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Das Geheimnis von Darkwater Hall von Catherine Fischer

Rezension von Stefan Sasse

 

Sarah entstammt einem alten Adelsgeschlecht mit weitreichendem Stammbaum, doch ihr Großvater verlor das Haus und die Familie musste dort ausziehen, als Sarah noch ein kleines Mädchen war.

 

Nun ist Sarah knapp 15 Jahre alt und als Dienstmädchen und Hilfslehrerin in einer kleinen und schäbigen Privatschule angestellt.

 

Alles was sie an dieser Schule liebt, sind die Bücher, die außer ihr niemand zu benutzen scheint und wann immer sie kann vertieft sie sich in den Geschichten von Jane Austen und Dickens.

 

Eines Morgens wird von Sarah verlangt ein Mädchen mit dem Stock zu bestrafen, weil es die falsche Antwort gegeben hat. Es kommt vor den Gönnern der Schule, die an diesem Tag zu Besuch sind zum Streit, Sarah erhält die Schläge an der Stelle des Mädchens und verliert ihre Arbeit.

 

Stolz erträgt sie die Schmerzen und geht erhobenen Hauptes an den Besuchern vorbei, als ihr der neue Besitzer des Grundstücks, welches einst ihrer Familie gehörte eine Visitenkarte in die Hand drückt, auf der geschrieben steht, dass er ihre Familie entschädigen möchte und er ihren Besuch erwarte.

 

Das Mädchen und ihr kranker Vater, die zur Miete bei einer ehemaligen Angestellten leben sind auf das Geld angewiesen, dass Sarah verdient, doch es tut sich keine Möglichkeit auf eine neue Arbeit zu finden. Sie überwindet sich schließlich schweren Herzens, geht nach Darkwater Hall und fragt den neuen Besitzer, einen gut aussehenden jungen Mann, was er mit der Entschädigung gemeint hat.

 

Er scheint erfreut zu sein Sarah zu sehen und erzählt ihr die Geschichte, über die in Sarahs Gegenwart niemand sprechen möchte, wie ihr Großvater Darkwater Hall an Azrael verlor.

 

Azrael liest in Sarah, wie in einem offenen Buch, scheint all ihre Wünsche, Sehnsüchte und Nöte zu kennen und schließlich bietet er ihr eine Stelle in seinem Haushalt an, jedoch soll sie keine niedrigen Arbeiten verrichten, sondern fortan, als seine Forschungsgehilfin arbeiten. Ihre neuen Aufgaben bestehen daraus, ihm bei seinen Experimenten der Alchemie zu helfen und seine umfassende Bibliothek zu ordnen, dafür bezahlt er sie und verspricht ihr freie Logie und Verpflegung.

 

Natürlich ist ihr Vater alles andere als begeistert, als er von der neuen Anstellung seiner Tochter hört. Sein Stolz verbietet es ihm als Bettler in seinen ehemaligen Besitz zurück zu kehren, doch sie beide wissen, dass Sarah diese Arbeit annehmen muss...

 

Das Cover verspricht düstere Geheimnisse, die das Buch wie einen roten Faden durchziehen. Nie ist sich der Leser wirklich im klaren darüber, was Azrael vorhat, warum hat er Sarah wirklich eingestellt, was für eine Rolle spielt der Landstreicher, der zu Beginn noch zu Sarah sagte: „ Wie sind wir nur alle so tief gefallen?“.

 

Meint Azrael es ernst, als er Sarah anbietet um seinen Besitz im Gegenzug für ihre Seele zu spielen, ähnlich, wie es einst ihr Großvater tat?

 

Catherine Fischer versteht es gekonnt, die Spannung aufrecht zu erhalten und immer weitere Fragen aufzuwerfen. Verdienen Sarah und ihre Verwandten den Verlust ihres Vermögens aufgrund vergangenen Missetaten? Sarahs Großvater war ein grausamer, aufbrausender Mann, musste sein Leben in Armut und Elend enden? Wer ist nun wirklich „böse“, wer „gut“? Kann man das hier einfach so bestimmen, oder muss man auch hinter die Fassaden der Agierenden blicken?

 

Die Geschichte an sich ist gut und flüssig erzählt, Catherine Fischers Sprache dem Niveau der Altersfreigabe von 12 Jahren angepasst. Man hätte nur mehr aus diesem Buch machen können, erscheinen die 279 Seiten nicht auszureichen für solch eine Geschichte mit wirklich guten Grundtendenzen und überraschenden Wendungen. Manche Situationen sind rätselhaft sowie undurchschaubar und bleiben es auch. Der Reiz, oder der Fehler liegt hier auch darin, dass letztendlich nicht alle Fragen beantwortet werden und der Leser dadurch selbst mit den gesammelten Informationen Kombinierarbeit leisten muss.

 

Das Taschenbuch ist von guter Qualität, man kann es mehrmals lesen, ohne dass der Einband zu sehr leidet, oder mitgenommen aussieht. Die Schriftgröße ermöglicht ein problemloses und zügiges Lesetempo.

 

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Eure Meinung:

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Peggy
Mittwoch, 06. September 2006 09:29 Uhr
Ich habe den ersten Teil des Buches - Das Orakel - als günstiges Mängelexemplar erworben und war von Anfang an begeistert. Als ich dann den zweiten Teil, dem auch noch ein dritter folgen soll, entdeckte, musste ich mir ihn sofort kaufen. Ich bin sehr beeindruckt von diesen Büchern, da sie etwas anderes sind, als das, was sonst geschrieben wird. Ich finde, Fisher hat eine interessante Welt erschaffen, indem sie das Griechische und Ägyptische zu einer Kultur zusammen gefasst hat.
Um auf den obigen Artikel einzugehen: Meiner Meinung nach, ist es schon okay, dass im zweiten Band nicht noch einmal auf den ersten Teil eingegangen ist, eingeschobene Zusammenfassungen im Text hätten bloß gestört, da Leser, die den ersten Teil gelesen haben, dessen Inhalt ja kennen. Wenn man nun aber den zweiten Teil als erstes gekauft hat, sollte man sich den ersten Teil auch noch besorgen (man kann ihn ja auch einfach auleihen), meiner Meinung nach, und beide Bände hintereinander lesen. Dann wird einem einiges klar, denke ich.
Ich finde dieses Buch sehr gelungen, es ist spannend geschrieben und die Übergänge, wenn von einer Handlung zu einer anderen gewechelt wird sind oft so passend, dass man manchmal gar nich merkt, dass man plötzlich wieder in der Totenstadt, und nicht mehr in den Mondbergen ist. Das hat mich sprachlich am meisten beeindruckt.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, aber man sollte den ersten Teil als erstes lesen.

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Das Geheimnis von Darkwater Hall

Autorin: Catherine Fisher

Broschiert: 278 Seiten

Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (Februar 2006)

ISBN: 3473522988

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.09.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53