Regionen ist der Tjured-Glauben zur bestimmenden Macht geworden. Die Ordensritter rücken immer weiter in den Norden vor, und bringen ihren Glauben mit Feuer und Schwert über die Menschen.

Königin Emerelle weiß, das die Tage ihres Volkes und der Albenmark gezählt sind, wenn das Fjordland fällt. Aus diesem Grund tun sie alles, um die mit ihnen eng verbundenen Menschen beschützen. Doch sie kann nicht verhindern, dass Gishild, die letzte Überlebende von Alfadas Blut, schließlich in die Hände der Tjured-Gläubigen fällt. Konvertiert soll sie dereinst den Thron des Fjordlandes besteigen und ihr Volk davon überzeugen, nicht länger an die alten Götter und die Elfen zu glauben.

Doch das junge Mädchen findet zurück in die Heimat, obwohl sie unter den Kameraden Freunde und Gefährten gefunden hat, vor allem den Waisenjungen Luc de Lanzac. Sie bricht mit allem, was sie lieb gewonnen hat und übernimmt als Königin die Pflicht das Fjordland mit Schwert und Schild zu verteidigen.

Derweil finden Eingeweihte des Glaubens heraus, dass Luc über eine seltsame Heilergabe gebietet, die viele der Tjured-Gläubigen fürchten und tödlich für die Elfen ist. Sie nehmen ihn bei sich auf und wollen ihn zur stärksten Waffe gegen die unsterblichen Feinde und in den Ränkespielen hinter den Kulissen der Tjuredkirche machen. Denn längst ist auch der Glauben gespalten und die Macht der alten Kräfte geschwächt.

Der Kampf gegen das Fjordland gerät ins Stocken, während sich die Ritter selbst mit Intrigenspielen zerfleischen. Das ist auch gut so, denn Gishild verliert allen Mut, als sie erfährt, das Luc während eines Feldzuges, bei dem es den Tjured-Rittern gelang in die Albenmark einzudringen - von Königin Emerelle gefangen und vermutlich getötet worden ist. Sie zieht sich erst einmal zurück, um ihre Wunden zu lecken und überlässt allein den Elfen, etwas zu unternehmen.

Dann aber taucht eines Tages ein geheimnisvoller Ritter in ihrem Lager auf und bewegt sie zu Umkehr. Denn noch hat das Schicksal nicht entschieden, was mit den Elfen der Mark und den Menschen des Fjordlandes geschehen soll und beschwört nun sogar die Kräfte der fernen Vergangenheit wieder herauf. Die letzte Schlacht mit den Tjuredgläubigen steht noch aus, und sie wird allen viel abverlangen, vielleicht sogar mehr als das eigene Leben...

 

„Das Fjordland“ führt alle Fäden, die in „Die Ordensburg“ und die „Albenmark“ gesponnen wurden wieder zusammen und verknüpft sie sogar noch mit viel älteren Geschehnissen. Aber vielleicht war dies schon zu viel des guten. Denn auch wenn Bernhard Hennen deutlich auf den abschließenden Konflikt hinarbeitet, will nicht so recht Spannung aufkommen. Er wechselt zu oft von einem Schauplatz zum anderen um nur ja jeden einmal begonnenen Handlungsstrang aufzugreifen und zu einem Ende zu führen. Auch wenn ihm das gelingt, so wirkt das Buch doch seltsam unausgereift und zerstückelt, im letzten Drittel sogar überhastet. Dort überschlagen sich die Ereignisse regelrecht und erhalten nicht ganz den Raum, den sie eigentlich gebraucht hätten.

Zwar ist alles in eine spannende Abenteuergeschichte verpackt, die genau die richtige Mischung zwischen Beschreibungen und Action besitzt, aber anders als in den Vorgängerbänden handeln Figuren diesmal unmotiviert oder anders als man es von ihnen gewohnt ist, der rote Faden wird nicht so sauber zusammen geführt, wie man es sich erhofft, sondern bleiben eher auf der Strecke. Es scheint, als sei dem Autor die Luft an manchen Stellen ausgegangen.

 

So ist „Das Fjordland definitiv der schwächste Band der „Elfenritter“-Trilogie, auch wenn er routiniert geschrieben wurde und zumindest stellenweise durch eine abwechslungsreiche Handlung unterhalten kann. Aber um wirklich abgerundet zu sein fehlt ihm etwas.

Eure Meinung:


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Buch:

Das Fjordland

Reihe: Elfenritter, Bd. 3

Autor: Bernhard Hennen

Klappbroschur, 730 Seiten

Heyne, erschienen November 2008

Titelbildgestaltung Nele Schütz Design, Motiv Michael Whelpley, Karten von Andreas Hancock

ISBN-10: 3453523431

ISBN-13: 978-3453523432

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 25.11.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13